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Jetzt könnte Julian Draxler ein Spieler für den FC Bayern sein

Jetzt könnte Julian Draxler ein Spieler für den FC Bayern sein

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Nur noch Bankdrücker bei Paris St. Germain: Julian Draxler. Foto: imago

München. 

Alles bestens. Alles paletti. Bei den Bayern herrscht die Mia-san-gut-Stimmung. Das klingt sehr nach dem strotzenden Selbstvertrauen, das die Münchener seit Jahren perfekt zelebrieren. In Wirklichkeit ist es aber nur Erleichterung. Erleichterung darüber, dass der Start in die 55. Spielzeit nicht in die Hose ging.

Der Rekordmeister – das unterscheidet ihn von der Ära Guardiola/Sammer – ist in diesen Tagen bereits mit wenig zufrieden. Zum Beispiel mit einem glücklichen 3:1-Auftaktsieg gegen Bayer Leverkusen. Von der einstigen Dominanz, von der Herrschaft über Ball und Gegner, war wenig bis nichts zu sehen.

Gerade einmal 51 Prozent Ballbesitz besaßen die Bayern. 19 (!) Schüsse ließen sie auf ihr Tor abfeuern. Sammer hätte gezürnt, Guardiola hätte den Spielern die Nasen langgezogen.

Aber in München ist man genügsam geworden. Der neue Sportmanager Hasan Salihamidzic, 40, schwärmte von seinen „super Jungs“ und fand es gar nicht gut, dass von außen draufgehauen wird. Präsident Uli Hoeneß meinte, man könne für das erste Spiel „zufrieden“ sein.

So viel Schönfärberei überraschte sogar die Spieler. Thomas Müller erklärte: „Wir sind nicht im siebten Himmel.“ Keeper Sven Ulreich, der mit einigen wunderbaren Taten weitere Leverkusener Tore verhinderte, war sogar richtig sauer, weil nach der Herausnahme von Mats Hummels vor ihm nichts mehr passte: „Wir waren zu weit weg vom Gegner, wir waren nicht aggressiv. Das müssen wir unbedingt abstellen.“

Ob die Bayern tatsächlich wieder zu alten Stärken zurückfinden, ist anzuzweifeln. Weltmeister Jerome Boateng kann erst im September am Spielbetrieb teilnehmen, auch der Spanier Javier Martinez wird gegen Werder Bremen noch fehlen. Einzig die Rückkehr von Torwart Manuel Neuer wird erwartet.

Zu viele Baustellen für Ancelotti

Das wird aber nicht dafür sorgen, dass sich grundsätzlich etwas ändern wird. Der gemütliche Trainer Carlo Ancelotti hat zu viele Baustellen zu bearbeiten.

Der Defensive fehlt die Abstimmung, im Mittelfeld fehlt der Ideengeber, und im Angriff hat Robert Lewandowski trotz seines verwandelten Elfmeters gegen Bayer Leverkusen noch nicht seine Form gefunden. Ob die Bayern noch einmal auf dem Transfermarkt zuschlagen, ist fraglich. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge erklärte unlängst, dafür müsse „alles stimmen“.

Das könnte im Fall von Julian Draxler sein. Der 23-jährige gebürtige Gladbecker hat nach dem 222-Millionen-Euro-Transfer von Neymar zu Paris Saint-Germain keine Zukunft mehr in der französischen Hauptstadt. Er würde perfekt ins Anforderungsprofil der Münchener passen und wäre im Verhältnis zu den irrsinnigen Summen ein Schnäppchen. Sein Marktwert wird auf rund 40 Millionen Euro taxiert.

Mit Neuen haben die Bayern gute Erfahrungen gemacht. Niklas Süle erzielte bei seinem ersten Pflichtspiel seinen ersten Treffer und hatte „Gänsehaut“. Dem Franzosen Corentin Tolisso gelang das auch, er fand es „fantastisch“. Und der deutsche Nationalspieler Sebastian Rudy lieferte eine feines Spiel ab.

Mit den Neuen – da waren sich ausnahmsweise alle einig – konnte man tatsächlich zufrieden sein.