Bochum schlägt den MSV im Test der Revier-Rivalen mit 2:1

Der VfL Bochum bejubelt den Führungstreffer durch Haberer, die MSV-Verteidiger machen lange Gesichter.
Der VfL Bochum bejubelt den Führungstreffer durch Haberer, die MSV-Verteidiger machen lange Gesichter.
Foto: Imago
Haberer und Gregoritsch treffen für den VfL, Janjic ist für Duisburg erfolgreich. Erkenntnis des Tages: Beide müssen bis zum Liga-Start noch zulegen.

Duisburg.. Noch ist nicht alles in der zweiten Liga angekommen beim MSV Duisburg. "3. Liga - Zeigt's uns" wird immer noch gefordert auf der Werbewand im Presseraum der Duisburger Arena. Und auch ansonsten diente das 1:2 (0:2) der Zebras am Samstagnachmittag gegen den VfL Bochum nur bedingt als ein Vorgeschmack auf die neue Spielzeit.

Für nicht wenige Anhänger des Revierfußballs schien das Plätzchen am Grill attraktiver zu sein als das im Stadion an diesem lauen Nachmittag - bestenfalls ein Drittel der Plätze war besetzt in der Duisburger Arena. Und auch unten auf dem Rasen gab's noch nicht viel zu sehen von der Atmosphäre, die man sich beim Zweitliga-Auftakt in zwei Wochen erhofft.

MSV-Neuzugänge auf der Bank

So verzichtete der MSV komplett auf Neuzugänge in seiner Startelf. Bomheuer, Bröker, Iljutcenko, Brandstetter, Achenbach - allesamt saßen zu Beginn auf der Bank. Der VfL indes zeigte mit Wijnaldum, Hoogland und Haberer zumindest einen Teil seiner neuen Optionen von Beginn an - und in den Anfangsminuten auch deutlich mehr Esprit. Wijnaldum mit einem Steilpass auf Bulut, der danach im MSV-Strafraum um den finalen Pass verlegen war (9.), und Terodde mit einem Volleyschuss über das Duisburger Tor (13.) sorgten für die ersten offensiven Momente der Partie. Duisburg hatte über weite Strecken der ersten Hälfte arge Probleme, überhaupt einmal in des Gegners Hälfte einen Ball zu behaupten. Außer einem ungefährlichen 18-Meter-Schuss von Martin Dausch (20.) kam erst mal nichts von den Zebras.

Folgerichtig fiel das 1:0 für Bochum. Bulut steckte im richtigen Moment auf Haberer durch, der spitzelte den Ball aus spitzem Winkel überlegt durch die Beine von MSV-Keeper Ratajczak zur Führung (22.). Eingeleitet übrigens von Michael Gregoritsch, dessen Wechsel zum HSV immer noch als wahrscheinlich gilt, und der rund eine Viertelstunde später auf Bulut-Zuspiel keine Mühe hatte, den 2:0-Pausenstand herzustellen (37.). Kurz zuvor hatte es Kevin Wolze versäumt, aus rund acht Metern für Duisburg auszugleichen. Sein Direktschuss nach Pass des Ex-Bochumers Dennis Grote flog Richtung Oberrang.

VfL zu selten zwingend - MSV hat noch viel zu tun

Nach dem Wechsel veränderte sich, abgesehen vom Personal, das nun munter ausgetauscht wurde, recht wenig. Der MSV bekam kaum Struktur in sein Spiel, der VfL hatte weiterhin mehr Ballbesitz, wurde aber selten zwingend. Der größte Hingucker der ersten Minuten: Ein Fallrückzieher des eingewechselten Nando Rafael, der Kai Ratajczak mit seiner artistischen Einlage aus 18 Metern zu einer netten Flugeinlage zwang (66.). Zuvor hatten Dennis Grote für Duisburg (49.) und Tim Hoogland für den VfL (58.) verzogen.

Weil es aber Timo Perthel, der in der zweiten Hälfte für Wijnaldum auf Bochums linke Abwehrseite rückte, nicht so eng sah mit dem Verteidigen, durfte der MSV auch noch treffen. Über Perthels Seite fand eine Hereingabe den eingewechselten Ex-Bochumer Kevin Scheidhauer, der von Patrick Fabian unsanft am Schussversuch gehindert wurde (69.). Den fälligen Strafstoß verwandelte Zlatko Janjic sicher - 1:2 aus Sicht des MSV (70.).

Die Schlussphase bot genauso wenig Sehenswertes wie Aussagekräftiges. Der VfL hatte mittlerweile komplett durchgewechselt und gönnte gleich vier Spielern aus der VfL-Jugend Spielzeit. Das genügte dennoch, um den Sieg gegen müde wirkende Duisburger über die Zeit zu bringen. Und es blieb die Erkenntnis: Beim MSV muss sich bis zum Liga-Start nicht nur in Sachen Werbewand etwas tun.

  • Die Aufstellung:

MSV: Ratajczak - Bohl (46. Feltscher), Meißner (46. Bomheuer), Bajic (46. Bröker), Wolze - Dausch (68. Scheidhauer), Albutat, Hajri, Grote (68. Klotz) - Janjic (87. Engin), Onuegbu

VfL: Luthe (46. Riemann) - Celozzi (60. Niepsuj), Fabian (76. Baack), Simunek (46. Cacutalua), Wijnaldum (46. Perthel) - Losilla (60. Gül), Hoogland (76. Saglam) - Bulut (76. Gulden), Haberer (76. Pavlidis), Gregoritsch (46. Terrazzino) - Terodde (46. Rafael)

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