Wie Gladbach doch noch die Europa League erreichen kann

Die Spieler von Borussia Mönchengladbach verabschiedeten sich nach dem 4:2 in Mainz von den Fans - auch von Europa?
Die Spieler von Borussia Mönchengladbach verabschiedeten sich nach dem 4:2 in Mainz von den Fans - auch von Europa?
Foto: imago
Dank eines 4:2-Siegs beim FSV Mainz 05 darf Borussia Mönchengladbach vor dem letzten Spieltag der Saison noch mal den Rechenschieber bemühen. Die Chancen, die Europa League doch noch zu erreichen, liegen laut Manager Max Eberl bei 0,5 Prozent.

Mainz. Die Partie in Mainz war schon beendet, da lief auf den Fernsehgeräten vor der Gladbacher Kabine die Szene, in der Freiburgs Torwart Oliver Baumann einen Elfer von Nikola Djurdjic entschärft – es wäre das 2:2 gewesen und die Europa-Träume von Borussia Mönchengladbach wären ein bisschen greifbarer gewesen. „Das ist eben Schicksal“, rief Sportdirektor Max Eberl auf dem Weg in die Umkleide. Wenig später betitelte der Manager die Chancen für ein Erreichen der Europa League auf „0,5 Prozent“.

Dabei sah es in Mainz lange danach aus, dass die Borussia den Rechenschieber gar nicht mehr bemühen musste. Nach nur zwölf Minuten lag das Team von Trainer Lucien Favre beim FSV mit 1:0 zurück, fast eine halbe Stunde lang fehlte den Fohlen der Zugriff auf die Gegenspieler. Die Zwischenergebnisse auf den anderen Plätzen waren zudem so besorgniserregend, dass sogar das eigentliche Saisonziel – die „nachhaltige Einstelligkeit“ in der Tabelle – in Gefahr war. Zwar lagen Frankfurt (in Bremen) und Freiburg (in Fürth) ebenfalls zurück, aber von hinten schoben sich der VfL Wolfsburg (gegen den BVB) und der Hamburger SV (in Hoffenheim) an Gladbach vorbei. Und eben Mainz. Die Borussia war zu dem Zeitpunkt nur noch Tabellenzehnter.

Nur Hamburg und Freiburg leisteten keine Schützenhilfe

Nach 90 Minuten hatte die Mannschaft vom Niederrhein die Partie gedreht, Branimir Hrgota wurde zum Drei-Tore-Helden und Dortmund feierte bei den Wölfen noch einen Punktgewinn. So wie auch Frankfurt. Der HSV und Freiburg gewannen am Ende und so rückte sich das Tabellenbild zurecht (Platz, Punkte, Tordifferenz):

  • 4. Schalke 52 +7
  • 5. Freiburg 51 +6
  • 6. Frankfurt 50 +3
  • 7. Hamburg 48 -10
  • 8. Gladbach 47 -3

„Man muss immer daran glauben. Es wäre schön, wenn es doch noch klappt“, sagte Borussen-Kapitän Martin Stranzl vor dem letzten Saisonspiel und auch Granit Xhaka wollte den Glauben noch nicht verlieren. „Wenn wir nicht daran glauben würden, bräuchten wir doch gar nicht mehr anzutreten“, war seine Devise vor dem Spiel in Mainz.

Bayern München "kocht auch nur mit Wasser"

Dort hat die Borussia die Chancen auf das internationale Geschäft beileibe nicht verspielt. Die fehlende Konstanz und die Abschlussschwäche in der Rückrunde waren die Hauptgründe. Außerdem „haben wir nicht mehr von Spiel zu Spiel gedacht und dann vergessen, Fußball zu spielen“, ärgerte sich der Coach vor der Partie bei den Rheinhessen über die ausgelassenen Chancen auf Europa.

„Auch wenn die Chance nur noch ganz klein ist, müssen wir wie in jedem Spiel natürlich auch gegen die Bayern alles geben“, sagte Patrick Herrmann und Mike Hanke zeigte sich zuversichtlich: „Gegen die Bayern wird es schwer, aber die kochen auch nur mit Wasser.“ Nur mit einem Sieg gegen den deutschen Rekordmeister darf Gladbach noch hoffen (Samstag, 15.30 Uhr/live in unserem Ticker). Und dann müssen auch noch die anderen Team mitspielen: Hamburger darf am letzten Spieltag gegen Leverkusen nicht gewinnen und auch Eintracht Frankfurt muss gegen den VfL Wolfsburg verlieren – am besten Haushoch. So muss auch der eigene Sieg gegen den frisch gekürten Meister ausfallen – ansonsten kann man den Rechenschieber getrost beiseite legen. „Im Fußball weiß man nie, was passiert“, sagte Favre mit einem Augenzwinkern: „Wir müssen ja nur 10:0 gewinnen“.

 
 

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