Duisburgs Fromlowitz bietet Parallelen zu Diva Diego

Thomas Tartemann
Zog an Florian Fromlowitz vorbei: Talent Felix Wiedwald (Foto: imago)
Zog an Florian Fromlowitz vorbei: Talent Felix Wiedwald (Foto: imago)
Foto: imago sportfotodienst
Fall Fromlowitz schlug bundesweit hohe Wellen. Entschuldigung, Geldstrafe und Abmahnung

Duisburg. Der Alleingang von Florian Fromlowitz, der dem MSV Duisburg vor dem wichtigen Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig (3:0) am Freitag den Rücken kehrte und sich weigerte, auf der Bank Platz zu nehmen oder überhaupt in die Schauinslandreisen-Arena zu kommen, sorgte für bundesweite Schlagzeilen.

Einen ähnlichen Fall gab es im Mai 2011. Seinerzeit beförderte sich Wolfsburgs Spielmacher Diego selbst auf das Abstellgleis, als er vor dem richtungsweisenden Bundesligaspiel bei der TSG Hoffenheim (3:1) aus der Teamsitzung verschwand und dem Stadion fern blieb.

VfL-Trainer Felix Magath hatte seine eigenbrötlerische Diva aus der Startelf gestrichen, worauf Diego zutiefst beleidigt war. Das Ende vom Lied: Geldstrafe, Theater, Trennung. Wolfsburg verscherbelte den 26-Jährigen zu Atletico Madrid nach Spanien.

Ein Verkauf von Florian Fromlowitz ist bei den Zebras noch kein Thema, allerdings scheint ein vorzeitiges Vertragsende auch nicht ausgeschlossen. Der aus Hannover verpflichtete Schlussmann besitzt an der Wedau einen Vertrag bis zum 30. Juni 2013, galt trotz schwacher Hinrunde des MSV lange als bester Neuzugang. Doch dann kamen Patzer, die Punkte kosteten. Der Pokal-K.o. in Kiel wurde durch Fromlowitz’ Latten-Fauxpas entscheidend mit eingeleitet.

Trainer Oliver Reck beschrieb die Tiefpunkte als „Phasen, die jeder Keeper einmal durchläuft“. Parallel zur absackenden Formkurve von Fromlowitz registrierte Reck die Trainings-Ausrufezeichen des ehrgeizigen Felix Wiedwald (21). „Das musste ich belohnen und damit auch ein Zeichen an die Mannschaft senden, dass es sich lohnt, entsprechend Gas zu geben“, erklärt Reck, „andernfalls wirst du als Trainer irgendwann unglaubwürdig.“

„Es war einFehler“

Reck hatte Wiedwald aus dem „Bauch heraus“ den Vorzug gegeben und sah sich durch die gelungene Debüt-Vorstellung bestätigt. Beim 3:0 über die Braunschweiger präsentierte sich Wiedwald in mehreren Szenen reaktionsstark, löschte eine brenzlige Situation, die der sorglose Markus Bollmann heraufbeschworen hatte. Als Schwachpunkt fiel das Vorbeisegeln an einer Flanke auf, was aber nicht ins Gewicht fiel. Wiedwald empfahl sich für weitere Auftritte und wird auch Freitag (18 Uhr) bei Erzgebirge Aue im MSV-Kasten stehen.

„Wenn es schief gegangen wäre, hätte ich auch zu der Maßnahme gestanden“, so Reck. Und Florian Fromlowitz? Der ehemalige U-21-Nationalspieler akzeptierte die 10.000-Euro-Geldstrafe nebst Abmahnung, zeigte sich einsichtig: „Ich bedauere meine Reaktion. Es war ein Fehler.“ Zu seiner Enttäuschung über die Streichung aus der Startelf kamen offenbare private Sorgen, die einen Kurzschluss auslösten. „Wir werden als Team mit Flo reden und ihm sagen, dass es so nicht geht. Er ist ein guter Kerl. Wir sitzen in einem Boot“, stellt Leitwolf Goran Sukalo fest. Manager Ivica Grlic: „Extratouren können wir nicht akzeptieren. Wir nehmen Flos Entschuldigung an.“ Ob Fromlowitz aber nochmal an Wiedwald vorbeiziehen kann, scheint sehr fraglich.