Beim MSV Duisburg herrscht Machtkampf

Die Tage von MSV-Vereinsboss Dieter Steffen scheinen gezählt zu sein. Foto: Stephan Eickershoff
Die Tage von MSV-Vereinsboss Dieter Steffen scheinen gezählt zu sein. Foto: Stephan Eickershoff
Foto: Stephan Eickershoff
Als ob die sportlichen Probleme beim MSV Duisburg nicht schon groß genug wären: Nun steht der Vorstand des Zweitligisten vor dem Aus. Der Talfahrt auf dem Platz folgt damit ein Machtkampf auf der Führungseben, den die Zebras derzeit nicht gut gebrauchen können.

Duisburg.. Der MSV Duisburg verlor im Mai das DFB-Pokal-Finale gegen Schalke 04 mit 0:5 – und die Fans der Zebras feierten in Berlin trotzdem. Die wahren Dramen spielten sich erst lange nach dem Match ab. In der Nacht, beim offiziellen Bankett des Vize-Pokalsiegers, soll es zum Bruch zwischen Vereinsboss Dieter Steffen und Aufsichtsratschef Hans-Werner Tomalak gekommen sein. Angeblich auch wegen der Sitzordnung im Speisesaal. Nun kam es zum – folgenschweren Eklat. Steffen wird in zwei Wochen nicht mehr Vorsitzender des MSV sein, und auch Tomalak sieht seine Tage beim MSV gezählt. Der Chef der Sparkasse Duisburg will nach der nächsten Jahreshauptversammlung, die im Dezember über die Bühne gehen soll, beim MSV abtreten.

Besonderheit der Vereinssatzung wird Steffen und Bock zum Verhängnis

Eine Besonderheit der Vereinssatzung wird Steffen und dem weiteren Vorstandsmitglied Stephan Bock zum Verhängnis. Im Oktober trat Vorstandsmitglied Thomas Kretschmer zurück. Der Rest-Vorstand muss den Nachfolger vom Aufsichtsrat absegnen lassen. Am Mittwoch lehnte der Rat den Kandidatenvorschlag ab. Zur Wahl stand ein Vorstand der Stadtwerke Duisburg, einem Hauptsponsor des MSV. Nun bleiben Steffen und Bock 14 Tage Zeit für einen zweiten Versuch, ansonsten ist die Vereinsführung nicht mehr im Amt.

Steffen, der erst im Januar die Nachfolge von Walter Hellmich angetreten hatte, wirft Tomalak ein Intrigenspiel vor und will keinen zweiten Kandidaten mehr vorschlagen. „Das ist der Versuch, den Vorstand auszuhebeln“, so Steffen, der dem Sparkassenchef zudem unterstellt, Kretschmer – ein Mitarbeiter des Geldinstitutes – zum Rücktritt beim MSV angewiesen zu haben, um die aktuelle Personalsituation herbeizuführen. „Das ist blanker Unsinn“, empörte sich Tomalak gestern. Der 62-Jährige wies den Vorwurf zurück, die Vereinsführung stürzen zu wollen: „Das hat nichts mehr mit einer sachlichen Diskussion zu tun.“

Auswärtigen Großsponsor an der Angel?

Tomalak erklärte, der Aufsichtsrat habe kein Personalkonzept für einen neuen Vorstand in der Schublade. Noch- Vereinschef Dieter Steffen rechnet mit einem immensen Schaden für den MSV, der durch die Ablehnung des Stadtwerke-Kandidaten entstehe. Steffen: „Die Sache erweckt den Eindruck, dass da jemand bereits einen auswärtigen Großsponsor an der Angel hat.“ Vielleicht ist das der Unternehmer Jürgen Uhlemann. Der Hamburger wollte schon vor Jahresfrist beim MSV einsteigen und eine neue sportliche Leitung installieren. Dies verhinderte damals Walter Hellmich.

 
 

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