Bollmann bricht den Bann - MSV Duisburg besiegt TSV Bockum

Thomas Tartemann und Dirk Retzlaff
Markus Bollmann (l.) erzielte das 1:0 für den MSV Duisburg.
Markus Bollmann (l.) erzielte das 1:0 für den MSV Duisburg.
Foto: WAZ FotoPool
Lange tat sich Fußball-Drittligist MSV Duisburg gegen den Bezirksligisten TSV Bockum schwer. Bis zur 43. Minute, als Markus Bollmann im Niederrheinpokal-Duell vor 3760 Zuschauern in der Krefelder Grotenburg den Führungstreffer erzielte. Kingsley Onuegbu (63./70.) und Filip Orsula (86.) sorgten mit ihren Toren am Ende für einen 4:0-Sieg der Meidericher.

Krefeld. Erst eine Viertelstunde war in der Krefelder Grotenburg gespielt, da saß Philipp Härtel bereits weinend in der Kabine des Fußball-Bezirksligisten TSV Bockum. Für den Mathematik-Studenten war das FVN-Pokalmatch gegen den Drittligisten MSV Duisburg das Spiel des Jahres. Doch nach 13 Minuten war das Highlight für Härtel erloschen. Er knickte mit dem Fuß um und konnte nicht weiter spielen. „Ich wollte einen Schuss abblocken. Da ist es passiert. Ich ärgere mich schwarz“, so Härtel. Viel Freude hatte auch MSV-Trainer Karsten Baumann am Dienstagabend zunächst nicht. Der MSV benötigte 43 Minuten, um das erste Tor zu erzielen. Am Ende siegten die Zebras 4:0 (1:0).

Der MSV tat sich gegen den Bezirksligisten vor 3760 Zuschauern lange schwer. Die Zebras waren zwar drückend überlegen und formierten sich vor dem gegnerischen Strafraum wie eine Handball-Mannschaft am Kreis. Bockum verteidigte mit Mann und Maus und mit viel Herz. Zweimal kam auch noch das Glück hinzu. Matthias Kühne (23.) und Sturmtank Kingsley Onuegbu (35.) trafen jeweils nur die Latte. „Du musst gegen so eine Mannschaft ein schnelles Tor erzielen. Sonst wird es schwierig“, so Onuegbu nach dem Spiel.

MSV-Führung durch Markus Bollmann

Markus Bollmann brach in der 43. Minute dann aber doch den Bann. Der Innenverteidiger erzielte das 1:0 für den MSV. Der verletzte Philipp Härtel saß zu diesem Zeitpunkt mit einem dicken Verband auf der Bockumer Bank. Auch in diesem Moment lief es für den Studenten nicht gut. Härtel: „Beim Duisburger Führungstor habe ich in die Sonne geschaut. Ich konnte es nicht sehen.“

Duisburg führte zur Pause, doch stehende Ovationen gab es von den knapp 200 Bockumer Fans unter den 3500 Zuschauern nach dem Halbzeitpfiff für die Elf der Gastgeber.

Nach dem Seitenwechsel kam Neuzugang Erdogan Yesilyurt, der Patrick Zoundi auf der rechten Außenbahn ersetzte, zu seinem MSV-Debüt. Die Zebras drückten weiter – zunächst ohne Erfolg. „King“ Onuegbu traf den Pfosten (49.), TSV-Keeper Haefs zeigte gegen Filip Orsula eine Glanzparade. Doch dann schwanden bei den Gastgebern immer mehr die Kräfte. In der 63. Minute zappelte die Kugel dann doch zum zweiten Mal im Krefelder Netz. Onuegbu, der kurz zuvor noch am TSV-Schlussmann gescheitert war, erzielte das 0:2. Sieben Minuten später legte der Torjäger nach und erzielte das 0:3.

Duisburgs Filip Orsula markiert Endstand

Bockum steckte aber dennoch nicht auf, wollte zumindest noch ein Tor gegen den Drittligisten erzielen. Selbst Torwart Dennis Haefs ließ nichts unversucht. Bei einem Eckball in der 82. Minute tauchte der Bockumer Keeper im Duisburger Strafraum auf. Das vierte Tor des Abends erzielte er aber nicht. Das übernahm MSV-Stürmer Filip Orsula, der vier Minuten vor dem Abpfiff erfolgreich war.

Am Ende gingen beide Mannschaften zu den MSV-Fans und feierten mit den Duisburger Anhängern. Bockums Trainer Tino Reucher: „Das sind Momente, die du genießen musst. So etwas werden meine Spieler nicht mehr erleben.“

Trauer um Hafermalz

Wenige Stunden vor dem Spiel ereilte Verantwortliche und Mannschaft eine traurige Nachricht. Rainer Hafermalz, in den vergangenen Jahren als Physiotherapeut und Fußpfleger für den MSV am Ball, verstarb gestern im Alter von 75 Jahren nach einer schweren Krankheit.