Beim MSV Duisburg verlässt der Hauptsponsor Schauinslandreisen das Rettungsboot

Zebras am Boden? Hauptsponsor Schausinslandreisen will dem MSV Duisburg kein neues Geld geben. Bis Donnerstag muss der Verein drei Millionen Euro besorgen, um die Bedingungen der DFL zu erfüllen.
Zebras am Boden? Hauptsponsor Schausinslandreisen will dem MSV Duisburg kein neues Geld geben. Bis Donnerstag muss der Verein drei Millionen Euro besorgen, um die Bedingungen der DFL zu erfüllen.
Foto: Hayrettin Özcan
Um die DFL-Lizenzauflagen zu erfüllen, muss der MSV Duisburg bis Donnerstag rund drei Millionen Euro aufbringen. Schauinslandreisen wird aber nicht dabei helfen, die Zebras zu retten. Zwischen dem Verein und dem Hauptsponsor gibt es offenbar ein Zerwürfnis.

Duisburg.. Nachtschicht beim MSV Duisburg. Nahezu ununterbrochen tagten seit dem Wochenende die Gremien, am späten Abend gab es noch kein Ergebnis über die Bemühungen, die für die Erfüllung der Lizenzbedingungen der DFL nötigen Mittel in Höhe von rund drei Millionen Euro zusammen zu bekommen. „Die Sitzung kann bis in die Nacht gehen“, ließ Geschäftsführer Roland Kentsch am Mittwoch Mittag mitteilen. Wenige Stunden später wurde deutlich, dass sich der MSV und Hauptsponsor Schauinsland offenbar überworfen haben.

Andreas Rüttgers, bei Schauinslandreisen als Abteilungsleiter tätig und Vorgänger des amtierenden MSV-Vorstandsvorsitzenden Udo Kirmse, erklärte am Mittwoch gegenüber der Redaktion: „Es sind heute beim MSV Entscheidungen getroffen worden, die wir nicht mittragen können. Wir wollten einen Millionenbetrag investieren und eine Lösung, die langfristig geholfen hätte.“ Schauinsland werde seine gültigen Verträge erfüllen aber kein neues Geld geben. Rüttgers stellte klar, dass seine Aussagen mit Schauinsland-Geschäftsführer Gerald Kassner abgestimmt seien. Rüttgers: „Herr Kassner ist für ein Statement nicht erreichbar. Er ist zutiefst bestürzt und betroffen.“

Welche Entscheidung des MSV den Reiseveranstalter verstimmt hat, ließ Rüttgers offen. Gestern machte die Spekulation die Runde, Ex-MSV-Chef Walter Hellmich fange die Rettung zum großen Teil auf, wolle damit aber verstärkt Einfluss ausüben. Dies habe Kassner verärgert. Zudem hatte sich Kassner offenbar zuletzt vergeblich darum bemüht, von Hellmich Stadionanteile zu kaufen. „Wir ziehen alle gemeinsam an einem Strang, um den MSV zu retten“, so Hellmich gestern, der nach eigenen Angaben dem MSV Tilgungsraten stundet.

Zuvor hatte Rüttgers im Fanforum für Aufregung gesorgt, indem er unter seinem Pseudonym „Diplomat“ einen Beitrag veröffentlicht hatte, in dem er die aktuelle Entwicklung andeutete. Rüttgers im Internet: „Wir haben versucht, den MSV auf dem Weg zu einem Verein dieser Stadt zu begleiten und alles in unserer Macht getan, um die wirtschaftlichen Grundlagen zu schaffen. Leider ist jetzt die Zeit gekommen, um uns bei Euch zu verabschieden.“

Stadtwerke haben 700.000 Euro gestundet

Per Pressemitteilung gaben die Stadtwerke gestern bekannt, dass ihr Aufsichtsrat eine Stundung der Forderungen gegenüber dem MSV beschlossen habe. Der Hauptsponsor stundet dem MSV für die kommende Saison Tilgungsraten für Darlehen und Forderungen aus Energielieferungen. Laut Mitteilung beteiligt sich die städtische Tochter so mit 700.000 Euro am Rettungskonzept. „Die Stadtwerke befinden sich selbst in einer Konsolidierungsphase und haben die Entscheidung sorgfältig abgewogen. Aber eine Nichterteilung der Lizenz und eine damit wahrscheinlich verbundene Insolvenz ist nicht im Interesse des Unternehmens, so OB Sören Link, Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke.

EURE FAVORITEN