Duisburgs Janjic will die Saison mit dem Aufstieg vergolden

Zlatko Janjic, hier gegen Erfurts Kevin Möhwald, steht mit dem MSV Duisburg vor dem ganz großen Wurf. Durch einen Sieg über Holstein Kiel wäre die Zweitliga-Rückkehr perfekt.
Zlatko Janjic, hier gegen Erfurts Kevin Möhwald, steht mit dem MSV Duisburg vor dem ganz großen Wurf. Durch einen Sieg über Holstein Kiel wäre die Zweitliga-Rückkehr perfekt.
Foto: Bongarts/Getty Images
Duisburgs Offensivspieler hat sich aus Aberglauben seit März nicht mehr rasiert. Das Spiel gegen Kiel soll beflügeln, nicht belasten. „Wir können die Saison vergolden“, so Zlatko Janjic.

Duisburg.. Duisburgs Präsident Ingo Wald wählt seine Worte für gewöhnlich mit Bedacht. Bei der Einschätzung von Zebra-Mittelfeldantreiber Martin Dausch klingt Wald geradezu euphorisch: „Dausch ist für uns ein Glücksgriff. Ihn in der Winterpause zu holen, das war ein genialer Schachzug von unserem Manager Ivica Grlic.“

Bisher hat „Dauschi“ bei den Zebras alle Erwartungen mehr als erfüllt. Zuletzt beim 2:0-Sieg in Erfurt wirkte der 29-Jährige nach einer stressigen Woche und der Geburt seines zweiten Kindes logischerweise etwas platt, bereitete aber trotzdem den zweiten Treffer vor. Mit dem Wechsel nach Duisburg hat der spielintelligente Blondschopf alles richtig gemacht.

„Es ist schön, wenn man solche Worte vom Präsidenten hört“, freut er sich über das Lob aus berufenem Munde, „insgesamt fühle ich mich sehr wohl in Duisburg. Die Mannschaft ist super, es macht Spaß mit den Jungs, unsere Fans sind Weltklasse. Man spürt, dass hier wirklich alle hinter einem stehen.“

Auch aus dem Kollegenkreis gibt es warme Worte für den neuen Impulsgeber. Torjäger Zlatko Janjic: „Durch die Verpflichtung von Martin Dausch sind wir unberechenbarer geworden. Es war richtig und wichtig, ihn von Union Berlin nach Duisburg zu holen. Dadurch, dass Kingsley Onuegbu, Martin und ich Tore erzielen, ist es für die Gegner schwierig, uns unter Kontrolle zu bringen. Wenn der eine nicht trifft, dann eben der andere.“

Wer den entscheidenden Stich am Samstag gegen Holstein Kiel setzt, ist „Jani“ relativ egal. Das Duisburger Schlitzohr weiß, worauf es ankommt. „Ich habe mit Arminia Bielefeld mal eine Situation erlebt, in der wir ein Spiel gegen Hannover 96 unbedingt gewinnen mussten, um noch Chancen auf den Klassenerhalt zu haben. Wir haben es damals verloren. Das ist dann wirklicher Druck, wenn es um Existenzen geht. Die Situation, die wir jetzt mit dem MSV vorfinden, muss bei uns allen die pure Freude auslösen.“ Der Routinier ergänzt: „Wenn du etwas Positives erreichen kannst, dann beflügelt das zusätzlich. Genau das müssen wir ins Spiel transportieren.“

Großes Taktieren ist für Zlatko Janjic beim Topduell der völlig verkehrte Ansatz. „Wir sind zuhause ungeschlagen und gehen in jede Partie, um sie zu gewinnen. Genauso machen wir es am Samstag. Wenn wir die 90 Minuten gegen Kiel so anpacken wie die letzten Wochen, dann kann es für uns nur positiv ausgehen. Mit einem Sieg können wir die ganze Arbeit einer gesamten Saison vergolden.“

„Jani“ demonstriert Selbstvertrauen pur. Dabei ist der Respekt vor den Ostseestädtern durchaus vorhanden. „Die Kieler“, sagt Duisburgs Goalgetter, „erinnern mich ein bisschen an Darmstadt 98. Da sticht kein Spieler großartig heraus. Das gesamte Kollektiv läuft und kämpft gemeinsam. Und genau das bringt den Erfolg.“ Trotz allem geht „Jani“ davon aus, dass die Zebras den einen Tick mehr in die Waagschale feuern können. „Wenn es eine Partie auf Augenhöhe ist, dann kann die Qualität den Unterschied ausmachen. Wir haben hier sehr gut gearbeitet. Das wollen wir zeigen.“

Wenn es für die Zebras nach Wunsch läuft, bleibt der Vollbart von Zlatko Janjic dran. Seit Anfang März, als der MSV 2:4 bei den Stuttgarter Kickers verlor, lässt es „Jani“ im Gesicht aus Aberglauben sprießen. „Meinen Eltern“, lacht er, „würden sich freuen, wenn ich den Bart abnehme. Aber ich lasse ihn dran.“ Duisburgs „bär(t)ige“ Serie soll auch gegen Kiel halten...

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