Baljak will mit dem MSV Duisburg nach Berlin

Dirk Retzlaff
Srdjan Baljak (vorne) und Stefan Maierhofer wollen mit dem MSV nach Berlin. (Foto: Imago)
Srdjan Baljak (vorne) und Stefan Maierhofer wollen mit dem MSV nach Berlin. (Foto: Imago)

Duisburg. Die Kollegen aus Bremen, München oder Schalke werden es nicht so recht nachvollziehen können, doch Srdjan Baljak bringt es auf den Punkt. „So eine Chance bekommst du nur einmal im Leben“, sagt der Kapitän des Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg. Der Traum vom Berlin, das Mekka des deutschen Fußballs.

„Baki“ will mit den Zebras ins Finale. „Es gibt keine gößere Motivation“, fiebert der Serbe dem heutigen Halbfinale entgegen. „Die Hütte wird brennen“, verspricht Sturmpartner Stefan Maierhofer vor dem Spiel gegen Zweitliga-Konkurrent Energie Cottbus, das heute um 20.30 Uhr in der ausverkauften MSV-Arena beginnt.

Dabei ist es für Srdjan Baljak schon die zweite Chance. Die erste vergab er vor zwei Jahren mit Mainz 05. Im Halbfinale verlor der FSV in Leverkusen 1:4 nach Verlängerung, Baljak kam in der 84. Minute ins Spiel. Damals Trauer und Enttäuschung, heute will Baljak feiern. Dass er am 21. Mai im Berliner Olympiastadion womöglich inmitten eines Konfettiregens als Kapitän im Mittelpunkt des Interesses stehen wird – der Stürmer mag daran denken, er sagt es aber nicht. Wie sich sein Cheftrainer auch nicht im Vorfeld der heutigen Partie über einen möglichen Finalgegner äußern wollte. „Da kann ich auf die Fresse fallen, und das will ich nicht“, so Milan Sasic am Sonntag in einem Fernsehinterview.

Ob das Zweitliga-Duell für den MSV im Halbfinale nun ein Fluch oder ein Segen sein mag – einen Favoriten kann für heute Abend niemand benennen. „50:50“, sieht Sasic die Chancen im Duell mit seinem Kollegen „Pele“ Wollitz, mit dem er einst gemeinsam die Trainerlizenz erworben hatte. Sasic war übrigens Klassensprecher. „Die wollten jemanden wählen, der gut Deutsch kann“, scherzte der Kroate unlängst.

Beide Teams sorgten im Pokal-Wettbewerb für Furore, beide Vereine verloren im Aufstiegsrennen zuletzt aber ein wenig den Anschluss, beide Vereine haben die kuriose Perspektive vor Augen, in der nächsten Saison als Zweitligist in der Euro-League spielen zu können, wenn denn Bayern München mit einem Champions-League-Ticket in der Tasche der Finalgegner sein sollte.

In den letzten beiden Liga-Spielen lief es bei den Zebras nicht rund, heute soll es anders sein. Kapitän Srdjan Baljak kündigt an: „Ich kann nur versprechen, dass wir 100 Prozent geben werden. Wir wollen ins Finale!“ Die Meidericher wollen auch für ihre verletzten Mannschaftskameraden Julian Koch und Ivo Grlic siegen. Auch Grlic schaut schweren Herzens zu, er stand 2004 mit Alemannia Aachen (2:3 gegen Werder Bremen) in Berlin im Finale. Der Bosnier würde seine Laufbahn mit einer weiteren Finalteilnahme krönen.

Eine Diagnose der Verletzung von Julian Koch liegt derweil noch immer nicht vor. Wie der MSV Duisburg gestern mitteilte, behandelten die Ärzte die Knieschwellung des Dortmunders operativ. Eine genauere Untersuchung soll nun erst in den nächsten Tagen möglich sein.