Aufsichtsratschef Tomalak tritt beim MSV Duisburg ab

Foto: imago
Zunächst erklärt Andreas Rüttgers, dass er nun doch nicht mehr für das Amt des Vorstandsvorsitzenden beim MSV Duisburg zur Verfügung stehen werde – dann gibt Hans-Werner Tomalak bekannt, zum 31. Dezember sein Mandat im Aufsichtsrat des MSV e.V., in dem er auch als Vorsitzender fungiert, niederzulegen.

Duisburg.. Die Winterpause sollte nicht der Zeitpunkt sein, zu dem sich bei einem Fußball-Zweitligisten die Ereignisse überschlagen. Wie beim MSV Duisburg in den vergangenen Wochen fast schon üblich, passierten die spektakulären Dinge am Donnerstag freilich nicht auf dem Rasen, sondern hinter den Kulissen. Zunächst erklärte Andreas Rüttgers, dass er nun doch nicht mehr für das Amt des Vorstandsvorsitzenden beim MSV zur Verfügung stehen werde – dann gab Hans-Werner Tomalak wenige Stunden später bekannt, zum 31. Dezember sein Mandat im Aufsichtsrat des MSV e.V., in dem er auch als Vorsitzender fungiert, niederzulegen.

"Zeitliche Aufwand einfach nicht mehr leistbar"

Die zeitliche Nähe zwischen beiden Vorgängen fällt ins Auge – und ist nach Aussagen von Hans-Werner Tomalak doch nur Zufall. „Die Entscheidung ist über einen längeren Zeitraum gediehen“, erklärte er im Gespräch mit der Sportredaktion. „Der zeitliche Aufwand war einfach nicht mehr leistbar“, schildert er seine Beweggründe. Ob die Turbulenzen der jüngsten Zeit um die Besetzung des Vorstandes ebenfalls eine Rolle gespielt hätten? Tomalak verneint: „Ganz bestimmt nicht. Es sind einfach zu viele Aufgaben, die ich wahrnehmen muss.“ Den Rücktritt sieht er als sauberen Schnitt „zum Quartalsende“, um seine Nachfolge will er sich keine Gedanken machen müssen. „Ich halte mich da völlig raus, möchte auch gar nicht gefragt werden.“ Zunächst wird Robert Philipps als bisheriger Stellvertreter Tomalaks Aufgaben wahrnehmen.

Naturgemäß wollte Hans-Werner Tomalak dann auch keine Stellungnahme mehr zu dem abgeben, was unmittelbar zuvor noch aus MSV-Sicht das Thema des Tages dargestellt hatte: dem Rückzug von Andreas Rüttgers. Der Mann vom Hauptsponsor Schauinslandreisen, der seit der letzten Aufsichtsratssitzung vor zwei Wochen als Favorit für die Nachfolge des weiterhin amtierenden Dieter Steffen galt, warf das Handtuch. Und das auf die ihm eigene Art und Weise: Er gab seinen Rückzug im Fan-Forum „MSV-Portal“ bekannt. Rüttgers, bei Schauinsland-Reisen für den Bereich Flugreisen zuständig, erklärte im Forum unter seinem Pseudonym „Diplomat“: „Liebe Fans, leider muß ich Euch heute mitteilen, daß ich unter den aktuellen Voraussetzungen, nicht als Kandidat für den Vorstandsvorsitzenden des E.V. zur Verfügung stehen werde. Ich bedanke mich an dieser Stelle ausdrücklich bei allen, die mir ihr Vertrauen entgegen gebracht haben, ohne das eine konstruktive Zusammenarbeit nicht möglich ist.“ Als „Diplomat“ ist Rüttgers seit dem Einstieg des Reiseunternehmens beim MSV im Internetforum unterwegs. Unlängst sorgte er für Aufsehen, als er eine Diskussionsrunde über einen Rückzug des MSV in die fünfte Liga eröffnet hatte.

Sauerland soll "Lösung Rüttgers“ mit vorangetrieben haben

In Zusammenhang mit seiner Kandidatur war auch ein stärkeres finanzielles Engagement von Schauinslandreisen im Gespräch gewesen. Dies erscheint nun ebenso fraglich wie eine kurzfristige Lösung im seit Monaten andauernden Führungsstreit. Mit den Vorgängen betraute Personen sprachen zuletzt von einer verstärkten Einflussnahme von Oberbürgermeister Adolf Sauerland. Er soll die „Lösung Rüttgers“ mit vorangetrieben haben.

Somit dürfte Dieter Steffen wohl noch länger im Amt bleiben: „Mein Vorstandskollege Stephan Bock und ich sind uns einig, dass wir weiter die Verantwortung für den Verein tragen müssen. Wichtig sind jetzt aber nicht Personalien, sondern die Sachfragen. Schließlich müssen wir bis zum 13. Januar die Lizenzierungsbestimmungen der DFL erfüllen."

 
 

EURE FAVORITEN