Kantersieg gegen Irland bringt wichtige Ruhe in die DFB-Elf

Erleichterung in der DFB-Elf: Mit dem 6:1-Erfolg gegen Irland ließ die Nationalelf alle Kritiker vorerst verstummen.
Erleichterung in der DFB-Elf: Mit dem 6:1-Erfolg gegen Irland ließ die Nationalelf alle Kritiker vorerst verstummen.
Foto: dapd
Gegen Irland hat die Deutsche Nationalmannschaft am Freitagabend endlich wieder ihr wahres Gesicht gezeigt - oder? Mit dem Kantersieg dürfte jedenfalls erst einmal wieder etwas Ruhe in die Nationalelf einkehren. Doch der echte Härtetest wartet noch auf die DFB-Elf. Ein Kommentar.

Dublin.. Eins zu sechs. Ein „Alptraum für Trapattoni“ titelten die irischen Gazetten am Tag nach dem Debakel der Gastgeber gegen die DFB-Elf. Und bei den Deutschen? Ist jetzt wieder alles gut? War die Kritik der letzten Monate überzogen, womöglich gar gänzlich unberechtigt? Ist das wieder die Nationalelf, die Fußball-Deutschland über zwei Jahre hinweg durchgängig verzückt und Anlass zu größten Schwärmereien gab? Miroslav Klose gab direkt nach dem Spiel schon die Richtung vor: „Die Kritik war ja berechtigt. Wir haben in den ersten Spielen nicht das gezeigt, was wir können.“

Das Schützenfest gegen Irland hat für DFB-Elf keine Aussagekraft

Und deshalb war nach dem Kantersieg gegen die zweitklassigen Iren vor allem Erleichterung spürbar, niemand aber sprach von Genugtuung oder brach in Triumphgeheul aus. Zu schwach war der Gegner; am Ende ist er kein Maßstab für die Aufgaben, an denen sich die DFB-Elf auf dem Weg zum ersehnten Titel wirklich versuchen will. So wie die makellose EM-Qualifikation mit zehn Siegen kein Garant für eine erfolgreiche EM-Endrunde war, so wenig lässt sich aus diesem 6:1-Schützenfest ableiten, dass die deutsche Nationalmannschaft nun gewappnet wäre für den Ernstfall. Die DFB-Elf kann, so ungerecht das klingen mag, in derartigen Duellen mit deutlich unterlegenen Gegnern im Zweifel nur verlieren.

Zumindest aber taugt dieser Sieg für eine Beruhigung der Szenerie, wischt die nahende Herbstdepression vorerst vom Tisch, lässt unangenehme Fragen nach der inneren Stabilität des Gefüges einstweilen verstummen – und vor allem: den Bundestrainer in Ruhe weiterarbeiten. Das immerhin ist dank des 6:1 geglückt. Vorerst bis zum Dienstag. Dann erwartet die DFB-Elf mit Schweden den vermeintlichen Hauptkonkurrenten in der Gruppe. Und dann würde, einen deutlichen Sieg vorausgesetzt, wohl auch das ein oder andere Wort der Genugtuung fallen.

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