Der MSV schlägt Aachen mit 3:2

Dirk Retzlaff und Sven Kowalski und Thomas Tartemann
Der MSV Duisburg feiert gegen Alemannia Aachen einen glücklichen 3:2-Sieg. Mann des Tages war Goran Sukalo, der erst einen Elfmeter verschoss und dann das entscheidende Tor machte.

Duisburg. Die Szenen nach dem Schlusspfiff des Zweitligaspiels zwischen dem MSV Duisburg und Alemannia Aachen besaßen Seltenheitswert. Die beiden verletzten Zebra-Kicker Julian Koch und Stefan Maierhofer tanzten auf ihren Krücken ausgelassen vor der begeisterten Fankurve, um mit den Anhängern den 3:2 (1:1)-Erfolg zu feiern.

Dabei hatte die Partie aus Duisburger Sicht zunächst mit einem herben Dämpfer begonnen. Nach einem Foul von Aachens Verteidiger Timo Achenbach an Duisburgs Wirbelwind Sefa Yilmaz entschied Schiedsrichter Christian Schößling (Leipzig) auf Strafstoß. Da der vorgesehene Schütze Maierhofer wegen seines Fußbruchs nicht zur Verfügung stand, schnappte sich Goran Sukalo den Ball - und scheiterte an Aachens Schlussmann David Hohs (7.).

In einer zerfahrenen und umkämpften ersten Halbzeit schaffte der MSV dann doch noch die Führung. Auf Vorlage von Daniel Reiche und Maurice Exslager erzielte Kapitän Srdjan Baljak das 1:0 (40.) durch die Beine von Hohs. Nach bösem Aussetzer von Reiche gelang den Alemannen allerdings mit dem Pausenpfiff der Ausgleich durch Zoltan Stieber.

Nach dem Wechsel erwischte Aachen den besseren Start. Daniel Reiche, der den Vorzug vor dem im Pokalfinale gegen Schalke gesperrten Bruno Soares in der Innenverteidigung erhielt, sah beim Kopfballtreffer von Benny Auer zum 1:2 nicht besonders gut aus (50.). Nach einer feinen Einzelleistung von Jürgen Säumel, der einen Angriff aus der eigenen Abwehr einleitete und Gäste-Keeper Hohs mit einem Flachschuss zu einer Abwehr zwang, nutzte Talent Maurice Exslager den abprallenden Ball zum 2:2-Ausgleich (62.). „Jürgen hat noch nie auf der linken Verteidiger-Position gespielt. Das war Ösi-Power pur“, lobte Maierhofer seinen Landsmann.

Da Alemannia-Verteidiger Achenbach kräftig mithalf, konnte Goran Sukalo den Fehler des verschossenen Elfmeters wieder gutmachen und mit dem 3:2 (85.) die Weichen auf Sieg stellen. „Ich freue mich sehr. Der Erfolg war das Ergebnis von Fitness, Moral und Qualität“, bilanzierte Duisburgs Coach Milan Sasic.

Sein Gegenüber Peter Hyballa hatte wegen der späten Pleite dagegen einen ziemlichen Hals. „Ich habe nach dem Spiel erst einmal die Kabinentür fest zugeschlagen, um mich zu sammeln. Nach ein paar Minuten ging es wieder.“ Danach stellte Aachens Trainer fest: „Der MSV hat verdient gewonnen. Wenn wir mitspielen, dann gibt es immer ein Spektakel. Das ist nicht gut für meine Herzkammer, aber ich bin ja der jüngste Trainer der Liga.“ Milan Sasic nahm den Ball von Hyballa gewohnt humorvoll auf. „Jetzt müssen wir erstmal gucken, wie die Tür aussieht“, zwinkerte der Kroate.