Nordtveit geht Gladbach von der Fahne - Wechsel nach England

Havard Nordtveit kann die Borussia am Saisonende ablösefrei verlassen.
Havard Nordtveit kann die Borussia am Saisonende ablösefrei verlassen.
Foto: firo
Der Allrounder verlässt die Borussia nach fünfeinhalb Jahren in Richtung West Ham United. Die Hilfe des Norwegers im Champions-League-Rennen ist wegen einer Innenbanddehnung unsicher

Mönchengladbach.. Der eigentlich positiv besetzte Sportbegriff „Finale” wird in den Medien inflationär benutzt. Borussia Mönchengladbachs Cheftrainer André Schubert sieht das zumindest so. „Gegen Wolfsburg hatten wir doch schon ein Finale um Europa. Jetzt bekommen wir eines auf Schalke“, zählte der 44-jährige Kasselaner auf und fügte ironisch an: „Danach ist dann Hertha BSC bei uns. Ist doch auch ein Finale.” Nach dem souveränen, überzeugenden 3:0 (1:0)-Heimsieg über schwache, unkonzentrierte und deshalb arg abstiegsbedrohte Frankfurter fiel der Flachs leicht.

Auch wenn es personell am Sonntag keine guten Neuigkeiten gab. Havard Nordtveit verriet nach dem Training, dass er die Borussia trotz eines Angebots von Sportdirektor Max Eberl zum Saisonende ablösefrei verlässt. West Ham United, in der Premier League als Tabellenfünfter auf Europa-League-Kurs, soll mit dem Upton Park im Osten Londons die neue Adresse des Norwegers sein.

Ende der Ergebnisebbe

Ob Allrounder Nordtveit bei den „Endspielen“ vor und nach der Länderspielpause wegen seiner gegen Frankfurt erlittenen Innenbanddehnung im Knie mithelfen kann, ist zumindest mal in Zweifel zu ziehen. Gladbachs Ausgangsposition im Champions-League-Rennen hinter Bayern und Dortmund ist mit dem 3:0 über Frankfurt verbessert.

Dass die Wolfsburger in Hoffenheim gepatzt hatten, nur mal so als Beispiel, war Trainer Schubert „völlig schnurz”. Der schaut nur auf Weiß-Schwarz-Grün. Hier speziell darauf, die Ergebnis-Ebbe der vergangenen sechs Auswärtsspiele am Freitag in Gelsenkirchen nicht auszubauen. Die Chance, Schalke auf vier Zähler Vorsprung zu distanzieren, ist einfach zu verlockend. Und: In den Heimspielen klappt es doch mit Offensivdrang und Toren auch. Gut, Frankfurt (3:0) oder davor Stuttgart (4:0), Köln (1:0) oder Bremen (5:1) sind nicht Schalke und Hertha. Es gibt allerdings Ansatzpunkte, die Gladbach mindestens auf Augenhöhe mit der Konkurrenz um Platz drei ausweist.

Verletzungsausfälle im Spiel wie jene von Nordtveit und Kapitän Granit Xhaka (muskuläre Probleme) im Verbund mit einer Taktikumstellung steckten die Borussen weg, als wäre das die leichteste Übung von allen: weiterspielen, weiterdrücken, weiterstürmen!

Ein Drama mochte Schubert aus den Auswechslungen nicht machen. Dennoch: Ohne Nordtveit und Xhaka in Innenverteidigung und defensivem Mittelfeld würde die Aufgabe am Freitagabend auf Schalke schwerer.

Wenn der Fuß wegfliegt

Xhakas Positionskompagnon Mahmoud Dahoud lieferte, neben dem rotierenden Angriffsquartett mit den Torschützen Raffael und Lars Stindl sowie den Vorbereitern Fabian Johnson und Thorgan Hazard, eine vorzügliche Vorstellung ab. Wie der 19-jährige gebürtige Syrer vor dem 3:0 erst Verteidiger Abraham, dann Eintracht-Keeper Hradecky mit einem gezielten Kick aus spitzem Zielwinkel in die kurze Torecke vernaschte, hatte Klasse.

Trainer Schubert ermahnte sein Talent aber, das Zaubern nicht zu übertreiben. „Mo spielt halt so und denkt sich nichts dabei. Aber es gibt Fußballer, die das nicht lustig finden. Und dann passiert es halt, dass plötzlich der Fuß mal wegfliegt.”

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