Wie Gladbach Bayern München im Spitzenspiel Paroli bot

Borussia Mönchengladbachs André Hahn pflügte auf seiner Seite den Rasen um und setzte vor allem in der Offensive Akzente gegen Bayern München.
Borussia Mönchengladbachs André Hahn pflügte auf seiner Seite den Rasen um und setzte vor allem in der Offensive Akzente gegen Bayern München.
Foto: imago
Am Ende hätte sich Bayern München nicht über die erste Niederlage in der Bundesligasaison beschweren dürfen. Borussia Mönchengladbach hatte den deutschen Meister am Rande einer Pleite, weil die Gladbacher das Konzept von Trainer Lucien Favre umsetzten.

Mönchengladbach. Selten passte die Aussage „ein 0:0 der besseren Art“ besser als zu diesem Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga zwischen Borussia Mönchengladbach und Bayern München. Der deutsche Rekordmeister kam als Favorit an den Niederrhein, im Gepäck eine Serie von 13 Spielen ohne Niederlage in der laufenden Saison. Sogar 15-mal konnte der Gastgeber den Platz ungeschlagen verlassen – die Partie war aber mehr als bloße Zahlenspielchen.

Über mehr als 90 Minuten boten beide Mannschaften großen Sport, die taktische Ausrichtungen der Trainer, Lucien Favre auf der einen und Pep Guardiola auf der anderen Seite, taten ihr übriges dazu. Die Fußballlehrer schätzen und mögen sich und hatten viel Arbeit im Vorfeld, die Stärken und Schwächen des Gegners zu analysieren – dass vor allem Gladbach in der ersten Halbzeit mehr reagierte als agierte, hat mit der unglaublichen spielerischen Dominanz der Bayern in der Liga zu tun. Die Münchener nahmen im ersten Abschnitt das Heft des Handelns in die Hand, versuchten über ihren Ballbesitzfußball zum Erfolg zu kommen, pressten gegen Gladbach unheimlich hoch und ließen die Borussia kaum richtig zur Entfaltung kommen. Favre sah zwar zwei hervorragende Konter seiner Mannschaft, richtig zufrieden schien der Schweizer mit der Leistung seiner Elf in den ersten 45 Minuten aber nicht.

„Die erste Halbzeit war schwer, aber wir haben wenig zugelassen. In der zweiten Hälfte sollten wir mehr wagen, spielerisch und im Spielaufbau“, erklärte der Trainer nach dem Spiel. Er habe seiner Mannschaft Mut auf den Weg gegeben und sie setzte es prompt auf dem Platz um. Gladbach ging noch intensiver in die Zweikämpfe, stand noch enger beim Gegner und der deutsche Rekordmeister hatte sichtlich Probleme damit. „Bayern war in der ersten Halbzeit sehr dominant, aber in der zweiten Hälfte haben wir sehr gut verteidigt und ihnen ist weniger eingefallen“, fasste Manager Max Eberl das Spiel zusammen. Nach „der schwierigen ersten Halbzeit“ so aus der Kabine zu kommen, dafür brauche man schon eine gewisse Stabilität.

Ein Heimsieg wäre leistungsgerecht gewesen

Nur Manuel Neuer verhinderte die Überraschung am neunten Spieltag, wobei ein Heimsieg alles andere als überraschend, eher leistungsgerecht gewesen wäre. Der Spitzenreiter „wurde schon lange nicht mehr so bespielt wie heute“, freute sich Borussias Schlussmann Yann Sommer, der eine super Mannschaftsleistung lobte, mit der man das Spiel auch hätte gewinnen können.

Die Partie zwischen Borussia Mönchengladbach und Bayern München war wohl das taktisch niveauvollste Spiel in der noch jungen Bundesligasaison – eine Begegnung auf Augenhöhe, die der Liga gut tut. „Wir haben ein packendes Fußballspiel gesehen“, so Eberl. Das einzige, was gefehlt habe, seien die Tore. „Aber da kann man bei so einem Spiel auch mal ein Auge zudrücken.“

 
 

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