Gardawski und Onuegbu schießen MSV zum 2:0 gegen Regensburg

Dirk Retzlaff
Markierte das 1:0 für seinen MSV gegen Jahn Regensburg: Michael Gardawski.
Markierte das 1:0 für seinen MSV gegen Jahn Regensburg: Michael Gardawski.
Foto: Imago
Der MSV Duisburg hat sein Heimspiel am 20. Spieltag der 3. Liga gegen Jahn Regensburg mit 2:0 gewonnen. Gardawski und Onuegbu trafen für Duisburg.

Duisburg. Der MSV Duisburg verkaufte beim Spiel gegen Drittliga-Schlusslicht SSV Jahn Regensburg blaue Zipfelmützen. Doch auch die fußballerische Leistung der Zebras reichte am Samstag schon aus, dass es den Duisburger Fans unter den 10.081 Zuschauern warm ums Herz wurde. Der MSV besiegte zum Rückrundenauftakt Regensburg mit 2:0 (1:0). „Das war ein Pflichtsieg“, resümierte MSV-Manager Ivica Grlic.

MSV-Trainer Gino Lettieri veränderte seine Startaufstellung gegenüber dem letzten Spiel nur auf einer Position. Für den gesperrten Kevin Wolze verteidigte Matze Kühne auf der linken Seite. Eine Schrecksekunde gab es für Lettieri beim Aufwärmen. Torwart Michael Ratajczak verletzte sich, konnte nach einer Behandlung von Mannschaftsarzt Falk Falk Ullerich in der Kabine aber auflaufen. Deniz Aycicek saß nach mehrmonatiger Abstinenz erstmals wieder auf der Duisburger Bank.

Die Regensburger verbuchten die erste Chance. Uwe Hesse knallte den Ball nach einem Freistoß aus 18 Metern in der achten Minute an die Unterkante der Latte. Vier Minuten später durften die Duisburger Frans jubeln. Zlatko Janjic setzte sich auf der rechten Seite durch und spielte quer in den Strafraum. Kevin Scheidhauer ließ den Ball passieren und Michael Gardawski traf aus der Drehung zum 1:0 für den MSV.

Albutat geht Gelb-Rot-gefährdet runter

Der MSV bestimmte weiter das Spiel, Regensburg agierte im Offensivspiel zaghaft. In der 32. Minute forderten die Gäste dann aber doch MSV-Keeper Ratajczak. „Rata“ lenkte den Ball nach einem Schuss von Jonas Erwig-Drüppel zur Ecke.

Der Gelb-Rot-gefährdete Tim Albutat blieb in der Pause in der Kabine, für ihn kam Christopher Schorch. Albutat wird dennoch in der nächsten Woche fehlen: Der Mittelfeldspieler kassierte seine fünfte gelbe Karte.

Schon zwei Minuten nach dem Seitenwechsel legte der MSV nach. Kingsley Onuegbu traf nach einem schönen Zusammenspiel mit Kevin Scheidhauer zum 2:0. Der King feierte seinen zweiten Treffer im zweiten Spiel nacheinander. In der 53.Minute hätte Enis Hajri noch einen draufsetzen können, doch er legte sich den Ball im Strafraum zu weit vor.

Ratajczak hält die Null fest

Regensburg hätte in der 81.Minute noch verkürzen können, doch Ratajczak war gegen Benedikt Schmid mit einer Fußabwehr an der Strafraumgrenze zur Stelle. In der 88.Minute vergab Fabian Trettenbach aus kurzer Distanz eine weitere Möglichkeit für die Gäste. In der 90.Minute vergab auf Duisburger Seite Christopher Schorch, der aus zwölf Metern den Regensburger Keeper Stephan Loboue anschoss.

Der MSV siegte, die 49 mitgereisten Regenburger Fans trugen es mit Humor. Sie durchquerten ihren Block Mitte der zweiten Halbzeit trotz der winterlichen Temperaturen in Unterhosen mit einer Polonaise. Die MSV-Fans hatten auch ihren Spaß. Sie sangen: „Ihr habt nur noch Schuhe an.“

Der MSV gab am Samstag bekannt, dass sich der Verein von Zeugwart Michal Knötig nach diversen Vorfällen getrennt hat.

Ratajczak bester Duisburger - Die MSV-Noten nach dem 2:0 gegen Regensburg 

Michael Ratajczak (2): Hatte in der 8. Minute Glück, dass ein 20-Meter-Geschoss Uwe Hesses von der Unterkante der Latte zurück ins Feld sprang. Da wäre er machtlos gewesen. Zeigte danach sein ganzes Können, als er den Schuss von Jonas Erwig-Drüppel parierte (32.). Obwohl er von den schwachen Regensburgern nur selten geprüft wurde, spielte er in der 70. Minute super mit und klärte in der Manier Manuel Neuers vor Daniel Steiniger. Stark auch in der 81. Minute gegen Benedikt Schmid. Krönte seine starke Leistung mit einer Riesenparade gegen Andreas Günter (88.).

Rolf Feltscher (3+): Nach dem er gegen Wehen bei den beiden Gegentreffern mit in der Verlosung war, zeigte er eine deutliche Steigerung. Nicht nur defensiv stark verbessert, er nutzte seine Freiräume auch immer wieder für sehenswerte Vorstöße.

Thomas Meißner (3): Hatte letzte Woche das Glück nicht auf seiner Seite, überzeugte gegen den SSV Jahn aber wieder mit beeindruckenden Zweikampfwerten und einer tollen Übersicht.

Branimir Bajic (3+): Der „Papa der Kompanie“ hatte erneut alles im Griff. Ließ hinten gar nichts anbrennen und überzeugte mit feinen Pässen im Spielaufbau.

Matthias Kühne (3-): Weil Kevin Wolze seine Gelbsperre absitzen musste, übernahm er die Position des Linksverteidigers. Rückte kurz vor Erwig-Drüppels Chance nach vorne und war deshalb nicht rechtzeitig hinten, weshalb sich überhaupt nur die Möglichkeit für den SSV Jahn ergab. Insgesamt souverän, aber unauffällig.

Michael Gardawski (2-): Er schaffte das, wovon die Zebras gegen den Tabellenletzten träumten: Ein frühes Tor. Bugsierte das Leder bereits nach zwölf Minuten in den Kasten. Machte auf der Außenbahn auch sonst richtig Betrieb und sorgte mit seinen Flanken ständig für Gefahr. Baute nach der Pause aber etwas ab.

Enis Hajri (3-): Obwohl er bis Mittwoch nicht trainieren konnte, stand er nach seiner Hüftverletzung überraschend wieder in der Startelf. Riss den Spielaufbau auch sofort wieder an sich und spulte ein enormes Laufpensum ab. Zog im Eins-gegen-Duell mit Keeper Stephan Loboué den Kürzeren (53.). Mit zunehmender Spieldauer schlichen sich immer mehr Leichtsinnsfehler ein.

Tim Albutat (3+): Wieder einmal stark. Nicht nur, weil er wie ein Staubsauger vor der Viererkette aufräumte, sondern auch weil er mit einem Traumpass das 1:0 perfekt einleitete. Leider kassierte er unnötig seine fünfte Gelbe und ist damit in Großaspach gesperrt. Für ihn kam nach der Pause Christopher Schorch - verletzt war er aber nicht.

Zlatko Janjic (3+): Hatte nach 28 Sekunden die erste Chance auf dem Fuß, traf den Ball aber nach der Flanke Gardawskis nicht richtig. Sekunden nach dem er mit Gardawski die Seite gewechselt hatte, zahlte sich die Umstellung auch schon aus, denn er bereitete er das 1:0 seines Kollegen mustergültig vor.

Kevin Scheidhauer (3+): Nach dem er gegen Wehen seine Torflaute beendete, brannte er auf seinen nächsten Treffer und suchte aus allen Lagen den Abschluss. In der 38.Minute verpatzte er noch einen aussichtsreichen Konter, weil er beim Passversuch den Ball nicht richtig traf. Dafür machte er kurz nach der Pause alles richtig, als er uneigennützig vor Loboué noch einmal auf den „King“ ablegte, der dann zum 2:0 traf (46.).

Kingsley Onuegbu (2-): Nach seinem Tor gegen den SVWW strotzte er endlich wieder vor Selbstvertrauen. Suchte nicht nur vorne den Abschluss, sondern klärte bei Standards auch hinten. Weil Scheidhauer eine gute Übersicht bewies und ihn selbstlos in Szene setzte, hatte er keine Probleme, das 2:0 zu erzielen (46.).

Christopher Schorch (3): Kam zur Pause für Albutat und übernahm dessen Part als Sechser. Ließ nichts anbrennen und war immer Herr des Geschehens. Solide Vorstellung des eigentlichen Innenverteidigers. Hätte kurz vor dem Ende das 3:0 erzielen müssen, scheiterte aber an Loboué (90+2).