Grlic-Assistent Tobias Willi verlässt den MSV Duisburg

Sportchef Ivica Grlic (links) und Teammanager Tobias Willigehen ab Sommer getrennte Wege. „Ich konnte Tobi nicht umstimmen“, so Grlic.
Sportchef Ivica Grlic (links) und Teammanager Tobias Willigehen ab Sommer getrennte Wege. „Ich konnte Tobi nicht umstimmen“, so Grlic.
Foto: WAZ FotoPool
Tobias Willi kehrt dem Fußball-Drittligisten MSV Duisburg den Rücken. Manager Ivica Grlic bedauert den Abschied seines Assistenten, der aus familiären Gründen in seine süddeutsche Heimat zurückkehrt: „Ein großer Verlust.“ Die Aufgaben des Ex-Freiburgers sollen auf mehrere Schultern verteilt werden.

Duisburg. MSV-Sportchef Ivica Grlic und sein Assistent Tobias Willi sind ein eingespieltes Team. Als Grlic am Mittwoch nicht an sein Handy gehen konnte, nahm Willi das Gespräch entgegen und bat den Anrufer um einen neuen Versuch. Willi hält seinem ehemaligen Teamkollegen Grlic nicht nur bei solchen Dingen den Rücken frei. „Tobi ist ein ganz wichtiger Baustein. Er erledigt hier die ganzen organisatorischen Dinge und hat im Grunde meinen ersten Posten angetreten, den ich bei meinem Übergang vom Spieler in den administrativen Bereich ausgeübt habe“, so Grlic.

Doch ab Sommer kann Ivo Grlic nicht mehr auf die Unterstützung des 34-Jährigen zurückgreifen. Willi verlässt den Zebrastall nach neun Jahren. „Der Abschied fällt mir sicherlich schwer, aber ich habe mir das selbst so ausgesucht. Es reicht mir eben nicht mehr, meine Schwester zwei Mal und meine Eltern drei Mal im Jahr zu sehen“, begründet Willi seinen Schritt.

Grlic akzeptiert die Entscheidung schweren Herzens. „Tobi hat eine extreme Bindung an seine Heimat Freiburg, er ist sehr familiär. Ich kann den Schritt durchaus nachvollziehen. Ich konnte ihn jetzt nicht mehr umstimmen. Dass er aus Duisburg weggeht, ist ein großer Verlust für uns.“ Beim MSV ist nicht geplant, die frei werdende Stelle neu zu besetzen. Grlic muss die Aufgaben von Tobi Willi künftig auf andere Schultern verteilen.

„Es gibt zwei, drei Optionen“

Was der Blondschopf, der seine Fußballlaufbahn am 1. April 2010 wegen Knie- und Sprunggelenksproblemen beenden musste, künftig macht, ist noch offen. „Es gibt zwei, drei Optionen“, sagt der gelernte Sport- und Marketingmanager, „ich bin da relativ entspannt und hoffe, dass ich mich aus Duisburg mit einem Sieg im Niederrheinpokal-Endspiel über Jahn Hiesfeld verabschieden kann.“

„Seinem“ MSV, über den er auch beim Blick in die Zukunft permanent in der Wir-Form spricht, drückt er alle Daumen. „Es wäre toll, wenn wir in den nächsten zwei Jahren oben anklopfen könnten. Ziel muss es sein, erst aufzusteigen und sich dann im oberen Drittel zu etablieren. Wenn das klappt, hätten wir auf lange Sicht gute Karten und eine noch breitere Fanbasis, als es vor dem Zwangsabstieg der Fall war.“

Die emotionalen Szenen, die sich im vergangenen Juni und Juli zwischen Schauinslandreisen-Arena und Trainingsgelände abspielten, sind für immer bei Tobias Willi eingebrannt. „Was hier im Sommer abgelaufen ist, das war schon heftig. Das hat die Stadt Duisburg nicht verdient und erst recht kein Fan. Aber man hat auch gespürt: Wenn es schlecht läuft, dann rücken die Leute noch enger zusammen. Die Identifikation mit dem MSV ist jetzt größer als 2005, als ich als Spieler hierhin gewechselt bin.“

Ivica Grlic stuft die Rückendeckung der Anhänger (rund 12 300 Besucher kamen bisher im Schnitt zu den Duisburger Drittligaspielen) als „sensationell“ ein: „Hier ist eine Jetzt-erst-Recht-Stimmung entstanden. Das hat uns unheimlich geholfen.“ Allerdings weiß „Grille“ auch, dass die Erwartungen nach dem ersten Jahr in der ungeliebten Liga sprunghaft ansteigen werden. „Natürlich ist der Wunsch, aufzusteigen, da. Aber das ist auch immer eine Frage der Mittel.“ Bisher ist noch kein Etat für die Saison 2014/2015 verabschiedet. Grlic muss also mit viel Geschick bei der Trainer- und Spielersuche operieren. Der Nachfolger für Coach Karsten Baumann soll präsentiert werden, „sobald alles unter Dach und Fach ist. An Spekulationen habe ich mich nie beteiligt und werde es auch weiterhin nicht tun“, so Grlic.

 
 

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