Gruev mahnt vor zu großer Zufriedenheit beim MSV Duisburg

Kein Durchkommen: Die Duisburger Offensivkräfte fanden am Samstag gegen den SV Wehen Wiesbaden kein Mittel, um ein Tor zu erzielen.
Kein Durchkommen: Die Duisburger Offensivkräfte fanden am Samstag gegen den SV Wehen Wiesbaden kein Mittel, um ein Tor zu erzielen.
Foto: Stephan Eickershoff
  • Nach der Niederlage muss der MSV weiter kämpfen
  • Trainer Gruev warnt

Duisburg.. Der Mannschaftsbus des SV Wehen Wiesbaden verließ am späten Samstag-Nachmittag das Areal der Duisburger Arena. Die getönten Scheiben ließen Einblicke in das Gefährt nicht zu, aber die akustischen Signale aus dem Innern des Busses waren eindeutig.

Da war eine fette Party im Gange. Aus gutem Grund: Mit dem 1:0 (0:0)-Sieg an der Wedau schafften die Hessen das Kunststück, sechs Punkte aus zwei Spielen gegen den Aufstiegsaspiranten eingefahren zu haben.

Da mag es für MSV-Trainer Ilia Gruev tröstlich sein, dass es nur noch eine Demütigung dieser Art in dieser Saison geben kann: Am 5. April geht es nach Rostock. Die Hanseaten fügten dem MSV in der Hinrunde neben Wiesbaden als einziges Team noch eine weitere Niederlage zu.

„Schwächste Saisonleistung“

Die Niederlage gegen den einstigen Abstiegskandidaten ließ viele Duisburger ratlos zurück. In dem nicht nur aus Meidericher Sicht phasenweise grausamem Kick erspielten sich die Gastgeber nahezu keine Torchance. Janjic’ Annahme aus der Luft (65.) und Bomheuers Kopfball (89.) sorgten für zwei spannende Momente vor dem Gästetor.

Auf der Gegenseite bewahrte Mark Flekken die Zebras schon in der ersten Halbzeit vor einem Rückstand. Innerhalb von 98 Sekunden vergab Wehen dreimal die Führung. Das 0:1 durch David Blacha, der einen Konter der Gäste gekonnt abschloss, war somit die verdiente Führung der Gäste. In der Nachspielzeit vergab Ex-Zebra Manuel Schäffler zwei klare Chancen, das 0:2 zu erzielen.

Beim MSV Duisburg werden unliebsame Erinnerungen an die Hinrunde wach. Mehr als vier Spiele blieben die Zebras im Herbst ohne Torerfolg. Jetzt sind es bereits mehr als drei Spiele ohne Treffer – insgesamt 327 Minuten. Trainer Gruev hält entgegen, dass sich sein Team in den vorherigen Spielen Torchanchancen erarbeitet hätte. Das ist zutreffend – besser macht dies die Vorstellung vom Samstag aber auch nicht.

Özbek saß auf der Bank

Der Schaden hält sich für die Zebras noch in Grenzen, die Tabellensituation ist weiterhin komfortabel. Aber Gruev, der von der „mit Abstand schwächsten Saisonleistung“ sprach, äußerte nach dem Spiel mahnende Worte: „Wir müssen weg von der Zufriedenheit.“ Der MSV ist weiterhin die dominante Größe in der Liga, auf dem Platz war diese Rolle am Samstag nicht erkennbar.

Aus dem Mittelfeld – Gruev entschied sich in der Zentrale für Tim Albutat und Fabian Schnellhardt (Baris Özbek gehörte nach Ablauf seiner langen Sperre wieder dem Kader an) – gab es kaum nennenswerte Im pulse. Auf den Flügeln rieben sich Zlatko Janjic und Andreas Wiegel auf, ohne die Sturmspitzen aussichtsreich in Szene zu setzen. Wiegel kassierte dabei seine fünfte gelbe Karte und ist somit für das Spiel am Dienstag in Kiel gesperrt.

„Kleinigkeiten stimmten nicht“

„Es gab viele Kleinigkeiten, die nicht gestimmt haben. Der letzte Pass kam nicht an, wir haben Bälle verstolpert“, analysierte Innenverteidiger Thomas Blomeyer das Geschehen. Auch wenn sich Blomeyer als Defensivmann nur sekundär mit der Offensive befassen muss, glaubt er zeitnah an eine Wende. In Kiel soll der Knoten platzen: „Wir haben jetzt seit drei Spielen kein Tor mehr gemacht. Das ist Motivation genug, am Dienstag ein Feuerwerk abzubrennen.“

Trotz der dritten Saisonniederlage steuert der MSV Duisburg in der Liga weiterhin auf Aufstiegskurs. Doch eine Botschaft der vergangenen Wochen ist auch diese: Im Hinblick auf eine nächste Saison in der 2. Bundesliga wird sich der MSV nicht nur punktuell, sondern im großen Rahmen verstärken müssen, um im Abstiegskampf konkurrenzfähig zu sein.

EURE FAVORITEN

Weitere interessante Artikel