Infantino jubelt mit Trump: Amerika bekommt die WM 2026

Das Siegerfoto: Fifa-Präsident Gianni Infantino (r.) mit den Offiziellen aus den USA, Kanada und Mexiko
Das Siegerfoto: Fifa-Präsident Gianni Infantino (r.) mit den Offiziellen aus den USA, Kanada und Mexiko
Foto: Getty Images

Moskau. Ein zufriedenes Lächeln huschte über das Gesicht von Gianni Infantino, als ihm per Bildschirm übermittelt wurde, wo die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 stattfinden wird. „Die WM 2026 geht an die USA, Kanada und Mexiko“, erklärte der Präsident des Fußball-Weltverbandes zufrieden, denn der Sieg des Trios, das unter dem Label „United Bid“ firmierte, war Infantinos großer Wunsch. Marokko, der einzige Gegenkandidat, hat verloren.

Bereits zum fünften Mal scheiterten die Afrikaner beim Versuch, eine WM austragen zu dürfen, und tatsächlich lässt sich diese Entscheidung zunächst einmal als Entscheid der Sachlichkeit interpretieren. Und das ist für eine Abstimmung beim Fußball-Weltverband Fifa wahrlich keine Selbstverständlichkeit. Auch Reinhard Grindel, der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, hat für die Nordamerikaner gestimmt, „Grundlage des Votums des DFB sind die Ergebnisse des Evaluierungsberichts der Fifa-Task-Force“, hatte der Verband schon am Vorabend des Kongresses mitgeteilt.

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"Transparentes Bewerbungsverfahren für die WM 2026"

Bei der 2010 vollzogenen Kür der WM-Gastgeber für 2018 und 2022 war ja endgültig sichtbar geworden, was für ein Moloch der Korruption die Fifa war. „Klinisch tot“ sei der Verband damals gewesen, rief Infantino nun noch einmal in Erinnerung, vor allem die Zustimmung für Katar, den Bewerber, der in allen technischen Prüfungen am schlechtesten abgeschnitten hatte, war ein Skandal. Daher habe man nun „ein transparentes Bewerbungsverfahren für die WM 2026 auf die Beine gestellt“, sagte der Fifa-Chef. Und tatsächlich hat der Kandidat mit den besseren Stadien, der besseren Infrastruktur und dem günstigeren Sommerklima gewonnen. In den USA werden 60 der 80 Partien der ersten WM mit 48 Teilnehmern ausgetragen, Mexiko und Kanada teilen sich die übrigen 20 Begegnungen. „Heute sitzt ein sehr glücklicher Fifa-Präsident vor ihnen“, erklärte Infantino.

Und doch liegt auch auf dieser Wahl, die „United Bid“ mit 134:65 gewann, ein Schatten. Denn der Entscheidungsprozess der Kongressmitglieder war offenkundig politisch beeinflusst, und das ist eigentlich ein Tabu. US-Präsident Donald Trump hatte gedroht, im Fall einer Niederlage von „United Bid“ Länder, die für Marokko gestimmt haben, mit politischen und wirtschaftlichen Konsequenzen abzustrafen. Als Infantino am Mittwoch mit dieser These konfrontiert wurde, wirkte er unsicher und erklärte mit einem merkwürdigen Lächeln: „Ich mache mir keine Sorgen über politische Einflussnahme in irgendeiner Weise.“

Da klang er beinahe wie sein Vorgänger Sepp Blatter, der alle möglichen dunklen Machenschaften gewähren ließ. Wobei die Marokkaner auch ohne diese Einflussnahme aus dem Weißen Haus kaum eine Chance gehabt hätten. Aber am Ende war wieder einmal das Geld ausschlaggebend. Carlos Cardeiro, der Präsident des Fußballverbandes der USA, stellte einen Fifa-Umsatz in Höhe von 14 Milliarden Dollar in Aussicht, bei einem Gewinn von elf Milliarden – Marokko nur vier Milliarden.

 
 

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