Bei Kellerkind Chemnitzer FC lief's für MSV nicht rund - 0:0

Gerrit Wegkamp gab für den MSV sein Startelf-Debüt. Doch auch ihm gelang beim torlosen Remis in Chemnitz kein Treffer.
Gerrit Wegkamp gab für den MSV sein Startelf-Debüt. Doch auch ihm gelang beim torlosen Remis in Chemnitz kein Treffer.
Foto: Stephan Eickershoff / WAZ FotoPool
Das 0:0 beim Tabellenachtzehnten Chemnitzer FC war für den MSV alles andere als zufriedenstellend. Vor allem das Zweikampfverhalten und das Spiel nach vorne reichten für Coach Baumann nicht. Obendrein: Neuzugang Christian Eichner musste mit einer Hüftverletzung ausgewechselt werden.

Chemnitz. Michael Ratajczak ballte nach dem Schlusspfiff im Chemnitzer Stadion die Faust. Aus gutem Grund: Mit einer überragenden Leistung rettete der Torwart dem Fußball-Drittligisten MSV Duisburg beim 0:0 gegen den Chemnitzer FC einen Punkt. MSV-Trainer Karsten Baumann war allerdings nicht zufrieden: „Wir wollten in Chemnitz gewinnen.“

Karsten Baumann wartete mit einer Überraschung auf. Neuzugang Gerrit Wegkamp feierte im Duisburger Angriff sein Startelf-Debüt. Patrick Zoundi spielte dafür im offensiven Mittelfeld. Leidtragender war damit Kevin Wolze, der erneut auf der Bank saß. Neuzugang Christian Eichner startete wie erwartet auf der linken Abwehrseite. „Mit dieser offensiven Aufstellung haben wir dokumentiert, dass wir gewinnen wollten“, so Baumann.

De Wit konnte kaum Akzente setzen

Schon nach vier Minuten hatten die 400 MSV-Fans im Stadion an der Gellertstraße den Torjubel auf den Lippen. Deniz Aycicek setzte den Ball an den Pfosten. Auf der Gegenseite sorgte CFC-Torjäger Anton Fink für Gefahr. In der Anfangsphase vergab er zweimal aus aussichtsreichen Positionen (5./15.). In der 21.Minute war Fink erneut zur Stelle, doch MSV-Keeper Michael Ratajczak parierte den Kopfball mit einer Glanzparade.

Der Chemnitzer Schlussmann Philipp Pentke musste sich beim Duisburger Gegenzug durch Gerrit Wegkamp strecken: Er fischte den Ball aus dem Winkel. Auf Chemnitzer Seite vergab Sascha Pfeffer die nächste Chance (32.).

Der MSV hatte in der ersten Halbzeit Probleme im zentrale Mittelfeld. Nikolas Ledgerwood verlor viele Bälle und Zweikämpfe. Pierre De Wit konnte kaum Akzente setzen.

Schlecht nach vorne gespielt

Nach dem Seitenwechsel verbuchten die Gastgeber die erste Chance. Michael Ratajczak lenkte den Ball nach einem Schuss von Sascha Pfeffer mit den Fingerspitzen um den Pfosten.

MSV-Trainer Baumann reagierte in der 55.Minute und brachte Kevin Wolze für Nikolas Ledgerwood. Der MSV wollte sich mit einem Punktgewinn nicht zufrieden geben und versuchte, das Spiel an sich zu reißen. Doch Chemnitz blieb gefährlicher. Marc Hensel profitierte von einem Kühne-Patzer, doch Ratajczak parierte erneut (60.).

In der 75.Minute traf die Zebras erneut das Verletzungspech. Ausgerechnet Neuzugang Christian Eichner, der auf der linken Abwehrseite den Langzeitverletzten Sascha Dum ersetzen soll, musste mit einer Hüftverletzung raus. Eichner hatte mit einem Stollen einen Schlag auf die Hüfte erhalten. Eine genaue Diagnose lag am Samstag noch nicht vor.

„Hinten haben wir gut gearbeitet. Aber im Spiel nach vorne haben wir vor allem in der zweiten Halbzeit schlecht gespielt und kaum Zweikämpfe gewonnen“, ärgerte sich Karsten Baumann. Mittelfeldspieler Pierre De Wit kann am nächsten Samstag im Heimspiel gegen Rot-Weiß Erfurt keine Wiedergutmachung betreiben. Er ist wegen seiner fünften gelben Karte gesperrt.

Ratajczak bester, Ledgerwood schlechtester Duisburger - die Einzelkritik 

Michael Ratajczak: Rettete den Zebras mit einer überragenden Leistung einen Punkt. Bewahrte den MSV mit einer Glanzparade bei einem Fink-Kopfball schon früh vor dem Rückstand. Kurz nach der Pause lenkte er den Ball nach einem Schuss von Sascha Pfeffer um den Pfosten. Rettete später gegen Marc Hensel. Note: 1

Matthias Kühne: Konnte nicht an seine starke Leistung aus dem Leipzig-Spiel anknüpfen. Hatte seine Seite in der Defensive aber weitgehend im Griff. Brachte sein Team mit einem Patzer in der 60.Minute in Bedrängnis. Note: 3

Branimir Bajic: Im Abwehrzentrum routiniert, bügelte immer wieder Patzer aus dem Mittelfeld aus. Stark in den Zweikämpfen. Note: 3

Markus Bollmann: In der Innenverteidigung zweikampfstark, vor allem bei hohen Bällen ein sicherer Rückhalt für sein Team.

Christian Eichner: Lieferte ein solides Debüt auf der linken Abwehrseite ab. Gewann viele Zweikämpfe. Schied mit einer Hüftverletzung nach 75 Minuten aus. Note: 3

Patrick Zoundi: War sehr offensiv ausgerichtet, vernachlässigte die Arbeit in der defensive. Konnte sich auf der rechten Außenbahn zu selten durchsetzen. Note: 4

Nikolas Ledgerwood: Fand im defensiven Mittelfeld keinen Zugriff aufs Spiel. Viele Ballverluste gingen einher mit verlorenen Zweikämpfen. War durch eine gelbe Karte früh belastet. Note: 5

Pierre De Wit: Zeigte im zentralen Mittelfeld zu wenig, schwach in den Zweikämpfen. Vor allem im zweiten Durchgang litt das Duisburger Offensivspiel darunter. Note: 4

Deniz Aycicek: Hatte bei seinem frühen Pfostenschuss Pech. Agierte sehr laufstark. Ließ in der zweiten Halbzeit nach. Note: 3

Kingsley Onuegbu: Arbeitete viel – auch im Spiel nach hinten, behauptete Bälle. Konnte sich allerdings vor dem gegnerischen Tor kaum in Szene setzen. Note: 3

Gerrit Wegkamp: Hatte bei seinem Startelf-Debüt Pech, als CFC-Torwart Phlipp Pentke den Ball nach seinem Schuss aus dem Winkel holte. War bei der Chemnitzer Abwehr meistens abgemeldet. Note: 4

Kevin Wolze: Fand nach seiner Einwechslung nicht ins Spiel. Konnte im Mittelfeld kaum Impulse setzen. Note: 4

 
 

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