Warum Gladbachs Trainer Schubert Lionel Messi vermisst

Michael Ryberg
Verletzt: Barca-Star Lionel Messi.
Verletzt: Barca-Star Lionel Messi.
Foto: imago
Borussia Mönchengladbach trifft in der Champions League auf den FC Barcelona. Trainer André Schubert: "Ehrfurcht? Dafür gibt es keinen Grund."

Mönchengladbach. Erst die Vertragsverlängerung bis zum 30. Juni 2019, dann ein Spiel gegen die vermeintlich beste Mannschaft der Welt. Die Argumente, warum Borussia Mönchengladbachs Cheftrainer André Schubert am Dienstagmittag prächtig gelaunt zur journalistischen Fragerunde im Borussia-Park aufkreuzte, lagen auf der Hand. Und dennoch nahm der Trainer dem zweiten Gruppenspiel in der Champions League gegen den FC Barcelona (Mittwoch, 20.45 Uhr/ZDF und Sky) ein wenig die Wucht: “Ehrfurcht vor Barca unsererseits? Dafür gibt es keinen Grund. Es geht nicht um Leben und Tod, es ist nur ein Fußballspiel.”

Gladbach wirkte bei ManCity restlos überfordert

Aber immerhin eines gegen einen Gegner, der auf den besten Spieler der Welt verzichten muss. Lionel Messi fehlt wegen einer Adduktorenverletzung. Bleiben vorn mit dem Brasilianer Neymar und dem Uruguayer Luis Suarez zwei ausgewiesene Torexperten, die es im rot-blauen Dress der Katalanen zu neutralisieren gilt.

Gladbachs ernüchternde Erfahrungen bei der 0:4-Schlappe bei Manchester City vor zwei Wochen dürfte in die taktischen Überlegungen von Trainer Schubert mit einfließen. Im Etihad Stadium wirkte die Borussia mit ihrer Abwehr-Dreierkette und auffällig vielen Ballverlusten im Spielaufbau restlos überfordert. “Mutig müssen wir trotzdem sein”, sagt Schubert vor dem Barca-Spiel. Fast ein wenig trotzig. Und der Champions-League-Sieger von 2015 spiele im 4-3-3-System auch einen anderen Stil als ManCity unter Trainer Pep Guardiola. Zu viel Mut, zu viele Fehler könnten die Borussen aber auch gegen Barcelona schnell ins Verderben stürzen. Frag nach bei Celtic Glasgow, das sich vor zwei Wochen im Nou Camp eine 0:7-Abreibe einfing.

Schubert bedauert übrigens sehr, dass Messi verletzungsbedingt fehlt: “Ich hätte ihn gern hier mal gesehen und bin nie glücklich darüber, wenn ein guter Spieler wegen einer Verletzung gegen meine Mannschaft nicht auflaufen kann. Wir rutschen sicher nicht in die Favoritenrolle, nur weil Barca den besten Spieler der Welt ersetzen muss.”

Schubert verlängert Gladbach-Vertrag bis 2019

Ein paar Prozentpunkte mehr Push könnte dem Trainer die am Dienstag veröffentlichte Vertragsverlängerung geben. Zum sechsten Spieltag der vergangenen Saison hatte Schubert die Borussia von Lucien Favre als Tabellenletzter der Bundesliga übernommen. Genau eine Saison später, nach dem fünften Spieltag, wurde der bis 30. Juni 2017 datierte Vertrag um zwei Jahre gestreckt. Am Tag vor dem Barcelona-Gastspiel. “Ich bin glücklich und stolz, hier sein zu dürfen. Borussia hat herausragende Menschen und tolle Typen”, hebt Schubert hervor. Und lächelt wieder. Der Mann ist im Moment schlicht ein glücklicher Fußballproftrainer.