Mats Hummels hadert noch immer mit diesem WM-Moment – „Das zu verarbeiten, hat eine andere Qualität“

Nationalspieler Mats Hummels hadert noch immer mit seiner vergebenen Großchance beim WM-Spiel gegen Südkrorea.
Nationalspieler Mats Hummels hadert noch immer mit seiner vergebenen Großchance beim WM-Spiel gegen Südkrorea.
Foto: imago/Matthias Koch
  • Am Donnerstag (20.45 Uhr) startet Deutschland in die Nations League
  • Das WM-Debakel steckt vielen Spielern jedoch noch in den Knochen
  • Mats Hummels verrät, welchen Moment des Turniers er nicht aus dem Kopf kriegt

München. Neues Spiel, neue Chance – heißt es so schön. Doch das WM-Debakel steckt sicher noch immer in den Köpfen der deutschen Nationalspieler, auch vor dem Anpfiff des ersten Nations-League-Spiels der DFB-Elf gegen Weltmeister Frankreich.

Zu tief sitzt der Stachel des Vorrunden-Debakels, das in der 0:2-Pleite gegen Südkorea gipfelte. Daraus macht Nationalspieler Mats Hummels auch keinen Hehl.

Deutschland: Vor Nations-League-Spiel gegen Frankreich - Hummels hadert mit dieser Szene

Er beichtet im Kicker, dass er bis heute mit einer Szene des letzten Vorrundenspiels hadert. Es stand noch 0:0, als er eine maßgeschneiderte Flanke von Mesut Özil völlig frei neben das Tor köpfte.

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DFB-Infos:

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„Dieser Kopfball hat mich verfolgt, weil es mir unglaublich wehtut, so eine Chance zu vergeben“, sagt Mats Hummels im Kicker-Interview. „Und weil man sich verantwortlich fühlt, dass sein Land aus der WM flog. Das zu verarbeiten, hat eine andere Qualität als im Verein.“ Hummels ärgert sich bis heute – gerade, weil es „die Flanke ist, die ich mit Joshua Kimmich ohne Ende im Training übe.“

+++ Wann spielt Deutschland? Hier alle Termine im Überblick +++

Hummels liefert nachträglich eine Erklärung für das Auslassen dieser Mega-Chance: „Ich wollte viel zu viel Wucht in diesen Ball reinbringen, die aus dieser Distanz gar nicht nötig war. In dieser Situation habe ich versucht, den Ball mit 100 km/h reinzuschädeln. Fußball ist nicht immer nur Wille und Entschlossenheit, sondern manchmal auch, die Übersicht und kühlen Kopf zu bewahren.“

Mats Hummels: Löw hat nicht an Autorität verloren

Für Abwehrchef Mats Hummels hat Bundestrainer Joachim Löw nach dem WM-Debakel „auf keinen Fall“ an Autorität verloren. „Ein Trainer, der eigene Fehler eingesteht, gewinnt bei einer Mannschaft sehr viel an Kredit und Stellenwert, diese Erfahrung habe ich gemacht“, sagte der Fußball-Nationalspieler im kicker-Interview: „Der Bundestrainer hat bei der Mannschaft überhaupt nichts von seinem Stellenwert verloren, er hat sogar gewonnen.“

Dass sich Löw während seiner WM-Analyse vor seine Spieler gestellt und viel Selbstkritik geübt hatte, werde ihm hoch angerechnet. „Wir alle wissen, dass der Bundestrainer sehr viel Kritik einstecken musste für Sachen, die wir Spieler auf dem Platz uns eingebrockt haben“, sagte Hummels: „Wir wissen, was wir an diesem Bundestrainer haben, wie unglaublich gut er die Nationalmannschaft geführt hat, seit 2006 allein und davor als Co-Trainer: Er wird von der Mannschaft das Richtige auf dem Platz zurückbekommen.“

Hummels: Gegen Frankreich „den Arsch aufreißen“

Die Kritik von Weltmeister-Kapitän Philipp Lahm an Löws vermeintlich zu laschem Führungsstil gehe „etwas am Thema vorbei“, sagte der Bayern-Profi, der mit Lahm vor vier Jahren den Titel geholt hatte: „Es ist nicht so, dass der Bundestrainer alles durchgehen lässt und wir tun und lassen können, was wir wollen. Er legt Wert auf bestimmte Sachen. Werden die eingehalten, ist er sehr verständnisvoll. Aber insgesamt beruht unser Umgang miteinander auf einem gegenseitigen Vertrauen und Verständnis, das der Bundestrainer von uns immer bekommen wird.“

Löw und Kroos zeigen Zuversicht

Am Donnerstag spielt Deutschland gegen Frankreich.
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Für die kommenden Länderspiele verspricht der 29-Jährige, dass „wir uns - auf gut Deutsch - den Arsch aufreißen“. Hummels sei sich bewusst, dass das Aus in Russland „erst mit dem nächsten Turnier“ korrigiert werden könne. „Aber wenn wir in der Nations League die zwei großen Gegner Frankreich und Niederlande besiegen und gut spielen, ist eine richtige Tendenz zu sehen“, sagte er. (dso/sid)

 
 

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