Nürnberg-Keeper Schäfer nimmt sich Gladbachs Kruse zur Brust

Gladbach-Angreifer Max Kruse feierte den Sieg nach dem Spiel ausgelassen mit seinen Teamkollegen.
Gladbach-Angreifer Max Kruse feierte den Sieg nach dem Spiel ausgelassen mit seinen Teamkollegen.
Foto: Getty Images
Borussia Mönchengladbachs Stürmer Max Kruse wurde beim 2:0-Sieg in Nürnberg zum Buh-Mann bei den Club-Fans. Und auch von FCN-Torwart Raphael Schäfer musste sich der Gladbacher harsche Kritik anhören: "Das ist kein Fußball, du bist doch Nationalspieler!"

Nürnberg.. Als hätten sie sich auf dem Feld nicht schon genug duelliert. In den Katakomben des Nürnberger Stadions gerieten Gladbachs Stürmer Max Kruse und Raphael Schäfer, Schlussmann des Clubs, aneinander. Kruse, eigentlich auf dem Weg in die Kabine, wurde von Schäfer zur Rede gestellt. Lautstark diskutierten die beiden Profis über die Elfmetersituation.

"Du springst doch vorher ab, er trifft dich überhaupt nicht. Das ist kein Elfer", ärgerte sich Schäfer aufgeregt. "Aber das entscheide doch nicht ich", entgegnete Kruse. "Das ist kein Fußball, du bist doch Nationalspieler!", rief der Nürnberger und drehte sauer ab.

Gladbach-Angreifer Kruse verließ sich auf sein Gefühl

Es war die Fortsetzung eines Zwiegesprächs, das auf dem Platz seinen Anfang fand. In der 78. Minute setzte sich der Gladbacher Stürmer gegen zwei Gegenspieler durch, dribbelte an der Torauslinie in Richtung Schäfer und wurde von Mike Frantz gefoult. Jener Frantz, der vor einem Jahr an selber Wirkungsstätte einen Elfmeter für seine Farben gegen Gladbachs Thorben Marx schindete. Erinnerungen wurden an die Szene aus dem Februar des vergangenen Jahres wach.

Während Frantz damals ohne Berührung abhob, beschreibt Kruse die strittige Situation heute so: "Ich spiele den Ball mit letzter Kraft vorbei und habe das Gefühl, dass er mich am Fuß trifft", erklärt der Angreifer. So erzählte es der Nationalspieler auch Schiedsrichter Tobias Stieler, der sich bei Kruse erkundigte. "Ich habe ihm gesagt, dass ich das Gefühl hatte, dass er mich trifft", so der Gefoulte. Schäfer schnappte sich Kruse vor dem Strafstoß neben dem Tor, redete auf den Gladbacher ein; der aber blieb bei seiner Meinung. Und verwandelte den Elfer "eiskalt" (Manager Max Eberl).

Fünf Großchancen hatte der 26-Jährige vorher nicht nutzen können. Vom Punkt aber traf er sicher und sorgte damit für die Entscheidung beim 2:0-Sieg der Borussia im Frankenland. Zehn Minuten waren Kruse und der Unparteiische die Buh-Männer für das Nürnberger Publikum. Dafür hatte Kruse Verständnis: "Wenn du da unten drin stehst, und dann in der Schlussphase einen Elfmeter gegen dich kriegst, der vielleicht ein bisschen strittig ist, ist es doch klar, dass man ziemlich ärgerlich ist." Davon dürfe man sich aber nicht ablenken lassen.

Kruse zeigt sich von Pfiffen der Fans unbeeindruckt

Den Vorwurf der Unsportlichkeit von Schäfer aber wollte Kruse nicht auf sich sitzen lassen. Wer ihn kenne, wisse, dass er "in meinem Leben noch nie großartig Schwalben gemacht hat. Ein Schwalbe war es sicherlich nicht", so der Gladbacher. Ob das jetzt ein hundertprozentiger Muss-Elfmeter gewesen sei, wisse er nicht. "Ich finde, dass man ihn geben kann, aber nicht muss", sagte Kruse und erinnerte auch an seinen Gegenspieler Frantz: "Wenn er da so hingeht, muss er damit rechnen, dass er den Ball nicht trifft. Ganz einfach."

Die Pfiffe im Stadion störten den Stürmer nicht. "Wir haben das Spiel gewonnen, das ist wichtig", wich Kruse der Frage nach dem Buh-Mann aus und antwortete erst auf Nachfrage: "Nein, das stört mich nicht. Wir fahren mit drei Punkten nach Hause."

 
 

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