Ex-Zebra Kienle freut sich auf die Rückkehr zum MSV Duisburg

Marc Kienle spielte in seiner Profikarriere auch für den MSV Duisburg, wurde 1992 mit dem VfB Stuttgart Deutscher Fußballmeister.
Marc Kienle spielte in seiner Profikarriere auch für den MSV Duisburg, wurde 1992 mit dem VfB Stuttgart Deutscher Fußballmeister.
Foto: imago/Jan Huebner
Marc Kienle stand insgesamt fünf Jahre für die Zebras unter Vertrag, arbeitete nach seiner aktiven Karriere zunächst im Jugendbereich des VfB Stuttgart und des FC Bayern. Nun kommt er als Trainer des SV Wehen Wiesbaden nach Duisburg zurück. Die Sportredaktion unterhielt sich mit Marc Kienle.

Wiesbaden. Der MSV Duisburg war für Marc Kienle (41) eine besondere Station. Von 1995 bis 1998 und in den Spielzeiten von 2001 bis 2003 stand der Defensivspieler bei den Zebras unter Vertrag. Am Samstag (14 Uhr) kommt Kienle als Trainer des Duisburger Drittliga-Konkurrenten SV Wehen Wiesbaden zurück an die Wedau. „Ich freue mich auf das Spiel, auch wenn bis auf Zeugwart Manfred Piwonski nicht mehr viele Leute von früher da sind. Für mich ist es eine Premiere in der Schauinslandreisen-Arena. Im neuen Stadion war ich noch nie“, sagt Kienle. Die Sportredaktion sprach mit dem Deutschen Meister von 1992.

Sportredaktion: Marc Kienle, der SV Wehen Wiesbaden ist Ihre erste Station im Seniorenbereich. Ist der Stellenwert deswegen besonders hoch?

Marc Kienle: Ich bin bei jeder Station mit großer Überzeugung dabei. Ich war vorher bei der U 19 des FC Bayern München und Sportlicher Leiter im Jugendbereich des VfB Stuttgart. Einen Unterschied, ob du vor 50 Leuten oder vor 10 000 Fans spielst, mache ich nicht. Nur das öffentliche Interesse ist eben anders.

In Ihrer Spielerlaufbahn haben Sie mit Christoph Daum und Ralf Rangnick in Stuttgart oder Jogi Löw beim Karlsruher SC facettenreiche Trainertypen erlebt. Hat Sie das geprägt?

Kienle: Ich konnte mir bei jedem Trainer etwas abgucken. Wenn man so lange im Profibereich dabei ist, erlebt man natürlich eine größere Anzahl an Trainern.

Daum galt als Topmotivator und ließ seine Spieler auch mal über glühende Kohlen laufen . . .

Kienle: Solche psychologischen Effekte wie heiße Kohlen verpuffen irgendwann.

Haben Sie einen Traumjob?

Kienle: Trainer zu sein, ist etwas Schönes. Mich fasziniert der Beruf. Ja, es ist schon ein Traumjob, aber du kannst nie ganz abschalten. Entweder guckst du nach dem nächsten Gegner oder überlegst dir etwas beim Kader.

Wie schalten Sie ab?

Kienle: Meine Frau und ich betreiben die Alte Mühle. Das ist eine kleine Pension in der Nähe von Stuttgart. Da vermieten wir Zimmer und haben uns ein zweites Standbein aufgebaut. Da ist es landschaftlich schön und sehr ruhig. Unsere Töchter gehen im Nachbarort zur Schule.

In der MSV-Arena wird es Samstag eher weniger ruhig zugehen. Was erwarten Sie vom Spiel?

Kienle: Es wird eine offene und interessante Partie. Die Atmosphäre ist in Duisburg immer gut. Dem MSV geht es im Grunde so wie uns und Rostock. Wir sind alle nicht ganz so stabil wie Heidenheim oder Leipzig. Rückschläge gehören irgendwie dazu und sind ein Spiegelbild der Liga.

MSV-Trainer Karsten Baumann ist am Freitag im Rahmen unserer Telefonaktion Redaktionsgast, um Fragen der Fans zu beantworten. Haben Sie im Vorfeld schon eine Frage für ihn?

Kienle: Nein, eher einen Wunsch: Er soll seine Jungs gegen uns etwas zurückhaltend spielen lassen. Aber das wird er wohl nicht erfüllen.

 
 

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