Torloses Rheinderby - Köln und Gladbach weiter ungeschlagen

David Nienhaus
Das 81. Rheinderby zwischen Köln und Gladbach fand keinen Sieger.
Das 81. Rheinderby zwischen Köln und Gladbach fand keinen Sieger.
Foto: Getty-Images
Das 81. rheinische Bundesliga-Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach endet 0:0-Unentschieden. Am vierten Spieltag der Fußball-Bundesliga lebte die Partie weniger von der Klasse, als von der Spannung am Rhein. 

Köln. Ein gemeinsamer Kinderchor aus Köln und Mönchengladbach sollte zusammen mit den kölschen Kultband Bläck Fööss die friedliche Stimmung im 81. rheinischen Bundesliga-Derby unterstreichen; ohne Krawalle kam diese traditionsreiche Begegnung allerdings nicht aus. Nachdem es im Vorfeld der Partie zu Ausschreitungen zwischen beiden Fanlagern kam, rückte um 17.30 Uhr zum Glück das Sportliche in den Vordergrund. Und das Spiel sorgte nicht dafür, dass die hitzige Stimmung von der Jahnwiese ins Stadion schwappte.

Köln ohne Halfar, Favre mit drei Änderungen

Beide Teams waren bis zum heutigen Spieltag ungeschlagen und Kölns Cheftrainer Peter Stöger stellte nach dem torlosen Remis bei Mitaufsteiger Paderborn auf zwei Positionen um: Hiroki Osako und Pawel Olkowski rückten für Daniel Halfar und Simon Zoller ins Team. Gladbach-Coach wechselte nach dem 1:1 in der Europa League gegen Villarreal dreifach. Julian Korb, André Hahn und Raffael rückten für Alvaro Dominguez, Patrick Herrmann und Branimir Hrgota in der Anfangsformation.

Von Beginn an war es eine Partie auf überschaubarem Niveau, taktisch geprägt und mit nur wenig Höhepunkten. Die Hausherren hatten Respekt vor dem Tempofußball der Borussia und die Gäste schafften es nicht, diesen auf den Platz zu bringen. Gladbach fehlte vor allem im letzten Drittel die Geschwindigkeit und Köln der Mut, um große Möglichkeiten herauszuspielen. Die ersten beiden minimal erwähnenswerten Chancen hatten Tony Jantschke nach einer Ecke (7.) und Max Kruse nach einer Flanke von Hahn (11.). Hier allerdings von zwingenden Szenen zu sprechen, wäre zu viel des Guten. Der "Effzeh" kam in der 17. Minute aussichtsreich vor den Kasten von Keeper Yann Sommer. Dabei ging flott: Risse schickte Olkowski halbrechts frei Richtung Tor. Der Schweizer Schlussmann lenkte den Ball zur Ecke.

Während die Partie immer noch schleppend anlief, sorgten die Fans auf den Tribünen für die Highlights und duellierten sich fast ohne Pause mit Gesängen. Eine Atmosphäre, die ein besseres, oder sagen wir spektakuläreres Spiel verdient hätte. In der Schlussphase der ersten Hälfte sah man die etwas reifere Spielanlage der Favre-Elf. Hahn erkämpfte sich den Ball gegen Jonas Hector, traf den Ball nach einer Kruse-Hereingabe aber nicht richtig (38.). Vier Minuten später tunnelte Raffael Dominic Maroh, Kevin Wimmer klärt im Strafraum mit einer perfekt getimten Grätsche (42.).

Kramer und Vogt beschnuppern sich

Nach dem Seitenwechsel brachte Stöger Halfar für den fleißigen, aber glücklosen Yuya Osako und dieser Wechsel zeigte Wirkung. Der 26-Jährige orientierte sich sofort in die erste Angriffsreihe der Domstädter, störte die Borussia früh im Spielaufbau und provozierte Fehler bei den eigentlich einfachen Pässen. Jantschke (57.) und Sommer (58.) hatten Glück, dass die Kölner kein Kapital daraus schlugen. Auch nach knapp einer Stunde hatte Gladbach Fortune, als Ujah im Fünfmeterraum nur knapp am Ball vorbeisegelten.

Von den Gästen war offensiv nicht mehr viel zu sehen. Auch im zweiten Abschnitt fehlte Mönchengladbach das Tempo, um gegen die kompakten Kölner gefährlich vor das Tor zu kommen. Einzig Kruse hatte direkt nach Wiederbeginn einen Treffer auf dem Kopf (48.) - die größte Gladbacher Chance im Spiel.Smartphone

Nach einer Stunde war klar: Der eine, individuelle Fehler würde das Derby entscheiden. Beide Trainer brachten frische Offensivkräfte, Außerdem nahm Favre den Gelb-Rot-gefährdeten Christoph Kramer vom Platz, der nach einem Zweikampf mit Kevin Vogt Glück hatte, dass er nicht frühzeitig duschen gehen musste. Individuelle Fehler aber blieben bis zum Schluss bei beiden Mannschaften aus. Das Rheinderby, dass mehr von der Spannung als von der Klasse lebte, endete torlos. Beide Klubs bleiben auch nach vier Spieltagen ungeschlagen, kommen aber auch in der Tabelle mit der Punkteteilung nicht weiter nach vorne.