Der MSV Duisburg verteidigt bei Union Berlin eisern

Der MSV sichert sich mit einer erfolgreichen Defensivtaktik bei Union Berlin einen Punkt. Trainer Gruev sieht den Negativtrend gestoppt.

Berlin.  0:0 bei Union Berlin, die Talfahrt vorerst gestoppt – da konnte sich Ivica Grlic, Sportdirektor des Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg, ein Stück weit mehr auf die nächste Saison freuen. Der Manager schaute in den Katakomben der Alten Försterei auf sein Mobiltelefon und freute sich. „Unser neuer Stürmer hat getroffen“, stellte Grlic fest, dass der künftige MSV-Angreifer John Verhoek für den 1. FC Heidenheim in Nürnberg erfolgreich war.

In diesem Moment wusste Grlic noch gar nicht, dass Verhoek ein Traumtor aus 40 Metern – und das trotz einer Oberschenkelverletzung – erzielt hatte und in einigen Medien in einem Atemzug mit Zlatan Ibrahimovic genannt wurde. Der Niederländer unterschrieb beim MSV einen Drei-Jahres-Vertrag, der nicht für die 3. Liga gilt. Mit dem Remis in Köpenick kamen die Zebras dem Saisonziel am Samstag ein kleines Stück näher.

Schwere Kost für die Zuschauer

Das Spiel war für die Zuschauer harte, schwer verdauliche Kost. Sie sahen zwei verunsicherte Mannschaften, die vorrangig das eine Ziel im Sinn hatten: bloß nicht verlieren. Mit zunehmender Spieldauer sank auf beiden Seiten die Bereitschaft zum Risiko. Die Duisburger dürften mit der Nullnummer aber besser leben können als die Berliner.

MSV-Trainer Ilia Gruev war am Ende erleichtert: „Für uns war es enorm wichtig, den Negativtrend zu stoppen.“ Der MSV sicherte sich den Punkt, den er so dringend benötigte, um die Nerven zu beruhigen. Auf ähnlich schmucklose Art und Weise war es den Zebras schon in der Hinrunde beim 0:0 gegen Eintracht Braunschweig gelungen, eine Wende zum Guten einzuleiten. Der Zweck heiligte das Mittel. „Es ging nicht um Schönheitspreise“, stellte MSV-Torwart Mark Flekken fest.

Nach vier Niederlagen in Folge mit 14 Gegentreffern gelang es den Meiderichern im Berliner Osten, alle Lecks in der Abwehr zu schließen. Phasenweise spielte der MSV mit einer Fünferreihe, indem sich Mittelfeldspieler Lukas Fröde mit in die Kette einreihte. Die Zebras erlaubten sich in den 90 Minuten in der Defensive nur eine Unaufmerksamkeit, als Kevin Wolze zu weit vom Mann entfernt stand, Philipp Hosiner die Großchance aber nicht nutzte und den Ball freistehend neben das Tor schoss (25.). Hosiner versuchte es später mit einem harmlosen Fallrückzieher. Vergeblich – er ist eben kein Ronaldo.

Nach der Pause entschärfte Mark Flekken einen Distanzschuss von Christopher Trimmel (69.). Mehr Arbeit gab es für Flekken am Samstag nicht. Der Niederländer freute sich über das erste Spiel ohne Gegentor seit dem 23. Januar: „Endlich, das wurde auch Zeit.“

Tashchy vergab die einzige Chance

Flekkens Berliner Torwart-Kollege Jakob Busk war nahezu beschäftigungslos. Bei der einzigen Duisburger Tormöglichkeit im gesamten Spiel hätte der Däne keine Chance gehabt. Borys Tashchy verfehlte in der 14. Minute das Tor nur um wenige Zentimeter. Mehr ging am Samstag in der Duisburger Offensive nicht – die Meidericher konnten es ausnahmsweise verschmerzen.

Mehr Freude bereitete diesmal die Defensivabteilung. Abwehrchef Gerrit Nauber konnte nach langer Zeit in der Innenverteidigung wieder an frühere starke Leistungen anknüpfen. Davon profitierte gleichfalls Dustin Bomheuer, der nahezu fehlerlos gegen Union eisern verteidigte.

Das galt auch für Rückkehrer Andreas Wiegel, der nach seiner langwierigen Knieverletzung wie schon im Hinspiel auf der rechten Abwehrseite eine starke Leistung hinlegte. „Es hat sehr viel Spaß gemacht. Ich habe jede Minute genossen. Dafür habe ich in der Reha drei Monate lang hart gearbeitet“, freute sich der 26-Jährige. Der gelernte Mittelfeldspieler dürfte nun für die Saisonendphase auf der rechten Abwehrposition erste Wahl sein. Wiegel wird die kommenden Spiele auch nutzen wollen, um Werbung in eigener Sache zu betreiben. Sein Vertrag in Duisburg läuft im Sommer aus. Noch ist offen, ob Wiegel darüber hinaus für den MSV spielen wird.

Albutat sucht Facharzt auf

Bei Tim Albutat ist die Situation ähnlich. Der Mittelfeldspieler muss allerdings befürchten, dass er in dieser Saison auf dem Spielfeld keine Argumente für eine Vertragsvertragsverlängerung mehr wird liefern können. Der frühere Freiburger, der sich im Training eine Knöchelverletzung zugezogen hat, wird in dieser Woche den Facharzt in München aufsuchen, der schon im vergangenen Sommer eine Operation am selben Sprunggelenk vorgenommen hatte.

 

EURE FAVORITEN