Xhaka schmeißt den Motor an - Gladbach überragend sicher

Granit Xhaka (l.) von Borussia Mönchengladbach setzt sich gegen Hannovers Hiroshi Kiyotake durch.
Granit Xhaka (l.) von Borussia Mönchengladbach setzt sich gegen Hannovers Hiroshi Kiyotake durch.
Foto: imago
An Granit Xhaka führt im Gladbacher Mittelfeld kein Weg dran vorbei. Der Schweizer war gegen Hannover 96 Dreh- und Angelpunkt bei der Borussia.

Mönchengladbach. Lucien Favre ist ein Perfektionist. Dass der Trainer von Borussia Mönchengladbach, angesprochen auf ein perfektes Spiel seiner Mannschaft beim 2:0 gegen Hannover 96 lange zögert, um erst dann zu widersprechen, kann durchaus als großes Lob für seine Mannschaft gesehen werden. Auf jeden Fall aber zeigt es, dass der Fußballlehrer zufrieden war mit dem Auftritt seiner Elf gegen Niedersachsen, die, bis auf ihr Bollwerk, der Borussia nichts entgegenzusetzen hatten.

Der Tabellendritte der Fußball-Bundesliga dominierte die Partie gegen 96 fast nach Belieben, bestimmte das Tempo und machte im Spielaufbau kaum Fehler. Die 93-prozentige Passquote der Gladbacher ist ligaweit ein Spitzenwert und spricht für den Fortschritt, die das Favre-Team in dieser Saison gemacht hat. Mit zwischenzeitlich weit mehr als 70 Prozent Ballbesitz legte sich die Borussia den Gegner zurecht und wurde für geduldigen, variablen Offensivfußball belohnt. „Die Mannschaft hat das sehr, sehr gut gemacht“, lobte Manager Max Eberl den Auftritt gegen die Niedersachsen, ohne einen Spieler herauszupicken. Dabei hat nicht nur Doppeltorschütze Patrick Herrmann dem Spiel seinen Stempel aufgedrückt, auch Granit Xhaka war herausragend.

Xhaka Gladbachs Dreh- und Angelpunkt

Mit 141 Ballkontakten – Hannovers Besters 67 – war Xhaka Taktgeber der Gladbacher. Der Schweizer verteilte die Bälle, spielte Diagonalpässe über 40 Meter und dirigierte das Aufbauspiel seiner Mannschaft. „Ich habe enormes Vertrauen vom Trainer“, sagte der Mittelfeldmann bescheiden nach dem Spie. „Er gibt mir klare Aufgaben mit auf den Weg und die erfülle ich. Mehr mache ich nicht“, so Xhaka. Erst in der 57. Minute fing mal ein Gegenspieler einen Pass des 22-Jährigen ab. Xhaka ist der Motor des jüngsten Borussia-Erfolgs.

Gegen Hannover zeigte das Favre-Team, dass sie bereit ist, aus Fehlern zu lernen. Versuchte Gladbach auf Schalke noch ideenlos ein Defensivfestung zu durchbrechen, zeigte der Bundesligist gegen 96 eine kreative Angriffspalette. „Wir spielen jetzt über außen, nicht mehr so häufig durch die Mitte“, erklärte Xhaka. Sie wollen den Gegner breit stellen und schießen nun auch mal aus der zweiten Reihe.

Die Borussia muss noch "an Details arbeiten"

Der Trainer selbst findet freilich noch Dinge, die es zu optimieren gilt. Seine Mannschaft habe zu wenig die Eins-gegen-Eins-Situationen gesucht, so Favre, auch die „Initiative“ habe ihm gefehlt. Und die Effizienz seiner Offensivspieler sei auch noch verbesserungswürdig. „Aber wir machen Fortschritte“, freut sich der Schweizer. Nur: „Perfekt?“, überlegte Favre noch mal und fand typische Worte für ihn: „Ich denke, wir haben gut gespielt“, so der Schweizer. Es sei eine sehr gute Leistung gewesen, „aber wir müssen an den Details arbeiten.“ Favre ist eben ein Perfektionist.

 
 

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