Weltmeister Kramer rettet Gladbach Remis gegen den VfB - 1:1

Gladbachs Christoph Kramer (l.) traf gegen den VfB Stuttgart in der letzten Spielminute zum Ausgleich.
Gladbachs Christoph Kramer (l.) traf gegen den VfB Stuttgart in der letzten Spielminute zum Ausgleich.
Foto: Getty
Weltmeister Christoph Kramer hat Borussia Mönchengladbach vor einem Fehlstart in der Fußball-Bundesliga bewahrt. Der 23-Jährige traf am Sonntag in der 90. Minute zum 1:1 (0:0)-Endstand gegen den VfB Stuttgart, der beim Comeback von Trainer Armin Veh mit einem Punkt zufrieden sein musste.

Mönchengladbach.. Wenn es nach den Verantwortlichen von Borussia Mönchengladbach geht, sollen die Sonntagsspiele für die Mannschaft von Trainer Lucien Favre in dieser Spielzeit zur Gewohnheit werden. Den Grundstein dafür hat der Bundesligist beim 3:2-Sieg in der Europa-League-Qualifikation in Sarajevo gelegt. Vor dem Rückspiel am kommenden Donnerstag (20.45 Uhr) begann für Gladbach die Bundesligasaison mit dem Spiel gegen den VfB Stuttgart. Und sie begann mühselig.

Borussias Coach nahm nach der langen Reise nach Bosnien nur einen Wechsel in seinem Team vor. Julian Korb durfte rechts für Neuzugang Fabian Johnson verteidigen. Weltmeister Christoph Kramer musste den Liga-Auftakt auf der Bank verfolgen. Die Schwaben können sich nach dem Pokal-Aus in Bochum komplett auf den Liga-Alltag konzentrieren. VfB-Trainer Armin Veh brachte Alexandru Maxim für Filip Kostic, spielte sonst mit derselben Elf wie an der Castroper Straße. Gladbachs Manager Max Eberl warnte vor der Partie vor dem Gegner: "Ich erwarte eine kompakte Stuttgarter Mannschaft, die über ihre schnellen Offensivspieler brandgefährlich bei Kontern ist" - damit sollte er nicht ganz falsch liegen.

Früher Stuttgart-Treffer nach dem Seitenwechsel

Die Gastgeber erwischten vor 50.203 Zuschauern den besseren Start und waren vor allem über den ehemaligen Stuttgarter Ibrahima Traoré immer wieder schnell vor dem Tor von VfB-Schlussmann Sven Ulreich. Traoré wirbelt über links, probierte es mit Distanzschüssen und versuchte immer wieder mit Flanken seine Mitspieler einzusetzen. Ohne Erfolg. Die Schwaben hielten dem anfänglichen Druck der Hausherren stand, kamen nach 20 Minuten besser in die Partie; machten mitunter sogar das Spiel und schließlich auch das erste Tor. Nach einer halben Stunde foulte Traoré Florian Klein halbrechts in Höhe des Sechszehners. Antonio Rüdiger verwandelte die Freistoßflanke mit dem Kopf, Schiedsrichter Christian Dingert aber sah vorher ein Foul von Vedad Ibisevic an Tony Jantschke und gab den Treffer nicht.

Glück für die Borussia, die nur mit Raffael noch einmal kurz vor der Pause gefährlich in den Stuttgarter Strafraum kamen, insgesamt aber waren Torchancen in ersten 45 Minuten der neuen Saison Mangelware. Die zweite Hälfte begann mit wesentlich mehr Schwung. Havard Nordtveit bediente Stürmer Branimir Hrgota, doch der Doppeltorschütze vom Dienst hatte sich wohl Wolfsburgs Malanda zu genau angeguckt und vergab frei vorm Tor kläglich. Im direkten Gegenzug jubelte der VfB und diesmal zählte der Treffer. Maxim hatte fünf Meter vor dem Kasten von Yann Sommer alle Zeit der Welt, als er den Lupfer von Christian Gentner auf den Fuß bekam und versenkte den Ball schörkellos im Netz (51.).

Jetzt wurde es zu dem Spiel, das Eberl vorausgesagt hatte. Stuttgart stand kompakt und die Borussia musste agieren. WM-Teilnehmer Granit Xhaka prüfte Ulreich aus 17 Metern und holte immerhin eine Ecke heraus. Wieder kam Hrgota nur wenige Meter vor dem Tor an den Ball und verstolperte erneut (60.) Mit seiner letzten Aktion auf dem Feld machte der junge Schwede es besser: Gladbach spielte das erste mal richtig mit Tempo und schnellen Pässen, Traoré sah Hrgota in der Mitte starten und der Angreifer erzielte den Ausgleich - aus knapper Abseitsposition, Dingert pfiff auch diesen Treffer zurück.

Drei Neue binnen sechs Minuten

Lucien Favre reagierte und brachte binnen sechs Minuten drei neue Spieler. Thorgan Hazard (für Hrgota), Johnson (für Hahn) und Kramer (für Nordtveit). Letztgenannter führte sich gleich mit einem weltmeisterlichen Pass ein, lupfte gefühlvoll über die Abwehr auf Hazard, dessen Schuss vom Aluminium abprallte (74.). Der "Initial-Rumms" für die Schlussoffensive der Gladbacher? Es schien nicht so. Die Gastgeber konnten den Druck in den Schlussminuten nicht mehr erhöhen und boten den Schwaben sogar noch die Möglichkeit zum 2:0 - Sommer aber parierte stark gegen Gentner (84.). Und dann kam Kramer. Der Mittelfeldmann hämmerte in der letzten Spielminute den Ball aus 15 Metern ins Tor.

Die Borussia verhinderte im letzten Moment einen Fehlstart in die Saison und dem VfB Stuttgart, im Kalenderjahr 2014 noch ohne Dreier in der Fremde, bleibt die Auswärtsschwäche weiterhin treu.

 
 

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