Tor oder nicht Tor? Große Verwirrung beim Confed-Cup um den Video-Beweis

Nach Nutzung des Videobeweises wurde ein Tor der Chilenen gegen Kamerun aberkannt.
Nach Nutzung des Videobeweises wurde ein Tor der Chilenen gegen Kamerun aberkannt.
Foto: dpa

Moskau. Der neu eingeführte Video-Beweis hat beim Confederations Cups in Russland gleich am ersten Turnier-Wochenende für große Diskussionen und einige Verwirrung gesorgt. Am Sonntag wurde gleich bei zwei Spielen insgesamt vier Mal die Frage "Tor oder nicht Tor" erst nach Rücksprache mit dem Video-Referee entschieden.

"Ich denke, dieses System braucht Zeit. Die FIFA wird es genau evaluieren müssen", sagte Chiles Trainer Juan Antonio Pizzi nach dem 2:0 (0:0)-Sieg gegen Kamerun. "Am Ende wird diese Technologie aber wahrscheinlich mehr Gerechtigkeit in das Spiel bringen."

Treffer von Vargas wurde nicht gegeben

Bei diesem Spiel in Moskau nahm Schiedsrichter Damir Skomina aus Slowenien beim Stand von 0:0 zunächst einen Treffer des Chilenen Eduardo Vargas wieder zurück (45.+1). Der frühere Bundesliga-Profi von 1899 Hoffenheim hatte nach einem Zuspiel von Bayern-München-Profi Arturo Vidal knapp im Abseits gestanden. Am Ende wurde der Treffer von Vargas zum 2:0 zunächst nicht gegeben (90.+1). Aber wieder wurde Skolina von seinem Video-Assistenten überstimmt.

In beiden Fällen dauerte die Entscheidung jeweils weit mehr als eine Minute. Die Spieler standen solange verwirrt auf dem Rasen und mussten warten. Nach dem nicht gegebenen Tor in der ersten Halbzeit ging insbesondere Vidal den Schiedsrichter wild gestikulierend und laut schimpfend an. Als Skolina wiederum kurz vor Schluss in umgekehrter Weise auf Tor zum 2:0 entschied, dachten viele im Stadion, dies sei der Abpfiff des Spiels gewesen.

Zwei Videobeweise beim Spiel Portugal gegen Mexiko

Bereits am späten Nachmittag hatte es in Kasan beim Spiel zwischen Portugal und Mexiko (2:2) zwei Videobeweise gegeben. "Es sind die neuen Regeln, wenn es dem Fußball hilft, super. Niemand versteht den Videobeweis bislang allerdings", sagte Portugals Trainer Fernando Santos dazu. Er habe versucht rauszufinden, warum das Tor nicht zählte. "Es war ein bisschen verwirrend.

Beim Stand von 0:0 wurde ein Treffer von Portugals Nani in der 21. Minute nicht gegeben. Schiedsrichter Nestor Pitana aus Argentinien sprach mit den Videoschiedsrichtern und entschied danach auf Abseits. Auch hier dauerte es gut eine Minute, bis darüber Klarheit herrschte.

Video-Referees erstmals im Einsatz

Auch nach dem 2:1 durch Cedric (86.) kam der Videobeweis zum Einsatz - das Tor zählte aber. "Der Videoreferee wurde nur bei unseren Toren benutzt, obwohl die Szene vor dem 2:2 auch sehr komplex war", sagte Santos. Mexikos Hector Moreno (90.+1) hatte in der Nachspielzeit für den Endstand gesorgt.

Beim Confed-Cup kommen erstmals bei einem großen FIFA-Turnier die Video-Referees zum Einsatz, um bei spielentscheidenden Situationen wie Toren, Abseits, Roten Karten oder Elfmetern die Korrektur offensichtlicher Fehlentscheidungen zu ermöglichen. (dpa)

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