Gladbachs Younes sorgt für hart umkämpften U21-Sieg gegen Färöer

David Nienhaus
Es war ein harter Kampf - auch für Robin Knoche, der das 1:1 erzielte.
Es war ein harter Kampf - auch für Robin Knoche, der das 1:1 erzielte.
Foto: dpa
Die Außenseiter von den Färöern bekleckerten die Weiße Weste der deutschen U21-Nationalmannschaft unter Leitung von Trainer Horst Hrubesch in der Qualifikation für die Europameisterschaft 2015. Das DFB-Team lief zweimal einem Rückstand hinterher und drehte die Partie erst kurz vor Schluss zum 3:2-Sieg.

Kassel. Im zweiten Spiel der EM-Qualifikation im Oktober wurde die deutsche U21-Nationalmannschaft ihrer Favoritenrolle nur mit Hängen und Würgen gerecht und schlug die Färöer in Kassel nach hartem Kampf mit 3:2 (1:1).

Trainer Horst Hrubesch stellte seine Mannschaft im Vergleich zum vergangenen Freitag gegen Montenegro (2:0) auf sechs Positionen um. Vor Borussia Mönchengladbachs Nummer eins Marc-André ter Stegen bildeten Shkodran Mustafi (Sampdoria Genua), Robin Knoche (VfL Wolfsburg) und BVB-Außenverteidiger Erik Durm und Michael Vitzthum (KSC) die Abwehrreihe. Yunus Malli (Mainz 05) und der ehemalige Duisburger André Hoffmann (Hannover 96) bekleideten die Doppel-Sechs, offensiv durften Leonardo Bittencourt, Gladbachs Amin Younes und Nico Schulz von Hertha hinter Philipp Hofmann spielen.

Erster Gegentreffer für die Hrubesch-Elf

Lautstark hallten die Stimme des Färiger Schlussmanns Teitur M. Gestsson durch das Auestadion. Erst, um seine Vorderleute bei der ersten Offensivwelle des Gastgebers zu dirigieren. Dann, um lautstark zu jubeln. Trotz drückender Überlegenheit in den Anfangsminuten war es Gestssons Gegenüber ter Stegen, der den Ball aus dem Netz fischen musste. Einen Konter über Bardur Hansen und Gunnar Zachariasen lupfte Árni Frederiksberg spektakulär über den Gladbacher Schlussmann. 1:0 für die Gäste und damit der erste Gegentreffer für die Hrubesch-Elf in der laufenden Qualifikation. Eine Überraschung, so viel war gewiss.

Ter Stegen hatte im Vorfeld dieser Partie in unserem Interview vor den Färingern gewarnt: Leicht sei so ein Auftritt gegen einen vermeintlich kleinen Gegner nicht, denn für viele Teams sei so eine Begegnung das Spiel des Lebens. Das zeigten auch die Inselbewohner, die defensiv klug die Räume eng machten und sich immer wieder in die wütenden Angriffe der DFB-Elf warfen.

Meist war es zu kompliziert

Bis zum Strafraum und teilweise auch noch im Sechszehner war es sehenswert, was die deutsche Mannschaft probierte. Nur war es meist zu kompliziert. Die Dribbelkünstler Younes, Bittencourt und Schulz spielten ihre Gegenspieler schwindelig, ließen zwei, drei Färinger aussteigen, nur in der Mitte fanden ihre scharfen Flanken keinen Abnehmer.

Erst nach über einer halben Stunde versuchten sich die Deutschen auch mal aus der Distanz, mit der Brechstange, wie sie beispielsweise Yunus Malli auspackte (37.) und auch Bittencourt zog gewaltig aus 16 Metern ab. Die Hausherren wollten den Ausgleich vor der Pause erzwingen - egal wie. Und so stocherte Robin Knoche nach einem langen Freistoß den Ball kurz vor der Halbzeit irgendwie aus kurzer Distanz über die Linie. Unzählige Färinger Beine standen im Strafraum, konnten das längst überfällige 1:1 aber nicht verhindern (40.)

Burger und Döner als Belohnung

"Burger, Döner und was der Herz der Spieler begehrt", versprach DFB-Ernährungsberaterin Mona Nemmer den Youngstern als Belohnung für einen Dreier in Kassel. Davor allerdings standen noch 45 Minuten harte Knochen- und Kalorienarbeit.

Hrubesch brachte Kevin Volland und Johannes Geis für Knoche und Hoffmann nach dem Seitenwechsel und hoffte damit, die tief und kompakt stehenden Gäste aus der Reserve locken zu können. Younes per Schlenzer, Hofmann mit einem Drehschuss und Bittencourt aus der Distanz hatten das erlösende 2:1 auf dem Fuß, doch die Partie wurde zu einem Geduldsspiel für die 8.340 Zuschauer in Nordhessen - oder doch zu einer dicken Überraschung?

Es grenzte an eine Blamage

Kurz nach einer Großchance von TSG-Stürmer Volland tauchten die Spieler der Färöer wieder vor dem Tor von ter Stegen auf. Ein langer Einwurf landete bei Hordur Askham, drei DFB-Spieler standen um den Innenverteidiger herum, und der Sohn des Co-Trainers erzielte das 2:1 für die Gäste.

Horst Hrubesch hielt sich am Plexiglas der Auswechselbank fest und konnte es nicht fassen. Die erste Niederlage in der EM-Qualifikation war nur noch 20 Minuten entfernt und das grenzte schon an eine Blamage. Dass die wenigstens noch gerade verhindert wurde, lag vor allem am ehemaligen Dortmunder Bittencourt, der das Tempo anzog, und an Volland, der eine Kopfballvorlage des kleinen Hannoveraners über die Linie drückte (74.). Acht Minuten vor dem Abpfiff erzielte Gladbachs Younes das 3:2 für das deutsche Team und schoss seine Mannschaft damit zu Burger und Döner. Nach einer zähen, hart umkämpften Partie liegt die kulinarische Belohnung aber bestimmt schwer im Magen.