Warum das Sarajevo-Spiel für Gladbachs Hrgota etwas Besonderes ist

Branimir Hrgota soll für die Gladbacher die Tore schießen.
Branimir Hrgota soll für die Gladbacher die Tore schießen.
Foto: dpa
Stürmer Branimir Hrgota macht zu Saisonbeginn mit Toren für Borussia Mönchengladbach auf sich aufmerksam. Trotz einer Verletzung am Sprunggelenk in der Vorbereitung ist er derzeit Gladbachs bester Stürmer. Jetzt ist er im Spiel in Sarajevo gesetzt - was für den 21-Jährigen doppelt besonders ist.

Sarajevo. Mlapa weg, de Jong weg, Kruse verletzt - also muss Branimir Hrgota die Tore für den Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach machen. Rechtzeitig vor der Rückkehr in sein Geburtsland hat 21-jährige Schwede seine Form und seinen Platz im Team von Lucien Favre gefunden. Nach den vier Treffern in der Saisonvorbereitung war der junge Borussen-Stürmer auch beim Pokalspiel am Wochenende beim 3:1-Sieg in Homburg zur Stelle und traf gleich zweimal. "Er hat unglaublich viel Potenzial, aber er muss auch noch viel lernen", sagte sein Coach nach dem gelungenen Saisoneinstand.

Damit steht der vor zwei Jahren aus der zweiten schwedischen Liga verpflichtete Offensivmann zu Saisonbeginn im Blickpunkt. Die Reise zum Europa-League-Spiel nach Sarajevo hatte für den schwedischen Junioren-Nationalspieler zudem eine besondere Bedeutung. Der 1993 in Jajce in Zentral-Bosnien geborene Hrgota verließ im Schlepptau seiner Eltern unmittelbar nach der Geburt wegen der Wirren des Balkankrieges seine Heimat. Familie Hrgota wanderte nach Schweden aus, wo der Filius in Jönköping das Fußball-ABC erlernte. Dort wurden die Scouts von Borussia Mönchengladbach auf ihn aufmerksam und verpflichteten ihn vor zwei Jahren.

Hrgota ließ sich von Gerüchten um weitere Offensivtransfers nicht beirren

Am Ende seiner ersten Saison machte er am vorletzten Spieltag mit einem Dreierpack beim FSV Mainz auf sich aufmerksam. Wenige Monate später hatte der junge Schwede seine ersten Negativschlagzeilen, nachdem er im Pokal beim Elfmeterschießen gegen den damaligen Drittligisten Darmstadt 98 den entscheidenden Strafstoß so lässig vergab, dass Kritik an ihm laut wurde. "Letztes Jahr war eine andere Sache. Daran denke ich nicht mehr. Jetzt ist eine neue Saison", sagte Hrgota nach seinem Doppelpack am Wochenende.

Dass der talentierte Nachwuchsstürmer so gut in die Spielzeit gestartet ist, überrascht umso mehr, weil er sich in der Vorbereitung einen Kapsel- und Außenbandriss im Sprunggelenk zugezogen hatte. Doch trotz der Abgänge von Peniel Mlapa und Luuk de Jong und den Gerüchten um weitere Verstärkungen in der Offensive, ließ sich Hrgota nicht beirren. "Ob noch ein neuer Stürmer kommt, ist mir egal. Ich kämpfe um meinen Platz und will so viel spielen wie möglich", sagte der Borussen-Profi. "Ich weiß, dass der Trainer mir vertraut. Ich will einfach so weitermachen wie zuletzt."

Glabacher Vereinsführung bekräftigt Vertrauen in Hrgota

Der Club registriert den Ehrgeiz und den sportlichen Aufschwung des Nachwuchsstürmers. "Dass wir nicht in Panik ausgebrochen sind, als Max Kruse ausfiel, zeigt, dass wir großes Vertrauen in Branimir haben. Jetzt hat er in der Vorbereitung auf sich aufmerksam gemacht und die Chance, sich nachhaltig zu beweisen", befand Sportdirektor Max Eberl. "Bislang hatte er noch keine Chance, sich über einen längeren Zeitraum zu beweisen, jetzt konnte er Punkte im Konkurrenzkampf sammeln", sagte Eberl. (dpa)