Der MSV Duisburg ist nach 2:1 gegen Kellerkind Sandhausen beinahe am Ziel

Nils Balke
Die beiden MSV-Torschützen Bajic und Perthel bejubeln ihren Sieg gegen Sandhausen.
Die beiden MSV-Torschützen Bajic und Perthel bejubeln ihren Sieg gegen Sandhausen.
Foto: dpa
Der MSV Duisburg hat einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht. Die Elf von Trainer Kosta Runjaic gewann ihr Heimspiel gegen den SV Sandhausen mit 2:1 und schraubte damit ihr Punktekonto hoch auf 36 Zähler. Perthel und Bajic trafen für die Meidericher, die ihren dritten Sieg in Serie feierten.

Duisburg. Es lohnt ein Blick zurück. Zurück in den vergangenen September. Da übernahm Kosta Runjaic das Traineramt beim MSV Duisburg, als der Klub noch keinen Punkt auf dem Konto hatte. Zwar ließen die Befreiungsschläge zunächst noch auf sich warten. Doch der 42-Jährige führte die Zebras schrittweise aus der Krise. Jetzt, nach dem 2:1 (1:1)-Erfolg gegen den SV Sandhausen, kann Runjaic mit seiner Mannschaft 36 Punkte vorweisen. Die Wahrscheinlichkeit eines Duisburger Abstiegs aus der 2. Fußball-Bundesliga ist auf ein Minimum gesunken.

Zum zweiten Mal in dieser Saison feierte der MSV den dritten Sieg in Folge. Die Tore für die Meidericher erzielten Timo Perthel (31.) und Branimir Bajic (65./Foulelfmeter). Den zwischenzeitlichen Ausgleich für den SVS, der mit 23 Punkten weiterhin einen Abstiegsrang belegt, markierte Jan Fießer (34.).

Im Vergleich zur Vorwoche beim FC Ingolstadt (1:0) begann der MSV gegen Sandhausen mit zwei Änderungen in der Startelf. Maurice Exslager rückte für Jürgen Gjasula in die Anfangsformation, Goran Sukalo nahm nach seiner Verletzungspause wieder den Platz im defensiven Mittelfeld neben Julian Koch ein. Tanju Öztürk musste deshalb auf der Bank Platz nehmen.

MSV ergreift früh die Initiative

Die Duisburger ergriffen früh die Initiative, leisteten sich bei Angriffen allerdings immer wieder Abspielfehler. Beispiel 18. Minute: Ranisav Jovanovic erkämpft sich den Ball, stürmt Richtung Strafraum, sein langer Pass auf Maurice Exslager ist aber unerreichbar.

Deutlich mehr Gefahr strahlte der MSV hingegen bei Standardsituationen aus. Timo Perthel scheiterte mit einem platzierten Freistoß aus 18 Metern noch an Torwart Daniel Ischdonat (14.), erzielte dann nach einem Eckstoß aber den Führungstreffer (31.). Überraschende Variante: Daniel Brosinski spielte den Ball nicht hoch in den Strafraum, sondern flach zurück auf Perthel, der von der Strafraumgrenze das 1:0 markierte.

Der MSV agierte vor allem in der ersten Hälfte feldüberlegen, hatte die Gäste weitestgehend im Griff. Ausnahme: Die 34. Minute. Da antwortete Sandhausen auf Perthels Treffer, als die Ordnung in der MSV-Defensive plötzlich verloren ging. Marcel Kandziora flankte aus dem Halbfeld in den Strafraum, wo sich Jan Fießer durchsetzte und per Kopf den Ausgleich erzielte.

Bajic mit dem Siegtreffer

Phasenweise unkonzentriert präsentierte sich die Duisburger Defensive auch nach dem Seitenwechsel. Andrew Wooten hatte die SVS-Führung auf dem Fuß, donnerte den Ball aber aus halbrechter Position ans Außennetz (63.). Als kurz darauf Torwart Ischdonat MSV-Stürmer Jovanovic im Strafraum von den Beinen holte, entschied Schiedsrichter Christian Dietz, der dem SVS-Keeper die gelbe Karte zeigte, auf Strafstoß. MSV-Kapitän Branimir Bajic lief am Elfmeterpunkt an – und verwandelte sicher zum 2:1.

Der MSV hatte nachfolgend mehrere Gelegenheiten, das Ergebnis deutlicher zu gestalten. Jovanovic, Sören Brandy und Daniel Brosinski vergaben bis zum Spielende noch beste Chancen. Weil Sandhausen in der Vorwärtsbewegung aber nicht mehr viel zu bieten hatte, gerieten die drei Punkte für den MSV nicht mehr in Gefahr. Der Duisburger Klassenerhalt ist zum Greifen nah.