Aufgalopp beim MSV Duisburg mit Gänsehaut und Ungewissheit

Sven Kowalski
Verregneter Trainingsauftakt beim MSV Duisburg mit Trainer Kosta Runjaic (rechts).
Verregneter Trainingsauftakt beim MSV Duisburg mit Trainer Kosta Runjaic (rechts).
Foto: WAZ FotoPool

Duisburg. Über allem schwebte aber natürlich die Ungewissheit, ob dieses Team auch noch zum Saisonstart am 19. Juli auf dem Platz stehen und tatsächlich in der Zeiten Liga spielen wird. So war es dann doch „kein normaler Start“, wie MSV-Coach Kosta Runjaic sagte, „aber es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung, heute mit der Vorbereitung anzufangen.“

Der Trainer weiter: „Es war eine richtig gute Einheit und die Jungs waren alle hochmotiviert.“ Gedankliche Abwesenheit konnte Runjaic bei keinem Kicker feststellen: „Mein Eindruck auf dem Platz war, dass die Spieler alle ganz normal gestartet sind. Natürlich macht man sich Gedanken, aber ihr Verhalten war sehr professionell und emotional. Sie haben sich heute alle zum ersten mal wieder gesehen. Ich denke, es tut ihnen gut, die ganze Situation wieder gemeinsam verarbeiten zu können. Der Ball rollt wieder, das ist das Wichtigste“.

Jula soll sich präsentieren

Das konnte Ranisav Jovanovic nur bestätigen: „Es ist ein richtig schönes Gefühl, wieder anzufangen. Als wir gesehen haben, was hier los ist, haben wir alle Gänsehaut bekommen“, freute sich der Stürmer über den Zuschauerzuspruch. „Was die Fans in derzeit auf die Beine stellen, ist toll“, stimmte Sören Brandy ein. „Auch für sie müssen wir unseren Job machen. Und das werden wir tun, solange es keinen anderen Beschluss gibt“, verspricht der Offensivmann. „Was im Lizenzverfahren für Fehler gemacht wurden, können wir nicht beeinflussen. Mit dem Training anzufangen, war das richtige Zeichen. Sich Gedanken zu machen, wo man hingehen könnte, wäre der falsche Weg.“ Beiden Kickern ist freilich bewusst, dass diese Gedanken dennoch erforderlich werden könnten. „Bei einem Lizenzentzug würde sich natürlich eine komplett andere Situation ergeben“, weiß Jovanovic, „aber wir hoffen alle auf ein positives Ergebnis. Das ist hier schließlich kein Spaßtraining, sondern die Vorbereitung auf die Zweite Liga.“

Mit von der Partie war neben den Neuzugängen Anthony Jung (FSV Frankfurt), Danny Latza (Darmstadt 98) und Marvin Knoll (Hertha BSC) auch der zuvor an Osnabrück ausgeliehene Rückkehrer Emil Jula. „Emil hat Vertrag und kann sich jetzt präsentieren. Der Trainer wird sich ein Bild von ihm machen, dann sehen wir weiter“, beschreibt Ivica Grlic die Perspektive des Stürmers. Zur Perspektive des MSV sagt der Manager: „Falls es nicht mit der Lizenz klappt, sind wir darauf vorbereitet, anders zu planen. Aber aus unserer Überzeugung heraus planen wir für die Zweite Liga.“