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Mesut Özil: Jetzt bricht der Berater sein Schweigen und teilt mächtig gegen DFB-Stars und Clubbosse aus

Mesut Özil trat nach der WM 2018 in Russland aus der Nationalmannschaft zurück.
Mesut Özil trat nach der WM 2018 in Russland aus der Nationalmannschaft zurück.
Foto: imago

Essen. Sein Rücktritt aus der deutschen Nationalmannschaft löste ein wahres Erdbeben aus: Mesut Özil (29) rechnete mit dem Deutschen Fußball-Bund ab und warf Teilen der deutschen Medienlandschaft Rassismus vor.

Danach blieb es länger ruhig um den ehemaligen Profi des FC Schalke 04. Doch nun meldet sich sein Berater Erkut Sögüt zu Wort, um auf die zahlreichen Reaktionen zu seinem Rücktritt einzugehen. Im Interview mit dem „11-Freunde-Magazin“ teilte der Özil-Berater dabei ordentlich aus.

Özil-Berater: „Es ist eine Frage des Respekts, den Präsidenten zu treffen“

Vor der WM geriet Mesut Özil wegen seiner Fotos mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in die Kritik. „Mesut hat keinen Fehler gemacht. Dabei bleibt es“, kommentierte Sögüt das Foto und sagte weiter: „Es ist eine Frage des Respekts, den Präsidenten zu treffen, wenn dieser darum bittet. Die beiden haben sich in all den Jahren immer wieder getroffen, das war nie ein Problem in der deutschen Öffentlichkeit.“

Hätte Mesut Özil das Treffen zu dem Zeitpunkt vor der WM 2018 in Russland verweigert, hätte das nach Ansicht seines Beraters für ihn Konsequenzen in der Türkei gehabt.

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Mesut Özil als Erdogan-Wahlhelfer?

Wegen des Fotos geriet Mesut Özil in die Kritik. Er leiste Wahlkampfhilfe für den türkischen Präsidenten, hieß es. Sein Berater dazu: „Das kann so aussehen. Aber in Wirklichkeit hat die deutsche Presse mit ihren ausufernden Berichten dem Präsidenten viel mehr geholfen. Viele Wahlberechtigte in Deutschland haben gedacht: ,Jetzt erst recht!’“

Sögüt nimmt Nationalspieler auseinander

Nach dem Rücktritt meldeten sich auch einige DFB-Stars zu Wort. Toni Kroos hatte gegenüber der „Bild“ gesagt, dass Mesut Özil bei seinem Rücktritt „viel Quatsch“ erzählt habe (mehr dazu hier). Seine Einschätzung bezeichnet Sögüt als „mehr als enttäuschend und deplatziert“, genau wie die Reaktionen von Manuel Neuer und Thomas Müller.

„Neuer wirft Mesut indirekt vor, nicht mit Stolz das deutsche Nationaltrikot getragen zu haben. Das ist nicht akzeptabel. Müller hat die Diskussion nicht verstanden. Und Kroos sollte als gestandener Nationalspieler erklären, was er mit dem Vorwurf ,Quatsch’ meint“, fordert der Özil-Berater. „Für die Aussagen der drei gibt es nur zwei Erklärungen: Sie sind entweder naiv oder berechnend“, sagt Sögüt.

Die Bayern-Bosse und „ihre unverzollten Rolex-Uhren“

Noch härter ging der Özil-Berater mit den Bayern-Bossen Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß ins Gericht. Der Präsident des FC Bayern München hatte behauptet, dass Mesut Özil seit Jahren in der Nationalelf „nur Dreck“ (hier liest du mehr)“ gespielt habe, während Rummenigge die Rassismus-Debatte als Phantomdiskussion bezeichnete (mehr dazu hier).

Erkut Sögüt dazu: „Wenn hier irgendjemand ablenken will, dann sind es diese beiden. Und zwar von der Leistung ihrer eigenen Spieler, von ihrer Steuerhinterziehung, ihren unverzollten Rolex-Uhren und von der Vetternwirtschaft in ihrem Verein. Rummeniges Bruder Michael und Hoeneß` Bruder Dieter sind als Spielerberater aktiv. Michael wollte vor einigen Jahren Mesut abwerben. Ich habe kein Wort von den Bayern gehört zu den rassistischen Ausfällen des Theaterchefs in ihrer Stadt. Äußert euch doch mal dazu!“

 
 

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