Warum Gladbachs Matchwinner Max Kruse mit dem Ersatzkeeper Heimeroth jubelte

David Nienhaus
Der lange Weg zum Jubel: Gladbachs Goalgetter Max Kruse feiert sein entscheidendes Tor gegen den HSV mit Ersatzkeeper Christopher Heimeroth.
Der lange Weg zum Jubel: Gladbachs Goalgetter Max Kruse feiert sein entscheidendes Tor gegen den HSV mit Ersatzkeeper Christopher Heimeroth.
Foto: imago
Borussia Mönchengladbach musste lange zittern, ehe sie die drei Punkte gegen den Hamburger SV feiern durften. Max Kruse wurde zum Matchwinner und jubelte nach seinem 1:0 mit der Nummer zwei zwischen den Gladbacher Pfosten, Christopher Heimeroth.

Mönchengladbach. Max Kruse wusste im ersten Moment nicht genau wohin mit seinem Jubel. Klar, erstmal aufstehen. Der Stürmer von Borussia Mönchengladbach hatte gerade im Sitzen ein Billardtor gegen den Hamburger SV geschossen, da fiel es ihm ein. Kruse rannte über den halben Platz zur Auswechselbank.

Auf dem Weg dorthin klatschte er schnell mit Passgeber André Hahn ab, holte sich die Glückwünsche von seinem Trainer Lucien Favre und lief schnurstracks auf Ersatzkeeper Christopher Heimeroth zu. Lachen, gemeinsamer Jubel und der Beweis, dass bei dem Bundesligisten auch die Ergänzungsspieler eine wichtige Rolle spielen.

Kruse erklärte den Torjubel gegen den HSV

Aber warum der weite Weg? „Fragt Max“, sagte der Torwart nach dem Spiel knapp und der Matchwinner erzählte: „Beim Aufwärmen habe ich ihm sieben von acht reingemacht und er war vor dem Spiel etwas deprimiert in der Kabine“, lacht der Angreifer. So etwas habe er noch nie erlebt, sagte Heimeroth zu seinem Mitspieler. „Ich habe ihm dann versprochen, dass ich zu ihm komme, wenn ich mit meinem ersten Torschuss auch im Spiel treffe – und der erste war dann drin!“

Hätte Kruse oder ein anderer Spieler der Borussia diese Quote nur annähernd fortsetzen können, die Fans aus Mönchengladbach hätten nicht bis zum Schluss zittern müssen. Raffael, Hahn, Jantschke, Hazard und Kruse – die Gladbacher vergaben eine Großchance nach der anderen und hätten schon das Spiel gegen den HSV schon früh entscheiden können. „Ein hartes Stück“, stöhnte Favre kurz, als er durch die Mixedzone huschte und meinte Arbeit. „Wir haben die Möglichkeiten gehabt“, gibt Kruse zu, aber manchmal wolle der Ball einfach nicht rein. „Vielleicht ist es die Kraft, die am Ende gefehlt hat“, sucht der Nationalspieler nach einer Erklärung.

Heimeroth kann wieder lachen

Vielleicht hat die Borussia aber auch all ihr Pulver schon beim Aufwärmen verschossen. „Wir haben alles richtig gemacht“, lacht Kruse, der gegen den Klub aus seiner Heimat noch nie verloren hat. Sieben Spiele, fünf Siege, zwei Unentschieden ist eine beeindruckende Serie, die auch dank des treffsicheren Norddeutschen weiter bestehen bleibt. Christopher Heimeroth dürfte nach dem Dreier gegen den HSV sicherlich nicht mehr deprimiert gewesen sein.