Gläubiger bewahrten 2009 MSV vor der Insolvenz

Dirk Retzlaff
Über der MSV-Arena zogen nach dem Bundesliga-Abstieg der Zebras Wolken auf. Foto: Friedhelm Geinowski
Über der MSV-Arena zogen nach dem Bundesliga-Abstieg der Zebras Wolken auf. Foto: Friedhelm Geinowski
Foto: NRZ

Duisburg. Der Geschäftsbericht der MSV Duisburg KGaA belegt, dass der MSV nach dem Bundesliga-Abstieg in finanziellen Schwierigkeiten steckte. Gläubiger und Marketing verzichteten auf Forderungen.

Seit Freitag ist der Abschluss der MSV Duisburg GmbH & Co KGaA für die Zeit vom 1. Juli 2008 bis zum 30. Juni 2009 öffentlich im elektronischen Bundesanzeiger (www.ebundesanzeiger.de) einsehbar. Die Eckdaten des Zahlenwerks waren schon seit der letzten Jahreshauptversammlung weitgehend bekannt. Der MSV erzielte in der Saison 2008/09 einen Fehlbetrag von 3,4 Millionen Euro. Unter Berücksichtigung des Verlustvortrages steht zum 30. Juni 2009 ein Bilanzverlust von 8,7 Millionen Euro.

Deutlich wird in dem Bericht, dass die wirtschaftliche Situation des MSV Duisburg nach dem Bundesliga-Abstieg und den damit verbundenen finanziellen Einbußen zwischenzeitlich dramatisch angespannt war. Wie es im Geschäftsbericht heißt, war der MSV im Sommer 2009 mit rund drei Millionen Euro überschuldet.

Aus dem Geschäftsbericht geht hervor, dass die MSV-Gesellschaft eine Insolvenz vermeiden konnte, weil Hauptgläubiger Forderungen in Höhe von 2,4 Millionen Euro zurückstellten und „Hellmich Marketing“ auf Provisionen in Höhe von 2,1 Millionen Euro verzichtete. Allerdings kann die Marketing-Gesellschaft die ausstehenden Gelder einfordern, wenn es dem MSV wieder besser geht. Zudem hielt sich der MSV mit dem Notverkauf von Stürmer Dorge Kouemaha, für den der Verein laut Bericht eine Ablöse von 777 000 Euro erzielte, über Wasser.