BVB-Trainer Klopp riet Meißner zum Wechsel zum MSV Duisburg

Dirk Retzlaff
Thomas Meißner bekämpft Kingsley Onuegbu: In der letzten Saison gewann der Verteidiger mit dem BVB beide Spiele gegen die Zebras. Jetzt will Meißner den Spieß umdrehen und mit dem MSV den Dreier einfahren.
Thomas Meißner bekämpft Kingsley Onuegbu: In der letzten Saison gewann der Verteidiger mit dem BVB beide Spiele gegen die Zebras. Jetzt will Meißner den Spieß umdrehen und mit dem MSV den Dreier einfahren.
Foto: Fabian Strauch
MSV-Trainer Gino Lettieri weiß, was am Mittwochabend auf sein Team im Derby gegen Borussia Dortmunds Reserve zukommt. "Das sind alles Jungs, die gut Fußball spielen können. Wir müssen voll dagegen halten", so Lettieri. Für Thomas Meißner besitzt die Partie besonderen Charakter.

Duisburg. Thomas Meißner stand vor einem Jahr noch auf der anderen Seite. Der Abwehrspieler trug das Trikot der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund und gewann mit seinem Team 2:1 beim MSV Duisburg. Über 21.000 Zuschauer sahen den Drittliga-Kick in der Duisburger Arena. „Es war eine fantastische Atmosphäre. Die hat uns damals angestachelt. Ich weiß, dass die Dortmunder, die damals dabei waren, heiß auf das Spiel sein werden“, sagt der 23-Jährige. Um 19 Uhr trifft der MSV am Mittwoch in der Schauinslandreisen-Arena auf die BVB-Bubis.

Diesmal rechnet der MSV nur mit 11.000 Besuchern, darunter werden nur 200 Dortmunder sein, da die Profitruppe des BVB zeitgleich gegen Stuttgart spielt. „Schade, die hätten sonst 2000 Fans mitgebracht. Das hätte unserer Kasse gut getan“, sagt MSV-Präsident Ingo Wald, der aber auch den positiven Aspekt sieht: „Da die Profis Verletzungsprobleme haben, wird sicher der ein oder andere aus der U23 oben aushelfen müssen.“

MSV-Trainer Lettieri will "voll dagegenhalten"

MSV-Trainer Gino Lettieri will diese Situation allerdings nicht als Vorteil sehen: „Das sind alles Jungs, die gut Fußball spielen können. Wir müssen voll dagegen halten.“ Das will auch Thomas Meißner, der die positive Entwicklung der Zebras sieht: „Wir entwickeln uns von Woche zu Woche weiter und sind stabiler geworden. Und ich sehe noch viel Luft nach oben.“

Im Sommer kam Meißner zum MSV. Vor seiner Entscheidung hatte er sich auch mit BVB-Cheftrainer Jürgen Klopp beraten. „Kloppo“ riet ihm zu dem Schritt. Meißner: „Er hat mir gesagt, dass ich ein guter Fußballer bin und alle Möglichkeiten habe.“ Die Möglichkeit, in der Bundesliga Fuß zu fassen, bot sich ihm bislang nicht. Erst in der U23 bei Mainz 05 am Ball, dann beim Nachwuchs des BVB. „In meinem ersten Dortmunder Jahr hatte ich das Pech, dass sich oben kein Abwehrspieler verletzt hatte“, blickt Meißner zurück, der damals die fünfwöchige Vorbereitung mit den Profis absolviert hatte und später immer wieder oben mittrainieren durfte.

„Richtige Männermannschaft“

Zum ersten Mal in seiner Laufbahn spielt Meißner nun für eine „richtige Männermannschaft“, wie er es mit einem Lachen ausdrückt. Er will damit sagen: Zum ersten Mal nicht in einer Reserve, nicht in einem Perspektivteam. Den Sprung in die Bundesliga hat er über Mainz und Dortmund nicht geschafft. Ist der große Traum damit geplatzt? „Nein. Jeder Spieler will in die Bundesliga. Es ist doch oft so im Leben. Du hast ein Ziel, das du dann aber immer noch über einen Umweg erreichen kannst. Ich gehe diesen Weg nun über den MSV.“

Meißner wird am Mittwochabend als Innenverteidiger in der Startaufstellung stehen. Ob neben ihm wieder Steffen Bohl verteidigt, ist noch offen. „Vielleicht setze ich ihn auch wieder im Mittelfeld ein“, überlegt Lettieri, der allerdings am zuletzt erfolgreichen Team „nicht so viel verändern will.“ Seine Entscheidung hängt auch davon ab, ob Enis Hajri, der sich in Unterhaching eine Schienbeinprellung zugezogen hat, rechtzeitig fit wird. Bei Sascha Dum (Oberschenkelprellung) ist der Coach weniger optimistisch. Offen ist die Besetzung in der Spitze: Hier muss sich der Coach einmal mehr zwischen Kingsley Onuegbu und Kevin Scheidhauer entscheiden.