Der MSV Duisburg hat mit dem Führungswechsel die Notbremse gezogen

Dirk Retzlaff
Muss in den kommenden Wochen viele Türen öffnen: Der neue MSV-Chef Ingo Wald.
Muss in den kommenden Wochen viele Türen öffnen: Der neue MSV-Chef Ingo Wald.
Der Führungswechsel beim MSV Duisburg macht deutlich, dass der Kampf um die Lizenz für die 3. Liga ein harter ist. Mit Udo Kirmse geht ein verdienter Mann. Ingo Wald muss nun versuchen, viele Türen zu öffnen. Ein Kommentar.

Duisburg. Der Wechsel an der Spitze der Vereinsführung beim MSV Duisburg lässt nicht viele Interpretationsvarianten zu. Es ist simpel: Wäre beim MSV alles in Butter, wäre der Wechsel nicht notwendig gewesen. Vor allem der Zeitpunkt der Personalentscheidung macht deutlich: Die Situation im Kampf um die Lizenz ist ernst. Die Entscheider, zu denen auch der Hauptsponsor Schauinslandreisen gehören dürfte, haben dreieinhalb Wochen vor Ablauf der Frist beim DFB die Notbremse gezogen. Ein geordneter Amtswechsel sieht anders aus.

Udo Kirmse verlässt die Kommandobrücke – mit einem festen Platz in der MSV-Historie. Als Mann, der den Zebras im vergangenen Sommer die Lizenz für die 3. Liga gerettet hat. Als „Klitschko Kirmse“, der in der Stunde der Not allen – auch persönlichen – Risiken zum Trotz alles aus dem Weg geboxt hat, was sich dem Projekt in den Weg gestellt hat. Kirmse verlässt nun in der letzten Runde den Ring und muss die Handschuhe an den Nagel hängen. Auch weil seine Position in den vergangenen Monaten schwächer wurde. Etwa durch den Streit mit der Stadionprojektgesellschaft bezüglich des Vertrages mit dem Konzertveranstalter 2 M, oder durch die fehlerhafte Kündigung von Ex-Geschäftsführer Roland Kentsch, die dem MSV bei Gericht eine vorläufige Niederlage bescherte.

Ingo Wald avancierte in den letzten Monaten bereits zum wichtigsten Mann im MSV-Vorstand. Er führte zum Beispiel die Verhandlungen mit Walter Hellmich, als viele diplomatische Türen schon fest verriegelt waren. In den kommenden Wochen wird er nun weitere Türen öffne müssen. Ohne Boxhandschuhe – mit den Fäustlingen ist es ja ohnehin unmöglich, einen Schlüssel festzuhalten.