Duisburg

Duisburgs 1:3 in Nürnberg – eine Panne, die passieren kann

18.02.2018, Bayern, Nürnberg: Fußball: 2. Bundesliga, 23. Spieltag, 1. FC Nürnberg - MSV Duisburg. Die Duisburger Spieler reagieren auf das 3:1 durch Nürnberg. Nürnberg besiegte Duisburg mit 3:1. Foto: Nicolas Armer/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Aufgrund der Akkreditierungsbestimmungen der DFL ist die Publikation und Weiterverwertung im Internet und in Online-Medien während des Spiels auf insgesamt fünfzehn Bilder pro Spiel begrenzt. +++ dpa-Bildfunk +++
18.02.2018, Bayern, Nürnberg: Fußball: 2. Bundesliga, 23. Spieltag, 1. FC Nürnberg - MSV Duisburg. Die Duisburger Spieler reagieren auf das 3:1 durch Nürnberg. Nürnberg besiegte Duisburg mit 3:1. Foto: Nicolas Armer/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Aufgrund der Akkreditierungsbestimmungen der DFL ist die Publikation und Weiterverwertung im Internet und in Online-Medien während des Spiels auf insgesamt fünfzehn Bilder pro Spiel begrenzt. +++ dpa-Bildfunk +++
Foto: Nicolas Armer/dpa

Duisburg. Die Niederlage der Zebras beim neuen Spitzenreiter aus Nürnberg war kein Beinbruch. Schnell hatten sich Spieler und Trainer Ilia Gruev darauf verständigt. Man war einer Mannschaft mit Ambitionen und Können 1:3 erlegen. Sowas kann vorkommen. Die Enttäuschung machte sich weniger an der Niederlage selbst fest. Auch wenn der MSV Duisburg es einmal mehr verpasste, mit Holstein Kiel auf Rang drei der 2. Fußball-Bundesliga nach Punkten gleichzuziehen.

Was alle beschäftigte: Eigentlich hatten die Zebras in Nürnberg keineswegs enttäuscht. Die Formation spielte – trotz eines frühen 0:2-Rückstands – kontrolliert weiter. Der MSV hielt die Ordnung und war über lange Phasen mehr als nur gleichwertig. Da war mehr drin als das Lob von Nürnbergs Trainer Michael Köllner: „Der MSV ist ein brutal guter Aufsteiger.“

Gruev machte sein Fazit an der Statistik fest. Der MSV hatte mehr Ballbesitz (57 Prozent) als der Club, gewann mehr Zweikämpfe (56 Prozent) und wies auch mehr Torschüsse (15:10) auf. „Nur“ nach Punkten und Toren neigte sich die Waagschale zur falschen Seite. Kapitän Kevin Wolze sprach von zu großer Hast beim Abschluss. Sonst wäre mehr drin gewesen. Der Kapitän sagte klar über den neuen Spitzenreiter: „Sie können sich glücklich schätzen, dass sie gewonnen haben.“ Ilia Gruev befand: „Wir haben uns gut verkauft.“ Stolz war er auf seine Mannschaft, dass sie nach dem 0:2 nicht eingebrochen sei.

Mit anderen Worten: So eine Panne kommt vor. Nach sieben Spielen ohne Niederlage war der MSV irgendwie fällig. Dass es ersatzgeschwächt auf zwei wichtigen Abwehrpositionen und mit einem nicht voll fitten Ahmet Engin bei einem Aufstiegskandidaten mit dem besten Angriff der Liga und aufgrund von Schwächen beim eigenen Abschluss passierte, zeigt auch: Es muss in diesem Jahr schon ganz schön viel zusammenkommen, damit der MSV verliert. Wolze schaute also schnell voraus: „Jetzt kommt Ingolstadt und da wollen wir es wieder gut machen und näher an die 40 Punkte kommen.“

Der Kapitän ist dann freilich nicht dabei. Wolze sah in der 35. Minute die fünfte gelbe Karte. Gruev muss also erneut an der Viererkette zerren. In Nürnberg rechts und in der Mitte, weil Enis Hajri (gelbgesperrt) und Dustin Bomheuer (krank) ausfielen. Jetzt gegen Ingolstadt ist für links hinten nach Ersatz zu suchen. Nico Klotz hatte sich trotz seiner Panne, die zum Elfmeter führte, später gut in die Partie gearbeitet. Nach dem verursachten Strafstoß sei er bis auf ein oder zwei Kleinigkeiten ganz mit sich zufrieden gewesen. Dan-Patrick Poggenberg bekam in den Schlusssekunden ein bisschen Rasenlaufzeit. Unter Spielpraxis darf man das nicht führen. Unter Vertrauensbeweis durchaus.

MSV steht nicht mehr so souverän in der Abwehr

Das Fetten der letzten Kette kommt zur Unzeit: weil gerade die Gegner alle sehr stark sind. Vor allem aber, weil die Gegentorquote beim MSV steigt: Zwei Treffer gab es in Pauli, drei daheim gegen Heidenheim, zwei gegen Bielefeld und drei in Nürnberg. Immerhin, gegen Bochum stand die Null und in Darmstadt gab es nur ein Tor. Zudem hat jedes Spiel seine Geschichte. In Hamburg fehlte Nauber nach der Pause. In Nürnberg waren Hajri und Bomheuer nicht da.

Trotzdem: Der Trend deutet an, dass der MSV nicht mehr ganz so souverän in der Abwehr steht. Die Stirn legt sich freilich nur deshalb sanft in Falten, weil für den MSV in dieser Saison eben mehr geht, als 40 Punkte einzusammeln. Nach den Spielen gegen Ingolstadt, Kiel und Düsseldorf weiß man, wie viel mehr geht.

Trainer Gruev klammert sich aus gutem Grund an diesem Markstein. Denn Kollege Köllner schrieb den Erfolg der Zebras auch und gerade der Ruhe zu, mit der Gruev seine Arbeit macht und machen kann. Das Träumen überlässt der Coach den Fans. Nicht die schlechteste Arbeitsteilung.

 

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