Essen

Uli Hoeneß attackiert Mesut Özil und kassiert einen Shitstorm aus allen Richtungen

Mesut Özil wurde von Uli Hoeneß scharf kritisiert.
Mesut Özil wurde von Uli Hoeneß scharf kritisiert.
Foto: imago/Sven Simon

Essen. Mit seiner heftigen Kritik an Mesut Özil hat Uli Hoeneß eine Welle der Empörung ausgelöst. Nun erntet der Präsident für seine großspurigen Aussagen mächtig Gegenwind.

Hoeneß hatte Mesut Özil nach dessen Rücktritt von der deutschen Nationalmannschaft angegriffen und behauptet, der Star des FC Arsenal spiele „seit Jahren einen Dreck“.

Uli Hoeneß kritisiert Mesut Özil und erntet selbst viel Kritik

Hoeneß weiter: „Den letzten Zweikampf hat er vor der WM 2014 gewonnen. Und jetzt versteckt er sich und seine Mist-Leistung hinter diesem Foto.“

Kaum hatten diese Worte die Lippen des 66-Jährigen verlassen, da wetterten viele Menschen in Fußball-Deutschland gegen Hoeneß.

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Wenn Steuerhinterzieher moralische Fragen erklären

Die einen kritisierten den Umstand, dass Hoeneß sich als verurteilter Steuerhinterzieher anmaßt, moralisch über Mesut Özil zu urteilen. Schließlich kritisierte Hoeneß auch die Art und Weise, mit der Mesut Özil seinen Rücktritt bekanntgegeben hatte.

So schrieb die Grünen-Bundestagsabgeordnete Renate Künast bei Twitter: „Um es mal vorsichtig auszudrücken: Wer wie Hoeneß trotz einer Straftat selbst viel Solidarität erfahren hat, sollte mal nicht die Backen derart aufblasen.“

Blogger und Bestseller-Autor Sascha Lobo meinte ironisch: „Moralische Fragen lasse ich mir am liebsten von verurteilten Steuerhinterziehern erklären.“

Mesut Özil und die Zweikämpfe

Die anderen stellten Hoeneß wegen der Aussage, Mesut Özil habe seinen letzten Zweikampf vor der WM 2014 gewonnen, genüsslich an den Pranger.

So rechnete die „Deutsche Welle“ vor: Bei der WM in Russland gewann Mesut Özil 13 Zweikämpfe (bei 10 verlorenen). Damit zählte er zu den zweikampfstärkeren Spielern im DFB-Team.

„Kritik oberflächlich rein sportlich“

Und wieder andere bemängelten an Hoeneß‘ Kritik, dass sie inhaltlich am Thema vorbeiziele. Schließlich gehe es in der Debatte nicht um die sportlichen Leistungen des Fußballprofis, sondern um den Umgang mit dem Menschen Mesut Özil und dessen Migrationshintergrund.

„Dass er eine schlechte Körpersprache habe, wird dann etwa mit dem Nicht-Singen der Hymne in einen großen Anti-Özil-Topf geworfen“, schreibt der „Focus“: „Hoeneß' harsche Kritik mag oberflächlich rein sportlich sein. Doch ebenso undifferenziert wie Özils Anklagen in seiner Abrechnung sind, sind diejenigen, die Özil wegen seines Migrationshintergrundes ablehnen.“

 
 

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