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Der neue MSV-Verteidiger Adli Lachheb ist ein Kämpfertyp

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Foto: WAZ FotoPool
Adli Lachheb kam von Erzgebirge Aue zum MSV Duisburg. Nun will sich der Tunesier dort einen Platz in der Startelf erkämpfen. Lachheb muss sich beim MSV von der Spielweise etwas umstellen. Die Zebras wollen schneller spielen, mit präzisem Flachpassspiel rasch umschalten.

Bad Wörishofen. 

MSV-Neuzugang Adli Lachheb muss im Garten des Parkhotels Residence, wo die Zebras während des Trainingslagers in Bad Wörishofen untergebracht sind, den Kopf einziehen. Anders passt Lachheb unter den Zweigen eines imposanten Baumes nicht hindurch.

„Wenn ich nicht Fußballer geworden wäre, dann hätte ich es mit Basketball versucht“, zwinkert der 1,94 Meter große Verteidiger, der die Sportart als Schulkind ausübte, dann aber das Lager wechselte. Der gebürtige Monastirer kam 2007 aus Tunesien nach Deutschland und spielte bei den Offenbacher Kickers. Zunächst ohne Deutschkenntnisse. „Für mich war das eine neue Welt. Ich brauchte zwangsläufig Zeit zum Eingewöhnen und habe in der Kabine viel mitbekommen, aber auch selbst viel getan, um die Sprache zu lernen.“ Lachheb schrieb sich an der Uni Darmstadt ein. „Vormittags habe ich gelernt, nachmittags trainiert. So konnte ich binnen acht Monaten Deutsch“, sagt Lachheb.

Wiedersehen mit dem Halleschen FC

Über Offenbach ging es weiter zum Halleschen FC, auf den Lachheb mit seinem neuen Verein Duisburg in der ersten DFB-Pokal-Hauptrunde trifft. „Da spielen noch einige Jungs, die ich von früher kenne. Halle hat ein neues Stadion. Ich freue mich auf das Duell“, sagt der Kopfballspezialist. Beim FC Erzgebirge Aue spielte Lachheb zwei Jahre (55 Einsätze, zwei Tore). „Duisburg ist für mich der nächste Schritt. Der MSV ist vom ganzen Drumherum eine Stufe höher und professioneller. Das ist hier schon ein anderer Bereich.“ Auch ein Unterschied: Mit Aue wurde die Sommervorbereitung in einer nahe gelegenen Sportschule absolviert, mit dem MSV ging’s erst nach Borkum und jetzt ins Allgäu. „Meine ersten Eindrücke sind sehr positiv“, sagt Adli Lachheb über seine neuen Teamkollegen, „die Jungs sind gut, es macht Riesenspaß. Das läuft alles harmonisch ab.“

Der verhinderte A-Nationalspieler (seine bisher einzige Berufung für Tunesien kam wegen politischer Unruhen nicht zustande, da das Spiel abgesagt werden musste) weiß: „Mit der Zeit wird die Konkurrenz auf den verschiedenen Positionen kommen. Das ist logisch. Wir haben 25 Männer im Team und alle wollen etwas erreichen.“ Dass dabei die Disziplinlinie eingehalten werden muss, ist Lachheb bewusst: „Wir haben einen Spielführer, der die Richtung angibt und müssen uns unterordnen. In der Mannschaft gibt es eine gute Struktur. Wir haben junge Leute dabei und einige erfahrene, die den Weg zeigen.“

Wohnungssuche steht an

Lachheb muss sich beim MSV von der Spielweise etwas umstellen. Die Zebras wollen schneller spielen, mit präzisem Flachpassspiel rasch umschalten. „Adli nimmt die Dinge, die wir ihm vermitteln, gut an“, hat Coach Oliver Reck festgestellt, weiß aber auch, dass sein Neuzugang kein Toptechniker ist. „Ich versuche, mich schnell anzupassen und fußballerisch besser zu werden. Grundsätzlich bin ich ein Kämpfertyp und keiner, der zurückzieht. Als Innenverteidiger brauchst du solche Tugenden, um deine Gegner auszuschalten.“

Nach der Rückkehr aus Bad Wörishofen wird sich Adli Lachheb um die Wohnungssuche kümmern. Noch wohnt der Abwehrriese im Hotel. Die Bezeichnung „Frauenschwarm“, die ihm der Boulevard angedichtet hat, hört der Single nicht so gerne. „So sehe ich mich nicht. Ich bin eher der ruhige Typ.“ Oder noch besser: Der Gerechte. So lässt sich nämlich der Vorname Adli ins Deutsche übersetzen. Und was bedeutet der Nachname Lachheb? Der Hüne lacht: „Das ist der Name einer arabischen Pferderasse.“ Adli Lachheb, das gerechte Pferd bei den Zebras. Es gibt Kombinationen, die weniger gut passen.