Traoré kann Pokal – Gladbach ist Favorit in Offenbach

Mittelfeldspieler Ibrahima Traore weiß wie Pokal geht.
Mittelfeldspieler Ibrahima Traore weiß wie Pokal geht.
Foto: imago
Das Losglück bescherte Borussia Mönchengladbach den vermeintlich leichtesten Gegner im Pokal-Achtelfinale. Der Bundesligist aber warnt vor Offenbach.

Mönchengladbach. Dass Ibrahima Traoré am Mittwochabend in Offenbach für Borussia Mönchengladbach im Pokal aufläuft, ist bei Rotations-Freund Lucien Favre nicht sehr wahrscheinlich. Der Gladbach-Trainer sollte aber besser auf Traoré setzten, denn der Guineer weiß, wie Pokal geht.

Mit dem FC Augsburg stand der Flügelflitzer im Pokal-Halbfinale. Der damalige Zweitligist lieferte Mesut Özil, Marko Marin, Claudio Pizarro und Co einen großen Kampf, verlor letztlich aber doch mit 0:2 bei Werder Bremen. „Damals waren wir selbst die Kleinen“, erinnert sich Traoré. Das war im Jahr 2010. Drei Jahre später schaffte der 26-Jährige mit dem VfB Stuttgart den Sprung nach Berlin ins Endspiel und sorgte gegen den frischgebackenen Champions-League-Sieger Bayern München für einen großen Lacher.

„Das heißt, dass sie den Alkohol gut vertragen“, konterte Traoré schelmisch die Aussage von Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge, der nach dem Triumph im Londoner Wembley-Stadion sagte, auch mit 1,8 Promille werde München den DFB-Pokal gewinnen. Tatsächlich holten die Bayern mit einem 3:2-Sieg das Triple.

Tabellenführer der Regionalliga Südwest

Der Pokal-Triumph fehlt Traoré also noch und trotzdem versprüht er gute Laune im Kader von Borussia Mönchengladbach. Als Pokal-Experte wolle er sich zwar nicht betiteln. „Aber ich hatte schon viel Glück im Pokal“, so der Offensivspieler. Glück, das er mit zu seinem neuen Klub brachte. Mit den Kickers aus Offenbach zog Gladbach das vermeintlich leichteste Los im Achtelfinale, unterschätzen aber dürfe man den Tabellenführer der Regionalliga Südwest nicht.

„Wir wissen, dass viele Favoriten ausgeschieden sind“, warnt Traoré, „uns soll das nicht passieren.“ Die Borussia werde „die Aufgabe konzentriert und mit Seriosität angehen“, um sich dann für das Viertelfinale zu qualifizieren. Traoré: „Es gibt keine Wenn und Aber“ in diesem Spiel. „Wir dürfen uns nicht erlauben, die Mannschaft zu unterschätzen.“

Der letzte Pokalsieg der Elf vom Niederrhein liegt schon fast 20 Jahre zurück. 1995 schlug die Borussia den VfL Wolfsburg mit 3:0. Der vermeintlich kürzeste Weg nach Europa ist für den Tabellendritten der Fußball-Bundesliga kein Spaziergang, weiß Traoré. „Es sind noch gute Teams im Wettbewerb, so dass es nicht einfach wird. Letztlich sind es aber nicht mehr viele Spiele bis zum Erfolg.“

Ob der Offensivmann am Mittwochabend (20.30 Uhr/live in unserem Ticker) seine Pokalexpertise auf den Platz bringen darf, wollte Coach Favre vor dem Spiel natürlich nicht verraten. Vor allem auf den Flügeln tauscht der Schweizer gerne durch. Und dort könnte ja auch André Hahn spielen. Der ist seines Zeichens Offenbach-Experte.