Löw und Bierhoff fürchten um Seriösität der Liga

DerWesten
Bundestrainer Joachim Löw und Teammanager Oliver Bierhoff sorgen sich angesichts des Trainer-Theaters um das Ansehen der Fußball-Bundesliga.

Mainz. Bundestrainer Joachim Löw und Teammanager Oliver Bierhoff sorgen sich angesichts des Trainer-Theaters um das Ansehen der Fußball-Bundesliga. "Generell müssen wir aufpassen, dass die Seriösität der Liga nicht leidet", sagte Löw am Dienstag in Mainz, wo sich die Nationalmannschaft auf ihr EM-Qualifikationsspiel am Samstag in Kaiserslautern gegen Kasachstan (20.00 Uhr/ZDF) vorbereitet.

Bierhoff forderte die Liga auf, Regeln zu schaffen, "um auch im Trainerbereich ein seriöses Bild abzugeben". Nach Ansicht des ehemaligen DFB-Kapitäns sei es vor allem den Fans schwer zu vermitteln, dass ein Trainer heute auf dieser und nur wenig später bei einem anderen Klub auf einer anderer Bank säße. Den überraschenden Trainer-Wechsel bei Eintracht Frankfurt von Michael Skibbe zu Christoph Daum wollten weder Löw noch Bierhoff besonders kommentieren.

"Das passt ins derzeitige Bild", sagte Bierhoff, der persönlich davon überzeugt ist, "dass sich kontinuierliche Arbeit am Ende immer auszahlt". Als Beispiel nannte der ehemalige Torjäger Alex Ferguson (Manchester United), Arsene Wenger (FC Arsenal) sowie aus der Bundesliga Otto Rehhagel sowie Thomas Schaaf, die jeweils bei Werder Bremen immer die volle Unterstützung der Klubführung erfahren hätten.

Löw stellte aber auch klar, dass die Personalien ausschließlich von den Vereinen und deren Präsidien entschieden werden müssten. Über das Gesamtbild der Liga müsse man derzeit aber nachdenken.

Bereits am Sonntag hatte DFB-Sportdirektor Matthias Sammer das Trainer-Chaos in der Liga kritisiert. "Es macht keinen guten Eindruck, weil wir neben den ganzen Entscheidungen auch mal wieder über sportliche Dinge diskutieren sollten. Ich finde, da sieht es im deutschen Fußball nicht so gut aus, wie manche denken", sagte der frühere Bundesliga-Coach in der Fernsehsendung Sky90.

Nach Meinung des Europameisters von 1996 sollte man bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) darüber nachdenken, analog zu den Ligen in Spanien und Italien eine Klausel einzuführen, nach der ein während der Saison entlassener Trainer in der gleichen Spielzeit nicht mehr in der Liga eingesetzt werden kann.

"Ich bin der Meinung, dass wir Systeme im Interesse der Inhalte vielleicht reglementieren müssen. Wenn das zum Schutz dient, sollte man zumindest darüber nachdenken", sagte Sammer in Bezug auf den Wechsel von Felix Magath während der vergangenen Woche von Schalke 04 zum VfL Wolfsburg und dem Arbeitsbeginn von Ralf Rangnick am Montag bei den Königsblauen, nachdem dieser sich zum Jahreswechsel von 1899 Hoffenheim getrennt hatte. (sid)