Essen

Mesut Özil von türkischen Politikern gefeiert: „Ehrenhafte Haltung unseres Bruders!“

Mesut Özil kassierte reichlich Lob von türkischen Politikern.
Mesut Özil kassierte reichlich Lob von türkischen Politikern.
Foto: imago/Sven Simon

Essen. Mesut Özil erntet nach seinem Rücktritt aus der deutschen Nationalmannschaft eine Menge Lob von ranghohen türkischen Politikern.

Sportminister Mehmet Kasapoglu teilte via Twitter mit: „Wir unterstützen die ehrenhafte Haltung unseres Bruder Mesut Özil von ganzem Herzen.“

Mesut Özil von türkischen Politikern gefeiert

Türkeis Justizminister Abdulhamit Gül meinte, Mesut Özil habe mit seinem Rücktritt „das schönste Tor gegen den faschistischen Virus geschossen“.

Ibrahim Kalin, der Sprecher des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan, schrieb bei Twitter: „Stellen Sie sich mal vor, welchem Druck Mesut Özil in diesem Prozess ausgesetzt war. Wo sind Höflichkeit, Toleranz und Pluralismus geblieben?“

--------------------

Mehr zum Thema:

--------------------

Mesut Özil und sein Rücktritt

Am Sonntag hatte Mesut Özil in drei umfassenden Mitteilungen auf seinen Social-Media-Kanälen die Gründe für das Treffen mit Erdogan erklärt, mit Medien und Sponsoren abgerechnet und schließlich seinen Rücktritt aus dem DFB-Team bekanntgegeben (hier alle Einzelheiten).

Mesut Özil bekam für seine Entscheidung nicht nur Unterstützung. Bayern-Präsident Uli Hoeneß wetterte: „Ich bin froh, dass der Spuk vorbei ist. Mesut Özil hat seit Jahren einen Dreck gespielt! Den letzten Zweikampf hat er bei der WM 2014 gewonnen.“ (hier die klare Hoeneß-Ansage im Wortlaut)

Deutsche Politiker kritisieren DFB

Auch einige deutsche Politiker meldeten sich zu Wort. Viele von ihnen kritisierten den DFB. Frank Schwabe, SPD-Bundestagsabgeordneter, schrieb bei Twitter: „Der Rücktritt von Mesut Özil ist beschämend für das Land und erbärmlich für den DFB. Zurücktreten müssen eigentlich Bierhoff und Grindel, die sich nicht nur hinter Mesut Özil verstecken, sondern auch Ressentiments Vorschub geleistet und einen Spieler zum Freiwild gemacht haben.“

Annette Widmann-Mauz, Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, meinte: „Gut, dass Mesut Özil sich endlich erklärt. Bei allem Verständnis für die familiären Wurzeln, müssen sich Nationalspieler Kritik gefallen lassen, wenn sie sich für Wahlkampfzwecke hergeben. Zugleich darf diese berechtigte Kritik nicht in pauschale Abwertung von Spielern mit Migrationshintergrund umschlagen.“

 
 

EURE FAVORITEN