Der MSV und alle seine Amateure

Frank Lamers
Sportlich geht es rapide bergab mit dem MSV Duisburg in dieser Saison. Standen die Zebras letztes Jahr noch im Pokalfinale, geht es dieses Jahr gegen den Abstieg in Liga zwei. Fraglich, ob es mit dem Rauswurf von Trainer Milan Sasic besser wird.

Duisburg. Rein sportlich haben sich die Zebras bei den Störchen präsentiert wie Frösche, wie Häppchen für die Stärkeren in der Fußball-Nahrungskette. Der rein sportliche Untergang des zumindest vor Saisonbeginn noch nach oben orientierten Zweitligisten MSV Duisburg beim Viertligisten Holstein Kiel war allerdings nur das letzte Zeichen dafür, dass der Revierklub in dieser Saison mehr fürchten muss als das Ausscheiden aus dem finanziell so lukrativen Pokal.

Für den MSV geht es nur ums Überleben

Beim MSV geht es darum, das Überleben in der zweiten Liga zu sichern. Dass auf der Führungsetage der Glaube daran nicht mehr vorhanden ist, dass dies noch mit Trainer Milan Sasic zu bewerkstelligen wäre, lässt sich natürlich nachvollziehen. Es ging einfach zu weit die Rolltreppe hinunter nach dem furiosen Einzug ins Cupfinale 2010. Schon die Umstände der bereits vollzogenen und (Stand der Dinge: Donnerstagabend) doch noch immer nicht kommunizierten Trennung vom Trainer weisen aber darauf hin, dass Duisburg zahlreiche Probleme hat und nicht nur einen Sasic zu viel im Teich.

Auch neuer Trainer wird es schwer haben

Wenn zum Beispiel der Vorstandsvorsitzende ohne Abstimmung mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden nach einem Spiel, das die Emotionen gerade gründlich durchgerüttelt hat, vor Pressevertretern mal eben schnell das Trainerfass öffnet, dann entspricht das exakt der Mannschaftsleistung. Wer also immer neuer MSV-Trainer werden sollte: Er wird es mit Amateuren zu tun haben.