Kroos und Schürrle überzeugen gegen Irland - Neuer unsicher

Bester DFB-Spieler gegen Irland: Toni Kroos.
Bester DFB-Spieler gegen Irland: Toni Kroos.
Foto: Reuters
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bucht die Tickets für die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 durch einen gesamtheitlich guten Auftritt beim 3:0 gegen Irland. Toni Kroos und André Schürrle schneiden in unserer Einzelkritik am besten ab.

Köln. Noten von 1,5 bis 4: Diskutieren Sie mit uns die Leistungen der DFB-Spieler beim 3:0-Sieg gegen Irland.

Die DFB-Spieler in der Einzelkritik beim 3:0-Sieg gegen Irland

Manuel Neuer: Deutschlands Nummer eins wurde im ersten Abschnitt kaum gefordert gegen zum größten Teil offensivschwache "Boys in green". Der Torwart des FC Bayern München musste sich bei kalten Temperaturen warm halten, hatte sogar Zeit, einem Balljungen (un)freundlich zuzuwinken, als dieser den Ball bei einer der wenigen irischen Chancen zu schnell ins Spiel zurückwarf. Musste nur in der Nachspielzeit der ersten Hälfte den Ball an die Latte lenken. Im zweiten Abschnitt mehr gefordert und teilweise unsicher. So verschätzte sich Neuer bei einem Gästekonter (52.) und klatschte nach einem Schuss den Ball vor die Füße von Stokes (73.). Blieb durch zwei gute Paraden in der 89. Minute aber zu Null. Note: 3,5

Philipp Lahm: Der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft durfte auf der Außenverteidigerposition spielen und nicht wie in seiner Vereinsmannschaft im defensiven Mittelfeld. Dort allerdings hielt sich Lahm ebenso häufig auf wie auf der rechten Offensivseite. Lahm war ein stetiger Unruheherd und einige gute Pässe in die Spitze sorgten für Gefahr. Und zum 1:0, als er Sami Khedira bediente (12.). Im Zusammenspiel mit Thomas Müller auf rechts allerdings gab es hier und da Missverständnisse. Note: 2

Per Mertesacker: Der lange Verteidiger des FC Arsenal hatte ein paar Wackler in seinem Spiel: Er verlor in der siebten Minute Kevin Doyle aus den Augen, war in der Nachspielzeit der ersten Hälfte nicht bei seinem Mann und brachte in der zweiten Halbzeit mit einem Stellungsfehler Keeper Neuer in Bredouille. Im restlichen Spielverlauf war der Routinier dann sicherer. Note: 4

Jerome Boateng: Auch Mertesackers Nebenmann spielte bis auf eine Szene eine solide Partie. Nach einer halben Stunde allerdings unterlief dem Innenverteidiger ein fast folgenschwerer Fehlpass, aber Khedira klärte die Situation. Kurz vor Schluss packte Boateng noch einen aus dem Stiefel: Sein Lattenknaller in der 83. Minute sorgte für ein lautes Raunen im Kölner Stadion. Note: 3

Marcell Jansen: Das Zusammenspiel mit André Schürrle auf der linken Seite war nicht so effizient wie das Pärchen Lahm/Müller auf rechts. Die wenigen Aktionen in der Offensive waren zu vernachlässigen. Note: 3,5

Sami Khedira (bis 82.): Kein Stürmer oder Offensivspieler sorgte für die frühe und beruhigende Führung gegen Irland. Sami Khediras abgefälschter Schuss aus der Distanz bescherte dem Team von Bundestrainer Joachim Löw das 1:0 und der Profi von Real Madrid hatte auch das 3:0 auf dem Fuß. Khedira spielte auf der Doppelsechs eine solide und kluge Rolle, war clever in der Spielverlagerung und robust im Zweikampf. Note: 2

Bastian Schweinsteiger: In seinem 99. Länderspiel machte Bastian Schweinsteiger hauptsächlich die Drecksarbeit. Der Bayer lief die Löcher im Mittelfeld zu und hielt Khedira auf der Doppelsechs den Rücken frei. Schaltete sich selbst nur selten in die Offensive ein. Note: 3

Thomas Müller (bis 88.): Thomas Müller erhielt wie erwartet den Vorzug vor Gladbachs Stürmer Max Kruse, durfte aber nicht die "falsche Neun" geben, sondern orientierte sich auf die rechte Offensivseite. Der Bayern-Spieler rückte aber immer wieder gefährlich in die Zentrale, arbeitete fleißig an seinem Treffer, der ihm aber bis zu seiner Auswechslung nicht gelang. Note: 2,5

Toni Kroos: Immer wieder versuchte Toni Kroos mit seinen Distanzschüssen das Abwehrbollwerk der Gäste aus der kompakte Defensive zu locken. Dass es der Münchener aber auch mit Gefühl im Fuß kann, zeigte der Mittelfeldmann in der 58. Minute, als er die Viererkette mit einem Lupfer aushebelte und Schürrle nur noch einzuschieben brauchte. Stark in der Balleroberung und Spielverlagerung. Note: 1,5

André Schürrle (bis 85.): Der Stürmer des FC Chelsea brauchte 20 Minuten, um in Fahrt zu kommen, war dann aber ein belebendes Element auf der linken Seite. Hatte einige gute Möglichkeiten (24., 35., 41.) und wurde in der 25. im Strafraum unsauber vom Ball getrennt. In einer Phase, in der die Gäste anfingen, offensiv am Spiel teilzunehmen, markierte Schürrle eiskalt das 2:0 (58.). Note: 2

Mesut Özil: Der neue Zauberer aus London agierte gegen die Iren als spielender Stürmer, als "falsche Neun", und holte sich immer wieder die Bälle aus dem Mittelfeld ab. War allerdings nicht so trickreich wie zuletzt und war im Angriffsspiel der Nationalmannschaft letztlich nur selten richtig eingebunden. Scheiterte nur knapp kurz vor dem Abpfiff mit seinem ersten richtigen Versuch, verwertete seinen zweiten in der Nachspielzeit zum 3:0. Note: 3,5

Max Kruse (ab 82.): Der Stürmer von Borussia Mönchengladbach kam für die Schlussphase. Ohne Note.

Mario Götze (85.): Kam für André Schürrle in die Partie. Ohne Note.

Sidney Sam (88.): Kam für Thomas Müller. Ohne Note.

 
 

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