Stindl überzeugt bei Gladbach als "Kreuzung" aus Kramer und Kruse

Stindl wusste in Hamburg zu überzeugen.
Stindl wusste in Hamburg zu überzeugen.
Foto: imago
Lars Stindl feiert ein gelungenes Pflichtspieldebüt bei Borussia Mönchengladbach. Der Mittelfeldmann überzeugte im Pokalspiel beim FC St. Pauli durch Torgefährlichkeit und Einsatzfreude.

Hamburg.. Nein, nochmal wollte Lars Stindl seine Geschichte des Pokalabends in Hamburg nicht erzählen. Nach etlichen TV- und Radio-Interviews huschte der Doppeltorschütze von Borussia Mönchengladbach durch die Mixedzone des Millerntors und ließ sich entschuldigen. Dabei hätte der Neuzugang am Niederrhein bestimmt viel zu erzählen gehabt.

In der Vorbereitung wurde Stindl kaum auf der "Sechs" getestet

Statt in der ersten Angriffslinie hinter dem Brasilianer Raffael stellte Gladbachs Trainer Lucien Favre den ehemaligen Kapitän von Hannover 96 auf der Doppelsechs neben Granit Xhaka auf - ein Überraschung, war Stindl doch in der Vorbereitung dort kaum vom Schweizer getestet worden. Dass der 26-Jährige aber auch auf der Position ein Gewinn für den Bundesligisten ist, unterstrich er am Montagabend auf St. Pauli.

Es hatte den Eindruck, als kompensierte Stindl alleine gegen den FC St. Pauli die Abgänge von Christoph Kramer und Max Kruse. "Es war die Idee, einen Spieler zu holen, der diesen Tiefgang hat und auch Torgefahr erzeugen kann", erklärte Borussias Manager Max Eberl nach der Partie. Natürlich müsse es zwischen Granit und Stindl passen. Vor allem in der ersten Hälfte habe die Abstimmung, haben die Automatismen noch nicht so gegriffen, wie gewünscht. Aber die Saison habe ja gerade erst begonnen. Es müsse sich erstmal finden.

Dennoch: Schon in der schwachen ersten Hälfte der Borussia war Stindl einer der Aktivposten seiner Mannschaft. Er hielt gegen kämpferische Zweitligisten dagegen, versuchte Tempo ins Spiel zu bringen und überzeugte vor allem in den Zweikämpfen. "St. Pauli ist schon im Spiel-Rhythmus, das hat man vor allem in der ersten Hälfte gemerkt", analysierte Stindl im ARD-Interview. Mit dem fantastischen Publikum im Rücken habe ihnen der Gegner das Leben sehr schwer gemacht. Nach der Pause aber legte Gladbach los, erhöhte das Tempo und der Neuzugang trumpfte groß auf.

Eberl: "Diese Torgefahr haben wir uns von Lars auch erhofft"

"Mit so einem Mitspieler ist es leicht", lobte Ibrahima Traoré, der Mönchengladbachs Ausgleich nach dem Seitenwechsel mit viel Tempo vorbereitete. Stindl vollstreckte. Einmal. Zweimal. Spätestens nach dem 3:1 - einem präzisen Distanzschuss in die Maschen - war der Kampfeswillen der Kiezkicker gebrochen. "So eine Effizienz zu haben, aus dem Mittelfeld zwei Tore zu machen, ist schon bemerkenswert", schwärmte Borussias Sportdirektor. "Diese Torgefahr haben wir uns von Lars auch erhofft." Schon in Hannover bewies der Routinier mit 10 Toren und 4 Vorlangen im vergangenen Jahr seinen Riecher.

"Wir haben in der zweiten Halbzeit sehr gut dagegen gehalten, zum richtigen Zeitpunkt die Tore erzielt und sind unter dem Strich verdient eine Runde weiter gekommen", sagte der Matchwinner der Partie, der sich diesen Titel mit Traoré teilt. In Dortmund (Samstag, 18.30 Uhr/LIVE in unserem Ticker) wolle Borussia Mönchengladbach nun nachlegen, um "auch einen erfolgreichen Start in die Bundesliga-Saison" zu feiern. Dann wird Stindl aber sicherlich auch in der Mixedzone sprechen müssen.

 
 

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