Gomez trifft in letzter Sekunde für die Bayern

Bayern München steht mit einem Bein im Viertelfinale der Champions League. Das Hinspiel beim Titelverteidiger Inter Mailand gewannen die Münchener durch ein Tor von Mario Gomez in der 90. Minute mit 1:0.

Mailand. Ein spätes Tor von Mario Gomez hat dem FC Bayern im Achtelfinale der Champions League gegen Inter Mailand eine glänzende Ausgangsposition beschert. Der Nationalstürmer nutzte in der 90. Minute einen Fehler von Inter-Torwart Cesar, der einen Robben-Schuss nicht festhalten konnte, und traf zum verdienten 1:0-Sieg bei Titelverteidiger Inter Mailand. In der lange hochklassigen Partie boten die beiden Finalisten des letztjährigen Champions-League-Wettbewerbes fast alles, was Klassemannschaften ausmacht.

Die Bayern traten gegenüber dem Spiel am vergangenen Samstag in Mainz unverändert an. Trainer Louis an Gaal sah also keine Notwendigkeit, die Abwehr, die er in der Bundesligapartie zweimal umgestellt hatte, die Defensive neu zu formieren. Nach zwei Minuten sorgte Inter erstmals für Gefahr vor dem Münchner Tor, als Andrea Ranocchia den Ball nach Wesley Sneijders Freistoß volley nahm und verzog. Nach diesem Weckruf organisierten sich die Bayern, behaupteten das Mittelfeld und ließen vor allem Sneijder kaum mehr zur Entfaltung kommen. Der Niederländer war beim Finale vor neun Monaten neben dem zweifachen Torschützen Diego Militto, der derzeit aber wegen Achillessehnenproblemen fehlt, der überragende Akteur. Seine Kreise zu stören, war dem Münchner Mittelfeld damals nicht gelungen. Dieses Mal setzte vor allem Winter-Neuzugang Luiz Gustavo dem Strategen mächtig zu.

Ribéry traf nur die Querlatte

Es kam die beste Phase der Münchner in der ersten Hälfte, Inter konnte nur noch reagieren, nicht agieren, verhinderte dank einer soliden Defensive aber das Schlimmste. Die Bayern kombinierten gefällig, schafften es aber zunächst nicht, sich in eine gute Schussposition zu bringen. Gustavo probierte es in der 20. Minute mit einem Distanzschuss, aber der Ball ging knapp daneben. In der 24. Minute versuchte sich Franck Ribéry als Kopfballspieler, traf aber nur die Querlatte.

Nach einer knappen halben Stunde fand Inter zurück ins Spiel, und fortan musste es der Bayern-Verteidigung fast ein bisschen schwindelig werden angesichts der leichtfüßigen Vorstöße vor allem von Eto’o. Holger Badstuber hatte seine liebe Mühe mit dem Kameruner und viel Glück. In der 33. Minute rettete Torhüter Kraft nach einem Drehschuss von Eto’o im Strafraum mit dem Fuß. Ein paar Minuten davor hatte er schon einen Schuss von Cambiasso aus kurzer Distanz pariert. In der 37. Minute stellte van Gaal dann die Abwehr doch um – allerdings gezwungenermaßen. Pranjic klagte über Adduktorenbeschwerden und musste ausgewechselte werden. Badstuber rückte auf die linke Seite und Breno, der schon ausgemusterte Verteidiger, bekam doch noch eine Chance.

In der zweiten Halbzeit setzte sich das muntere Spiel weiter fort, und als Gomez zum Sieg traf, war die tolle Ausgangsposition für das Rückspiel perfekt.