Die lange Gesundung des MSV Duisburg

Das ist der MSV-Vorstand für die nächsten vier Jahre: (von links) Udo Kirmse, Robert Philipps, Vereinschef Ingo Wald, Udo Steinke und Bernard Dietz.
Das ist der MSV-Vorstand für die nächsten vier Jahre: (von links) Udo Kirmse, Robert Philipps, Vereinschef Ingo Wald, Udo Steinke und Bernard Dietz.
Foto: MSV Duisburg
Der MSV Duisburg kehrt anderthalb Jahre nach dem Lizenzentzug weiterhin Scherben auf, richtet den Blick aber auch in die Zukunft.

Duisburg.. Theater am Marientor, Rückblende, Frühjahr 2013, Mitgliederversammlung MSV Duisburg: Der damalige Geschäftsführer des MSV Duisburg, Roland Kentsch, ließ zu vorgerückter Stunde dieses hässliche Wort fallen: Insolvenz. Die Insolvenz blieb dem MSV zwar erspart, doch dafür ereilte den Klub seitdem nahezu jede Plage, die sich ein Fußballfan in seinen schlimmsten Alpträumen für seinen Verein nicht ausmalen möchte.

Am Dienstag tagte der MSV erneut im TaM. Roland Kentsch war zwar nicht da, aber allgegenwärtig. Weil der MSV noch immer die Scherben aufkehrt aus der Zeit als Kentsch in Amt und Würden war. Die Aufarbeitung ist noch lange nicht vorbei, soll aber spätestens im Herbst zumindest einen juristischen Abschluss vor Gericht finden.

Den Verein befriedet

Kurz vor der Versammlung hatte der MSV bekannt gegeben, dass er den Anwalt für die Auseinandersetzung mit Kentsch gewechselt hat. Es bedarf keiner großen Fantasie zu erschließen, warum nun ein anderer Mann im Gerichtssaal auf der MSV-Bank den Talar tragen wird.

Ein Sieg gegen Kentsch würde dem MSV einen Geldsegen bescheren, eine Niederlage zumindest keinen neuen Schaden anrichten. Schon längst ist der MSV auf andere Dinge fokussiert. Die Gesundung des Klubs, die noch lange nicht abgeschlossen ist. Aber immerhin: Es gibt den MSV noch. Präsident Ingo Wald bezeichnete dies am Dienstag als „ein Wunder“. Ohnehin gilt Wald als der größte Hoffnungsträger seit Lizenzentzug und Vereinskollaps im Sommer 2013. Wald hat den Verein weitgehend befriedet. Keine Grabenkämpfe, keine Eitelkeiten, die Gremien arbeiten miteinander und nicht mehr gegeneinander.

Walds Stärke ist zudem der realistische Blick auf die Dinge. Er machte den Mitgliedern unmissverständlich deutlich, dass der Weg zum Ziel noch sehr lang ist und weitere Opfer fordern kann. Der MSV musste in den letzten zwei Jahren bluten. Mitarbeiter mussten gehen oder Gehaltseinbußen hinnehmen – Mehrarbeit inklusive. Das Zahlenwerk, das Geschäftsführer Bernd Maas am Dienstag präsentierte, machte deutlich, welchen großen Anteil die Fans daran haben, dass der MSV noch existiert. Tickets und Merchandising-Artikel sind so gefragt wie lange nicht mehr.

Auf die Fußballer kommt es an

Dennoch: Der Rotstift liegt weiter auf dem Schreibtisch und nicht in der Schublade. Am Ende wird es auf die Ergebnisse ankommen, die die Fußballer abliefern. Ohne dass jemand am Dienstag den Jungs von Trainer Gino Lettieri deutlich sagte, dass sie aufsteigen müssen, werden sie wissen, wenn sie gut zugehört haben, welche Verantwortung sie in den nächsten Wochen tragen.

Bei den Wahlen zum Verwaltungsrat setzten sich Peter Dahmen und Friedhelm Kopka gegen Dieter Düster durch.

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