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Exslager verkörpert gestiegenes Selbstbewusstsein des MSV

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MSV Duisburg Foto: Christoph Reichwein
Fußball-Zweitligist MSV Duisburg hat neues Selbstvertrauen getankt. 2:2 beim VfL Bochum, 1:0 gegen das Spitzenteam Eintracht Braunschweig: So kann es weiter gehen. MSV-Torschütze Exslager verkörpert die neue Körpersprache der Duisburger – im wahrsten Sinne des Wortes.

Duisburg. 

Seit Maurice Exslager angekündigt hatte, der Trainer habe ein gutes Händchen, wenn er ihn ganz vorne spielen lassen würde, läuft es für den Stürmer des MSV Duisburg. Erst das Tor beim 2:2 in Bochum, nun der 1:0-Siegtreffer über Aufstiegsaspirant Eintracht Braunschweig. Diesmal jedoch ohne Ankündigung: „Es kann ja nicht in jeder Woche klappen. Deshalb habe ich mich diesmal lieber etwas zurückgehalten“, schmunzelte Exe. Nach dem Spiel war es mit der Zurückhaltung beim „Hooligan“ aber vorbei. Mit freiem Oberkörper stand der 22-Jährige vor der Tribüne und erinnerte mit seinen Muskelposen an einen italienischen Stürmerstar. „Der weiße Balotelli“, nannte sich Exslager danach spaßeshalber selbst.

MSV-Torschütze Exslager wollte den Ball „einfach mal drauf knallen“

Dabei sei die Aktion nicht von ihm ausgegangen. Und auch nicht vom Trainer, schob Exe nach: „Wenn der mich dabei gesehen hätte, hätte ich direkt zehn Euro in die Mannschaftskasse zahlen müssen.“ Jedenfalls war es auch ein Zeichen des nicht nur beim Stürmer gestiegenen Selbstvertrauens. „Wir haben gezeigt, was wir drauf haben, dass wir auch die großen schlagen können.“

Da die Zebras am Dienstagmorgen schon wieder zum Regenerationstraining erscheinen mussten, war es das dann aber auch mit der Feierei. „Dazu ist zu wenig Zeit. Ansonsten würde ich vielleicht noch ein bisschen am Rad drehen“, lachte Exslager. Denn dass ihm auch ohne vorheriges verbales Vorpreschen der sehenswerte Distanzschuss gelang, der zum ersten Sieg der Zebras im neuen Jahr führte, stimmte den Angreifer noch glücklicher: „Mit meinem Spiel in der ersten Halbzeit war ich nicht so zufrieden, weil meine Aktionen oft zu hektisch waren. Danach habe ich mir gedacht, knall den Ball einfach mal drauf“, setzte Exe auch den Rat von Sturmpartner Ranisav Jovanovic um. „Ich habe ihm gesagt, dass er einen super linken Fuß hat, und es ruhig öfter mal probieren soll“, so Rani.

MSV zeigte gegen Braunschweig die „defensiv stärkste Saisonleistung“

Das funktionierte. „Es ist umso schöner, dass sich so ein wichtiges Tor gegen einen starken Gegner gemacht habe. Ich ärgere mich etwas, dass ich nicht noch das 2:0 gemacht habe, dann wäre es etwas ruhiger geworden“, haderte Exslager mit der verpatztem Chance in der 75. Minute. „So war es bis zum Schluss eng. Aber wir haben die gesamte Zeit unser Spiel durchgezogen und Braunschweig nicht spielen lassen.“

Zur – wie es auch Kapitän Goran Sukalo meinte – „defensiv stärksten Saisonleistung“ steuerte ein weiterer Youngster einen großen Teil bei. Mit 80 Prozent gewonnener Zweikämpfe stellte Dustin Bomheuer den Spitzenwert des Abends. Die genaue Prozentzahl kannte der 21-Jährige zwar nicht, „gefühlt kommt das aber hin“, gab sich der Innenverteidiger selbstbewusst.

Zum ersten Mal in dieser Saison gelang Braunschweig kein Tor

In der ersten halben Stunde mussten Felix Wiedwald und Daniel Brosinski zweimal für ihn löschen. Zunehmend kam Bomheuer besser ins Spiel und gewährte Domi Kumbela – mit 14 Toren und drei Assists zweitbester Scorer der Liga – keine Gelegenheiten mehr. Zum ersten Mal in dieser Saison gelang den Löwen kein Treffer. „Wir haben als Kollektiv gefightet und uns richtig in das Spiel reingebissen“, lobte Bomheuer den Teamgeist. Bei sich selbst sieht er noch Steigerungsbedarf: „Ich hatte erst ein paar Spiele und bin noch in der Entwicklungsphase. Da ist noch viel Luft nach oben.“