Wer feuert eigentlich die Trainer-Entlasser?

Klaus Theine

Wie werden die Stuttgarter reagieren? Werden sie handeln, wie Borussia Mönchengladbach gehandelt hat?

Wenn ja, würde es bedeuten, den Trainer zu wechseln. Der kleine Haken dabei: Stuttgart hat den Trainer in dieser Saison schon gewechselt. Sogar zwei Mal.

Wie dumm.

Die Lage ist verzweifelt. In Stuttgart, in Gladbach.

In Wolfsburg ist sie mindestens sehr bedrohlich nach der Niederlage gegen den HSV - hier lief das Debüt des neuen Trainers leider schief.

Wer feuert eigentlich die Trainer-Entlasser?

Trainer-Entlasser sind jene Leute, die den Trainer, den sie später rauswerfen, vorher einstellen. Bei der Präsentation des Neuen erzählen sie, wie toll er ist und welch tolle Entwicklung die Mannschaft unter ihm nehmen wird. Hinterher zahlen sie ihm hohe Abfindungen. Dann stellen sie den nächsten Neuen vor.

In Stuttgart feuerten sie Armin Veh, holten Markus Babbel, feuerten Babbel, holten Christian Gross, feuerten Gross, holten Jens Keller, feuerten Keller, holten Bruno Labbadia. Ein Irrsinn innerhalb von zwei Jahren und drei Monaten.

Jetzt steht der Klub vor dem Abstieg.

Wie die Gladbacher, die Michael Frontzeck anheuerten und mit ihm eine Mannschaft zusammenstellten, die ein Witz ist: sieben Platzverweise, 56 Gegentreffer, seit fast einem Jahr kein Heimspiel gewonnen. Aus welchem Grund ist das Management eigentlich noch im Amt?

Frontzeck war mit Alemannia Aachen abgestiegen und hatte Arminia Bielefeld auf einen Abstiegsplatz geführt, ehe die Gladbacher ihn für sich entdeckten. Arminia konnte den Absturz auch mit einer exklusiven Idee nicht verhindern: Nur für eine einzige Partie, nur für den letzten Spieltag, war ein neuer Trainer verpflichtet worden.

Bielefeld steigt übrigens gerade wieder ab. Diesmal in die dritte Liga.